Für Platz 6: Danilo Petrucci (33) schrie vor Schmerz
Zwei Monate nach einem schweren Sturz gab Danilo Petrucci beim Superbike-Wochenende in Misano ein schmerzhaftes Comeback. Der Ducati-Pilot zeigte einen unglaublichen Willen und wurde mit Top-10-Resultaten belohnt.
Stellen Sie sich vor, Sie erleiden einen komplizierten Kieferbruch und zusätzlich ein gebrochenes rechtes Schulterblatt und Schlüsselbein. Normale Arbeitnehmer wären vermutlich mindestens drei Monate krankgeschrieben. Dann gibt es einen Danilo Petrucci, der zwei Monate nach diesen Verletzungen in Misano auf seine Barni-Ducati steigt und Unfassbares leistet.
Bereits am Samstag begeisterte der Italiener die Fanmassen, indem er sich durch den ersten Superbike-Lauf quälte und Neunter wurde – dabei war er selbst unsicher, ob er das Rennen über 21 Runden zu Ende fahren kann!
Vor dem Sprint am Sonntag dachte der 33-Jährige daran, aufzugeben. "Ich fuhr aus der Box und spürte einen starken Schmerz in der Schulter. Ich sagte zu mir, dass ich heute aufhören würde, wenn es zu arg werden würde. Meinem Team konnte ich nicht garantieren, es bis zum Rennende durchzuhalten."
Petrucci beendete die Sprintdistanz von zehn Runden. Wohl war ihm dabei zu keiner Zeit. "Ich war sehr nervös. Im Superpole-Race fahren alle, als ginge es um ihr Leben. Ich hatte in der ersten Runde viele Kontakte und war nur auf Platz 16. Dann stürzten einige und plötzlich war ich Neunter."
Dies ermöglichte dem Ducati-Piloten, das zweite Rennen aus der dritten Startreihe in Angriff zu nehmen. "Nach den ersten Runden und einem guten Start versuchte ich meine Pace zu halten. Ich habe versucht, das Bike beim Bremsen gerade zu halten. Nach der Hälfte des Rennens war ich ziemlich müde. Ich dachte, irgendjemand wird mich überholen, doch ich sah am Pit-Board, dass ich den Vorsprung auf den hinter mir fahrenden Piloten konstant hielt."
Im späteren Rennverlauf gelang es ihm sogar, auf Kawasaki-Werksfahrer Axel Bassani Zeit aufzuholen. "Ich verlor immer öfter die Front. In den letzten fünf Runden sah ich, dass Bassani Probleme hatte. Da legte sich ein Schalter bei mir im Kopf um. Ich habe die letzten Runden im vierten Sektor vor Schmerzen geschrien. Es fühlte sich an, als ob mir jemand den Arm innerlich brechen würde." Dem Barni-Piloten gelang es, Bassani zu überholen, welcher Petrucci später als Held des Wochenendes bezeichnete.
Mit Platz 6 im zweiten Rennen holte ‹Petrux› ein beachtliches Resultat angesichts seiner körperlichen Verfassung. "Es ist nichts gebrochen, aber ich kann den Arm nicht mehr heben. Der Unfall ist erst zwei Monate her. Ich lag lange im Krankenhaus und konnte kein Motorrad fahren. Ich fühlte mich von Tag zu Tag besser mit meiner Therapie." Diese wird er nun fortsetzen und hofft, in vier Wochen beim fünften Saisonevent in Donington Park in einer besseren Verfassung zu sein.
Zwar holte Toprak Razgatlioglu mit drei Siegen sportlich gesehen das optimale Ergebnis, man kann Bassani aber beistimmen, dass der wahre Held des Superbike-Wochenendes in Misano Danilo Petrucci war. Der tapfere Italiener liegt mit 65 Punkten auf dem neunten WM-Rang.
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