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BMW steht mit dem Rücken zur Wand: Was nun folgt

Die Konkurrenzfähigkeit von Superbike-Weltmeister Toprak Razgatlioglu beim Saisonstart in Australien war nicht so schlecht, wie es die Ergebnisse vermuten lassen. Doch BMW weiß: Sie müssen nachlegen.

Superbike WM

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Nach den ersten drei Rennen der Superbike-WM 2025 ist Titelverteidiger Toprak Razgatlioglu mit 20 Punkten lediglich auf dem achten Gesamtrang zu finden. Die nackten Zahlen verraten in diesem Fall aber nicht die ganze Geschichte und sagen nur wenig über die Wettbewerbsfähigkeit des Türken auf der neuen BMW M1000RR aus.

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Phillip Island ist jene Strecke im Kalender, auf welcher Toprak seine überragenden Qualitäten auf der Bremse am wenigsten ausspielen kann, dort gibt es nur zwei harte Bremszonen. Acht seiner 143 Podestplätzen eroberte er in Australien, gewonnen hat er dort aber nur einmal: 2020 bei seinem Yamaha-Debüt.

Dass er dem auf Phillip Island überragenden Nicolo Bulega aus dem Ducati-Werksteam im Qualifying lediglich um 0,094 sec unterlag, war eine starke Leistung von Razgatlioglu. Ebenso der zweite Platz im ersten Hauptrennen.

Im Superpole-Race leistete sich der Red-Bull-Athlet mit der Startnummer 1 in der vierten Kurve einen seltenen groben Fahrfehler, verbremste sich im Kampf um Platz 2, pflügte durch den Kies und strandete am Ende des Feldes. Der Weltmeister fuhr nach diesem Schnitzer zwar weiter, kam aber nur als 13. ins Ziel.

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Das warf ihn für das zweite Hauptrennen vom zweiten auf den zehnten Startplatz zurück. Bis zum vorgeschriebenen Boxenstopp konnte sich der 57-fache Laufsieger bis auf den fünften Rang nach vorne kämpfen. Als Toprak den Reifenwechsel absolviert hatte, schied er mit einem technischen Problem an seiner M1000RR aus.

Den Speed für das Podium hatte er auch in den beiden Rennen am Sonntag, der BMW-Star war der Einzige, der dem starken Ducati-Quintett Bulega, Bautista, Iannone, Petrucci und Redding Paroli bieten konnte.

Natürlich hatte sich BMW als Dominator der Weltmeisterschaft 2024 den Saisonstart anders vorgestellt. Razgatlioglus Teamkollege Michael van der Mark zeigte ein gutes erstes Rennen, stürzte aber auf Platz 5 liegend. Am Sonntag konnte der Niederländer lediglich zwei Punkte zusammenklauben und liegt in der WM-Tabelle auf dem tristen 16. Rang.

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"Wir haben mit der Superpole-Zeit von Toprak gezeigt, dass die Performance im Motorrad weiterhin da ist", analysierte BMW-Technikchef Christian Gonschor. "Es ist in diesem Jahr etwas schwieriger, diese auf den Punkt zu bringen. Aber beide Fahrer konnten im ersten Hauptrennen eine starke Performance zeigen. Toprak auf dem Podium war das Highlight des Wochenendes, und Mickey hatte bis zu seinem Crash eine sehr starke Rennpace. Das ist das, was wir mitnehmen. Das Motorrad hat die Performance, und die Dinge, die wir noch in Balance bringen müssen, werden wir zuhause und dann beim Test in Portimao aussortieren."

Bevor die Superbike-WM am letzten März-Wochenende mit dem Europa-Auftakt in Portugal weitergeht, wird Mitte des Monats zwei Tage lang auf der Berg-und-Tal-Strecke im Hinterland von Portimao getestet.

Die wichtigste Aufgabe für BMW: Das neue Homologationsmodell der M1000RR für Razgatlioglu und van der Mark so hinzubekommen, dass es auch ohne den letztjährigen Spezialrahmen ein siegfähiges Paket darstellt.

"Die Woche von Montag bis Sonntag war intensiv", fasste Gonschor die Zeit in Australien im Vier-Augen-Gespräch mit SPEEDWEEK.com zusammen. "Mit einigen Stürzen, die uns aus dem Rhythmus gebracht haben und die dazu führten, dass wir das nicht vollständig erprobte Fahrzeug jeden Tag neu aufbauen, neu lernen und neu konfigurieren mussten. Es gibt noch keine vollständige Konstanz in der Abarbeitung der Themen, ein paar Hausaufgaben sind noch zu tun, um das Bild klarer zu bekommen. Das Glück ist mit den Tüchtigen, also bleiben wir weiterhin tüchtig und werden in Portimao intensiv testen. Um den Schritt zu machen, dass wir für die Rennen dort deutlich besser vorbereitet sind."

"Die Performance, die wir im ersten Hauptrennen von Toprak und Mickey gesehen haben, sind ein Indikator dafür, dass wir weiterhin ein sehr gutes Motorrad haben", hielt der Bochumer fest. "Die positiven Aspekte aus der Superpole und dem Rennen 1 lassen uns mit einer gewissen Sicherheit nach Europa reisen, um dort das Bike mit fleißiger Arbeit dahin zu bringen, wo es war, wo es sein kann und auch wieder sein wird. Europa wird uns aufgrund der Streckencharakteristik, der Temperaturfelder und der Windsituation etwas entgegenkommen. Die Strecken liegen auch dem Fahrer ab und an besser, wir sind für den Rest der Saison weiterhin zuversichtlich und werden bis Portimao den Rückstand aus den Wintertests wettgemacht haben."

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Wird BMW das Motorrad auch ohne den Super-Concession-Rahmen dorthin bringen, wo es im Vorjahr war? Gonschor verspricht: "Wir werden nach jeglicher Regulatorik ein wettbewerbsfähiges Bike am Start haben, dafür ist die Basis der M1000RR ausreichend gut – eindeutig. Die Erfahrungen aus dem WM-Siegermotorrad aus dem letzten Jahr wurden auch in das neue Paket übernommen. Eine Veränderung bietet immer Chancen und Risiken zugleich. Aber selbstverständlich sehen wir Chancen, das Paket zu einer sehr starken Einheit für Mickey und Toprak zu generieren."

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