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Garrett Gerloff glänzte bei der Superbike-WM in Most erneut als bester Nicht-Ducati-Pilot. Zufrieden war der Kawasaki-Star dennoch nicht – der Rückstand auf Ducati frustriert ihn zunehmend.
Garrett Gerloff bestätigte beim Rennsonntag der Superbike-WM in Most seine starke Form der vergangenen Wochen. Nach dem starken Auftritt im Balaton Park war der US-Amerikaner erneut bester Nicht-Ducati-Pilot und beendete den zweiten Lauf auf Rang 5. In der Fahrerwertung verbesserte sich Gerloff damit auf Position 10.
Trotz des starken Ergebnisses fiel die Stimmung des Kawasaki-Piloten nach dem Rennen jedoch zwiegespalten aus. Gerloff musste sich über weite Strecken ein
Das Duell Surra/Gerloff sorgte in einem sonst eher zähen Rennen für gute Unterhaltung. «Ich freue mich, dass euch der Kampf gefallen hat, aber ehrlich gesagt wurde ich dabei frustriert», gab Gerloff offen zu, als er sich am Sonntagabend mit SPEEDWEEK.com und den anderen Medien traf. «Es war ein gutes und sauberes Rennen, ich habe nichts dagegen. Aber ich dachte mir irgendwann nur: Lass mich doch einfach mal ein paar Runden vor dir fahren, dann könnten wir vielleicht weiter nach vorne kommen. Aber so ist Rennsport.»
Besonders eine Szene mit Surra brachte den Amerikaner kurzzeitig in Schwierigkeiten. Ausgangs der Schikane rempelte sich Surra innen vorbei. «Bei diesem Überholmanöver dachte ich nur: Komm schon, Alberto. Er kam im letzten Moment innen rein und plötzlich war da überhaupt kein Platz mehr. Ich musste das Motorrad aufrichten, damit wir nicht stürzen.» Gerloff verlor dabei Schwung und wurde kurz darauf sogar von Alex Lowes überholt. «Zum Glück konnte ich am Ende trotzdem vor der Gruppe ins Ziel kommen.»
Gerloff ist überzeugt, dass mehr möglich gewesen wäre. «Ich hatte definitiv das Gefühl, schneller als Surra zu sein. Aber ich konnte die Position nie halten, weil er direkt wieder zurücküberholte», erklärte der Kawasaki-Pilot. «Ich glaube, wir hätten vielleicht näher an Baldassarri sein können. Aber das werden wir nie erfahren, deshalb bringt es nichts, darüber nachzudenken.»
Der Amerikaner machte zudem deutlich, dass ihn die aktuelle Situation zunehmend frustriert. Zwar sorgt Kawasaki aktuell regelmäßig für positive Überraschungen, doch gegen die 2026er-Ducati hat die ZX-10RR langfristig keine echte Chance. «Ehrlich gesagt sind wir immer noch viel zu weit weg. Wenn du 22 Sekunden Rückstand auf den Sieger hast, dann will ich einfach näher dran sein.»
Auch der Umstand, dass Gerloff die Bimota-Piloten sowie alle Yamahas und Hondas schlagen konnte, änderte wenig an seiner Stimmung. «Natürlich freut es mich. Aber wichtiger ist mir, endlich näher an die Spitze zu kommen. Diese 20 Sekunden Rückstand jedes Wochenende nerven mich wirklich.»
Interessant war dabei die Entwicklung über die Distanz. Mit gebrauchten Reifen konnte Gerloff den Ducati-Piloten teilweise besser folgen als mit frischen Pneus. «Wenn wir alle viel Grip haben, ist der Unterschied größer. Wenn der Grip weniger wird, habe ich eher einen Vorteil», erklärte er. «Deshalb konnte ich sehen: Sobald ich die Position hatte, konnte ich mich etwas absetzen.»
Ein Problem bleibt allerdings die Beschleunigung. Die ZX-10RR neigte in Most vor allem ausgangs der letzten Kurve deutlich stärker zu Wheelies als die Ducati. «Das ist eine Kombination aus vielen Dingen», erklärte Gerloff. «Sobald wir mehr Anti-Wheelie einsetzen, verliere ich noch mehr Zeit. Deshalb suchen wir ständig den Grenzbereich. Die Kawasaki hat definitiv viel Leistung, aber wir kämpfen eher damit, vorwärts statt nach oben zu beschleunigen.»
Beim kommenden Rennwochenende in Aragon will Gerloff seinen Schwung erneut in gute Ergebnisse umwandeln, doch der GP-Kurs sollte den Ducatis noch stärker in die Karten spielen. «Für uns wäre es schön, erneut um die Top-6 kämpfen zu können», sagte Gerloff. Hoffnung macht ihm vor allem der bevorstehende Test in Misano. «Vielleicht finden wir dort noch etwas und machen einen weiteren Schritt», so der Texaner.
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