Noch heute gilt für KTM in den USA: Sonntags gewinnen, am Montag verkaufen
Sportlicher Erfolg ist für KTM so absatzrelevant wie für kaum eine Marke. «In Amerika werden wir nach den Supercross-Siegen 100-prozentig einen Aufschwung sehen», ist Heinz Kinigadner überzeugt.
Sportlich gesehen hat die Saison 2026 für KTM hervorragend begonnen: Der Argentinier Luciano Benavides triumphierte nach fast 8000 Kilometern durch Saudi-Arabien bei der Rallye Dakar mit winzigen zwei Sekunden Vorsprung. Und Eli Tomac gewann die ersten beiden Rennen zur US-Supercross-Meisterschaft und ließ am vergangenen Wochenende einen dritten Platz folgen. Die Gesamtwertung führt das Ass aus dem Team Red Bull KTM mit acht Punkten Vorsprung auf Hunter Lawrence (Honda) an.
Heinz Kinigadner, selbst zweifacher Motocross-Weltmeister in der Klasse bis 250 ccm, unterstrich gegenüber SPEEDWEEK.com, wie wichtig das Thema Motorsport für den Unternehmenserfolg von KTM ist. «KTM könnte wie Bajaj Roller bauen und die in Afrika verkaufen», formulierte es der Tiroler überspitzt. «Ich weiß aber nicht, ob man die unter KTM besser verkaufen würde als unter Bajaj. Performance kann man nur im Rennen zeigen. In Amerika werden wir nach den Supercross-Siegen 100-prozentig verkaufstechnisch einen Aufschwung sehen. Dort ist klar: Gewann man, verkaufen sich die Motocross-Maschinen besser. Und bei Rallye bekommen wir Bilder zu sehen, dass jeder Motorradfahrer einen wässrigen Mund bekommt und sich sagt, dass er irgendwann eine Adventure kauft und mal nach Spanien oder Marokko oder Griechenland fährt. Es gibt direkte Anwendungen, die man aus den Bildern rauslesen kann. Und das haben sie inzwischen auch in Indien verstanden. Als die Thematik begann, stand hinter dem Motorsport ein großes Fragezeichen. Das hat sich inzwischen relativ erledigt, weil auch Bajaj gesehen hat, dass KTM etwas anderes ist als die Bajaj-Mopeds und wir das nur über diese Schiene verkaufen.»
Kinigadner: Motorsporterfolge bestes Marketing
Sportlicher Erfolg ist für KTM so absatzrelevant wie für kaum eine andere Marke. «Gott sei Dank kam das in Indien an, Gottfried Neumeister hat das sehr genau analysiert und verstanden, dass das der wichtigste Teil von KTM ist», hielt Kini fest. «Die Qualität muss natürlich auch passen, aber marketingmäßig ist alles andere neben dem Motorsport zu vernachlässigen. Ich bin positiv überrascht nach dem Auftakt mit zwei Siegen beim Supercross in den USA. Und dann der Dakar-Sieg. Hätten wir nicht gewonnen, wäre die Welt nicht untergegangen, denn wir haben auf Augenhöhe gekämpft. Ich würde sogar sagen, dass unser Motorrad eine Spur besser war als die Honda. Aber natürlich ist der Sieg besser.»
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