Bautista frustriert: Ducati arbeitet, die anderen warten auf Zugeständnisse
Alvaro Bautista hält die Balance-Regeln der Superbike-WM für fragwürdig. Der Ducati-Pilot sieht den Hersteller aus Borgo Panigale und dessen Fahrer zu Unrecht bestraft.
Ducati dominiert die Superbike-WM 2026 nach Belieben. Werkspilot Nicolo Bulega gewann alle zwölf Rennen der laufenden Saison, Ducati-Teamkollege Iker Lecuona stand zuletzt neun Mal in Folge als Zweiter auf dem Podium. Auch die Herstellerwertung spricht eine deutliche Sprache: Ducati führt mit 248 Punkten klar vor Bimota (108), BMW (92), Yamaha (73), Kawasaki (40) und Honda (12).
Wie groß die Überlegenheit der italienischen Marke inzwischen ist, zeigte sich auch beim jüngsten Rennwochenende im Balaton Park. Nach dem zweiten freien Training am Freitag belegten sieben Ducati-Piloten die ersten sieben Positionen. In den drei Ungarn-Rennen holten Ducati-Piloten acht der möglichen neun Podestplätze.
Angesichts dieser Dominanz wird im Fahrerlager intensiv darüber diskutiert, wie mehr Ausgeglichenheit geschaffen werden kann. Die eingeführte Fuel-Flow-Regel als Balance-Instrument zeigt bislang allerdings keine erkennbare Wirkung.
Bautista: Warum ständig Ducati bestrafen?
Barni-Ducati-Pilot Alvaro Bautista sieht die Ursachen der Ducati-Überlegenheit vor allem in der konsequenten Entwicklungsarbeit der Italiener. «Ducati investiert sehr viel, um ein gutes Motorrad für den Rennsport zu bauen, aber auch für die Kunden. Jeder, der eine Ducati kauft, weiß, dass er ein Motorrad auf höchstem Niveau bekommt», erklärte der Spanier.
Doch für Bautista ist nicht allein die Technik entscheidend. «Man braucht auch gute Fahrer. Die Ducati-Aufstellung ist sehr stark. Nicht nur das Motorrad macht den Unterschied, sondern auch die Fahrer», betonte der zweifache Weltmeister.
Kritisch sieht Bautista allerdings die Philosophie hinter den aktuellen Balance-Regeln der Superbike-WM. «In dieser Meisterschaft scheint es so zu sein, dass der Hersteller oder der Fahrer bestraft wird, der erfolgreich ist», sagte der 41-Jährige. Dadurch entstehe laut Bautista eine fragwürdige Haltung bei den Rivalen: «Die anderen warten einfach ab und denken: In drei Rennen wird der starke Hersteller ohnehin bestraft.»
Auch Bautista fühlt sich weiterhin benachteiligt
Der Spanier fühlt sich persönlich von den Regularien benachteiligt. «Ich gehöre zu den Fahrern, die unter diesen Regeln leiden», erklärte Bautista mit Blick auf das kombinierte Mindestgewicht. Zwar seien in der Vergangenheit bereits Ducati und Kawasaki eingebremst worden, doch insbesondere die Eingriffe bei den Fahrern könne er nicht nachvollziehen. «Es ergibt keinen Sinn, die Fahrer zu bestrafen. Jeder Fahrer sollte unabhängig von seiner körperlichen Verfassung zeigen dürfen, was er leisten kann.»
Aus seiner Sicht könnten individuelle Fahrerleistungen stärker zur Geltung kommen, wenn man auf Eingriffe bei einzelnen Piloten verzichten würde. «Vielleicht könnten dann auch andere Fahrer weiter vorne auftauchen – zum Beispiel ich», meinte Bautista mit einem Schmunzeln.
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