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Wie Jonas Folger die Supersport-KTM 990 RC R wettbewerbsfähig machen soll

An diesem Wochenende gibt Jonas Folger in Le Mans sein Comeback in der MotoGP. Im Gespräch mit SPEEDWEEK.com erklärt er, womit er noch sein Geld verdient und worauf es bei einem Testfahrer ankommt.

Thorsten Horn

Von

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Nach fast drei Jahren Abstinenz sehen wir Jonas Folger an diesem Wochenende wieder in der MotoGP, der fünffache GP-Sieger springt im Team Red Bull KTM Tech3 für den verletzten Maverick Vinales ein. Als Vorbereitung hatte er zwei Testtage mit der RC16 auf dem Highspeedkurs in Mugello.

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Doch auch zuvor war Folger für KTM fleißig und testete zusammen mit dem Team Freudenberg in Most die neue Supersport-Maschine KTM 990 RC R, die zuerst für Gaststarts in der IDM-Nachfolgeserie Euro Moto vorbereitet wird und 2027 oder 2028 auch in der Supersport-WM zum Einsatz kommen soll.

Jonas Folger hat drei Aufgabenbereiche

Umtriebig ist der 32-Jährige auch sonst: «Im Endeffekt habe ich drei Aufgabenbereiche bei KTM. Das ist einmal von der Marketingseite der 990er-RC-R-Cup mit sechs Rennen im Jahr. Da bin ich Markenbotschafter für den Cup, Mentor und Coach. Mit dem bin ich viel unterwegs und habe auch viel Vor- und Nacharbeit. Als Zweites bin ich bei Carsten Freudenberg, was über KTM läuft, um die Supersport-Maschine für die Euro Moto, sowie langfristig gesehen für die Supersport-WM, bereit zu machen. Und dann habe ich noch einen dritten Vertrag mit dem KTM-Marketing Motorsport und fahre in diesem Zusammenhang die MotoGP-Doppelsitzer, mache Show-Events, Video- und Foto-Shootings etc. Da kommt schon einiges zusammen und ich bin mehr beschäftigt als mancher Vollzeitfahrer.»

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Fest steht schon jetzt: Die MotoGP in Le Mans wird nicht Folgers einziges Rennen in dieser Saison sein. Für den dritten Lauf der Euro Moto vom 26. bis 28. Juni in Most ist ein Wildcard-Einsatz mit der Supersport-KTM vorgesehen, weitere sollen folgen. «Wir hatten den Saisonauftakt auf dem Sachsenring anvisiert», erzählte der Bartträger. «Man muss sich immer ein Ziel setzen und darauf hinarbeiten, doch da wir sehr viel zu testen haben, hat das nicht funktioniert. Ich finde das aber nicht schlimm – nicht 100-prozentig sortiert dorthin zu gehen und etwas auf Biegen und Brechen zu machen, wäre ein Krampf geworden. Deshalb ist jetzt die neue Zielsetzung Most, und die ist viel realistischer als damals Sachsenring. Most macht auch deshalb Sinn, weil dort die Supersport-WM fährt und wir so gute Referenzen bekommen.»

Jonas Folger: «Das ändert nichts an meiner Performance»

Aktuell steht Jonas nur ein Testmotorrad zur Verfügung, was er aber nicht als nervliche Belastung empfindet. «Zum Test kommen und viel kaputt machen wäre extrem kontraproduktiv», verdeutlichte er. «Meine Performance ändert sich nicht, oder wird nicht davon beeinflusst, wenn nur ein Bike dasteht. Wir haben ja auch Ersatzteile dabei. Das heißt, dass es nicht so ist, dass wenn wir einen größeren Schaden hätten, ich gar nicht mehr fahren könnte.»

Das Ding kamikazemäßig bewegen bringt das Testteam nicht weiter.

jonas folger

Bereitwillig gab Folger in diesem Zusammenhang Auskunft darüber, wie er die ihm übertragene Aufgabe angeht: «Testen ist ja nicht auf Gedeih und Verderb pushen. Es kommt immer darauf an, was man testet. Das heißt, man muss auch bewusst fahren und nicht nur auf die Rundenzeit schauen. Es geht ums Feedback und ums Daten sammeln für verschiedene Bereiche. Einfach rausfahren und ballern, also das Ding kamikazemäßig bewegen, bringt das Testteam nicht weiter. Du musst das Bike kontrolliert kurz vor dem Limit bewegen. Vielleicht musst du auch mal anders fahren, sprich einen anderen Fahrstil probieren, damit du weißt, wie funktioniert das Teil. Einfach nur rausfahren und gib ihm macht keinen Sinn. Das Limitmanagement ist für einen Testfahrer wichtig. Man muss richtig einschätzen, wann kann ich wie viel geben. Wie viel Risiko ist man bereit zu gehen, dass man Aussagen korrekt treffen kann. Das liegt in meiner Verantwortung. Unterm Strich tut es nichts zur Sache, ob wir ein Bike oder zwei in der Garage stehen haben.»

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