Erno Kostamo: Bleibende Schäden nach Kopfverletzung nicht ausgeschlossen
Erno Kostamo hätte dieses Jahr Giacomo Agostini als König von Imatra ablösen können, doch der Finne wird am ersten Juli-Wochenende fehlen. Er hat sich bei der Senior-TT schwere Verletzungen zugezogen.
Vor 61 Jahren gewann Giacomo Agostini beim Großen Preis von Finnland die Rennen der Klassen 350 ccm und 500 ccm. Es waren seine WM-Laufsiege Nummer 2 und 3. Unglaubliche 119 weitere sollten bis einschließlich 1976 in seiner unvergleichlichen Karriere noch folgen. Alleine auf der finnischen Rennstrecke unweit der Grenze zu Russland stand er 16-mal als Erster auf dem Siegertreppchens. Der charismatische Italiener gilt bis heute als der ungekrönte König von Imatra.
Anlässlich der Veranstaltung Imatranajo vom 3. bis 5. Juli, bei der die Fahrer der ESR Superbike zum vierten Mal aufeinandertreffen, hätte Erno Kostamo gute Chancen gehabt, Agostini vom Thron zu stoßen. Doch der Lokalmatador aus Nordkarelien, der auf seiner Heimstrecke seine Gegner bereits 14-mal hinter sich ließ, wird dieses Jahr allerdings zum Leidwesen seiner Fans fehlen, denn der Lokalmatador hat momentan ganz andere Herausforderungen zu bewältigen.
In der zweiten Runde der Senior-TT kam Kostamo im Bereich des 11th Milestones zu Sturz. Um dem Verunglückten am Unfallort gefahrlos ärztlich beistehen zu können, wurde das Rennen abgebrochen. Weil er noch am selben Abend in eine Spezialklinik nahe Liverpool verlegt wurde, war klar, dass seine Verletzungen schwerer Natur sein mussten.
Nach mehreren chirurgischen Eingriffen wurde er zwei Wochen nach seinem verhängnisvollen Unfall in seine Heimat überstellt. Mittlerweile konnte er bereits in häusliche Pflege entlassen werden: «Ich bin endlich wieder zuhause und meine Genesung macht gute Fortschritte. Für Ende Juli ist eine dritte Operation am linken Oberschenkel geplant, aber schon jetzt werde ich damit beginnen, die Kraft in meinen Beinen wieder aufzubauen – Schritt für Schritt.»
«Leider habe ich mir beim Sturz auch eine schwere Kopfverletzung zugezogen, die zu Sehstörungen auf meinem rechten Auge geführt hat. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es noch zu früh, um zu sagen, ob bleibende Schäden zurückbleiben oder sich mein Sehvermögen mit der Zeit wieder erholen wird. Ein riesiges Dankeschön an alle, die mir geholfen und mich unterstützt haben. Ein Tag nach dem anderen – ich werde stärker und alles bewegt sich in die richtige Richtung!»
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