Jack Miller (17.): Yamaha zu langsam – Australien traut sich was!
Für MotoGP-Ass Jack Miller (Yamaha) verlief der erste Buriram-Testtag ernüchternd. Man mache Fortschritte, allerdings gäbe es viele Baustellen. Er bezog auch Stellung zum Phillip-Island-Aus.
Platz 17, eine Sekunde Rückstand zum Tagesschnellsten Alex Marquez (Ducati), die 1:30er-Marke nicht geknackt – nüchtern betrachtet war es kein erfolgreicher MotoGP-Testtag für Jack Miller in Buriram. Immerhin darf er sich schnellster Yamaha-Pilot des ersten Tages nennen. Für den Pramac-Piloten ging es vor allem um Grundlagenarbeit. «Ein ordentlicher Tag. Wir waren sehr beschäftigt», fasste der Australier zusammen. «Wir haben mit verschiedenen Chassis-Varianten gespielt und unterschiedliche Teile ausprobiert. Das Motorrad funktioniert ordentlich.»
Schwierigkeiten bereiten allerdings die ersten beiden Sektoren in Buriram, die von langen Geraden und hohen Geschwindigkeiten geprägt sind. «Die Sektoren 1 und 2 sind im Moment unser Kryptonit.» Besser läuft es in den flüssigeren Streckenabschnitten. «Da bekomme ich das Bike gut zum Einlenken.» In Buriram kommt ein spezieller Reifen zum Einsatz, zu dem sich Miller ebenfalls positiv äußerte.
Yamaha hat mit neuem Konzept weiterhin Topspeed-Nachteile
Während das Chassis in Malaysia Miller nicht überzeugte, sieht er nun Fortschritte. Am zweiten Testtag werden neue Aerodynamik-Teile getestet, von denen Miller keine Wunder erwartet. «Wir werden nicht über Nacht zehn km/h finden – das ist im Moment das, was uns fehlt.»
Auch auf Seiten der Elektronik gibt es Baustellen. «Wir mussten im ersten Training viel mit der Elektronik spielen. Ich bin nicht zufrieden mit der Konstanz von Motorbremse und Traktionskontrolle.» Verglichen mit Sepang sei man aber weitergekommen.
Adelaide statt Phillip Island? Miller findet klare Worte
Beim Thema Rennkalender sorgte Miller für klare Aussagen. Der Abschied von Phillip Island trifft ihn. «Ich bin am Boden zerstört, wenn es vom Kalender verschwindet. Ich fahre seit 15 Jahren Motorradrennen – es ist wahrscheinlich die beste Strecke, die ich je gefahren bin.» Das Projekt in Adelaide stellte er vor wenigen Tagen noch selbst vor. «Auf der anderen Seite finde ich es großartig, dass Australien mutig genug ist, diesen Schritt zu gehen – als erstes Land ein MotoGP-Rennen im Herzen einer Stadt auf die Beine zu stellen. Das ist eine riesige Investition.» Er habe in der Stadt die Begeisterung gespürt. «Die Leute sind total begeistert. Sechs Minuten von der Boxengasse bis zur Hauptstraße. Für die Fans wird das ein unglaubliches Spektakel.»
Stadtkurse haben allerdings einen schwierigen Stand. Jahrzehntelang mied die Dorna (seit kurzem MotoGP Sports Entertainment Group) die Idee, ein MotoGP-Rennen auf öffentlichen Straßen durchzuführen. Als zu groß wurden die Sicherheitsbedenken bewertet. Seit dem Einstieg von Mehrheitsfunktionär Liberty Media wird die MotoGP reformiert. Miller ist sich des Risikos bewusst, verweist aber auf Gefahrenpotenziale bereits bestehender Rennstrecken. «Wenn man sich das Design von Adelaide anschaut – wir haben andere Strecken im Kalender mit deutlich näheren Mauern. Und ich weiß, wie die Australier bauen. Beim Thema Sicherheit sind sie sehr gründlich.»
Pos.
Fahrer
Hersteller
Zeiten
1.
Alex Marquez (E)
Ducati
1:29,262 min
2.
Marc Marquez (E)
Ducati
+0,129 sec
3.
Franco Morbidelli (I)
Ducati
+0,189
4.
Marco Bezzecchi (I)
Aprilia
+0,200
5.
Johann Zarco (F)
Honda
+0,205
6.
Raul Fernandez (E)
Aprilia
+0,224
7.
Joan Mir (E)
Honda
+0,232
8.
Maverick Vinales (E)
KTM
+0,278
9.
Fabio Di Giannantonio (I)
Ducati
+0,381
10.
Francesco Bagnaia (I)
Ducati
+0,416
11.
Brad Binder (ZA)
KTM
+0,495
12.
Luca Marini (I)
Honda
+0,512
13.
Jorge Martin (E)
Aprilia
+0,551
14.
Pedro Acosta (E)
KTM
+0,588
15.
Ai Ogura (J)
Aprilia
+0,690
16.
Enea Bastianini (I)
KTM
+0,891
17.
Jack Miller (AUS)
Yamaha
+1,063
18.
Fabio Quartararo (F)
Yamaha
+1,245
19.
Alex Rins (E)
Yamaha
+1,250
20.
Diogo Moreira (BR)
Honda
+1,691
21.
Toprak Razgatlioglu (TR)
Yamaha
+2,312
22.
Michele Pirro (I)
Ducati
+3,348
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