Matthias Walkner nun auf vier Rädern – zweite Karriere offiziell gestartet
Der ehemalige Dakar-Motorradsieger Matthias Walkner wird künftig auf vier Rädern als Profi im Rallye-Sport unterwegs sein und überlässt die Navigation dabei einem ehemaligen Elitesoldaten.
Für Matthias Walkner, dem Dakar-Sieger von 2018, schließt sich dieser Tage ein Kreis: Vor zwölf Jahren hatte der 39-Jährige unter der Leitung von KTM-Berater und Organisator Heinz Kinigadner die ersten Versuche mit dem Motorrad bei der Oasis Rallye unternommen. Dort absolvierte der Salzburger zuletzt auch seinen ersten Versuch auf vier Rädern – wie der österreichische Rallye-Meister Hermann Neubauer in einem Buggy – und zeigte dabei auf Anhieb einen guten Speed. (
Jetzt geht es offiziell los – Walkner wird die Rallye-Raid-WM-Veranstaltung in Portugal bestreiten. «Es ist ein unglaubliches Gefühl, wieder zurück zu sein! Same but different – ab jetzt auf vier Rädern», strahlt der Kuchler. «Meinem Bein geht es mittlerweile wieder so gut, dass ich schnell Motorrad fahren kann. Aber die hohen Ansprüche, die ich an mich selbst habe, die kann ich nicht mehr erfüllen. Außerdem bin ich nicht mehr bereit, so viel Risiko einzugehen, wie es dafür bräuchte, um mit dem Motorrad vorne mitzufahren. Ich merke, wie es immer noch kribbelt. Für mich war immer klar: ich möchte wieder dabei sein!» Zur Erinnerung: Walkner war im Dezember 2023 bei der Vorbereitung auf die Rallye Dakar in Kalifornien schwer verunglückt.
Neustart auf vier Rädern als Privatfahrer
Walkner hat zuletzt schon mehrfach Erfahrung auf vier Rädern gesammelt. «Fahrtechnisch fange ich nicht bei null an, aber alles andere ist neu für mich. Ich bin jetzt quasi Privatfahrer und habe kein großes KTM-Werksteam mehr um mich herum. Das ist schon eine ziemlich große Umstellung. Trotz meiner jahrelangen Erfahrung auf dem Motorrad gibt es bis zum Saison-Highlight, der Rallye Dakar, noch einiges zu tun und ich darf viel Neues lernen. Die spannendste Veränderung ist sicher, dass ich jetzt mit Oliver Pyerin einen Co-Piloten habe, der navigiert und mir die Roadbook-Noten ansagt.»
Spannend: Pyerin bringt keine Motorsport- oder Navigationserfahrung mit ins Team – er war jedoch Elitesoldat beim Jagdkommando und verfügt über außerordentliche Fähigkeiten. Walkner: «Ich traue ihm das zu! Es ist wahnsinnig aufregend für mich und ich freue mich auf alles, was jetzt kommt. In Portugal, beim ersten WM-Rennen, liegt der Fokus ganz klar darauf, möglichst viel zu lernen – vor allem für Oliver in der Navigation –, Erfahrungen zu sammeln und als Team zusammenzuwachsen.»
Langfristiges Projekt von Walkner
Der weitere Fahrplan steht. «Diesmal starte ich noch mit meinem leistungsschwächeren und nicht konkurrenzfähigen, vier Jahre alten T4-Buggy. Ein Top-Resultat visiere ich in Portugal aber so oder so noch nicht an. Danach geht es mit der Desafío Ruta 40 in Argentinien weiter, wo wir von meinem T4-SSV-Buggy in einen leistungsstärkeren T3 Challenger wechseln und auch den Rest der Saison in dieser T3-Klasse antreten werden. Das sind quasi kleinere Rennautos, wie ein normales Auto der Ultimate T1-Klasse, eben nur kleiner und kostengünstiger. Es ist ideal als Einstiegskategorie für die höhere T1-Klasse. Ich strebe auf jeden Fall ein langfristiges Projekt an!»
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