Trackhouse-Pilot Ai Ogura (8.) selbstkritisch: «Ein total dummes Manöver!»
Ai Ogura (Aprilia) räumte in der letzten Kurve im MotoGP-Grand-Prix in Barcelona Pedro Acosta (KTM) ab. Der Japaner wurde dafür bestraft und entschuldigte sich beim Spanier. Er schämte sich dafür.
Nachdem Ai Ogura in Le Mans sein erstes MotoGP-Podest holte, erlebte er in Barcelona ein schwieriges Rennwochenende. Im Qualifying reichte es nur für Startplatz 18, im Sprintrennen zeigte er dann aber eine starke Leistung, und er konnte sich bis auf Platz 8 vorarbeiten.
Im Grand Prix am Sonntag lag Ogura bis zum Crash von Alex Marquez in der zwölften Runde auf Platz 11. Beim ersten Neustart ging der Trackhouse-Pilot von Position 11 ins Rennen. Weil Johann Zarco beim zweiten Neustart fehlte, hatte er beim Rennen über 12 Runden nur noch neun Fahrer vor sich. Der Japaner erwischte mit seiner RS-GP einen soliden Start, nach dem Zusammenstoß seiner Markenkollegen Jorge Martin und Raul Fernandez wurde Ogura auf Position 6 nach vorne gespült.
Danach wurde Ogura in der zweiten Runde von Fermin Aldeguer (Gresini Ducati) überholt. In den letzten Runden schnappte sich der Aprilia-Pilot Fabio Quartararo (Yamaha) und Pecco Bagnaia (Ducati). In der letzten Runde hatte Ogura auf Position 5 liegend nur noch Pedro Acosta vor sich. In der letzten Kurve wollte er sich am KTM-Piloten innen vorbeiquetschen, doch das Manöver misslang – Acosta landete im Kiesbett. Ogura fuhr dann zwar als Vierter über die Ziellinie, doch er bekam nachträglich eine Long-lap-Strafe aufgebrummt. Da er diese natürlich nicht mehr absolvieren konnte, wurde sie in eine 3-Sekunden-Strafe umgewandelt. Am Ende fand sich Ai Ogura auf Position 8 wieder.
Direkt nach dem Rennen lief Ogura in die KTM-Box, um sich für das Manöver gegen Acosta zu entschuldigen. «Gleich nach dem Rennen bin ich zu seiner Box gegangen. Pedro war nicht da, also bin ich zu seinem Wohnmobil gegangen. Wir haben uns darüber unterhalten, was passiert ist. Ihm ging es gut, und ich habe mich einfach bei ihm entschuldigt», erzählte ein niedergeschlagener Ai Ogura. «Das ist einfach so peinlich. Ein total dummes Manöver.»
Ai Ogura: «In so einem Moment kann man nicht viel machen – man fährt einfach geradeaus!»
Was ist aus seiner Sicht in der letzten Kurve genau passiert? «Ich dachte, ich würde es schaffen, aber es kam anders, als ich erwartet hatte. Ich bin fast direkt auf Pedro zugefahren und habe ihn aus dem Rennen geworfen», schilderte der 25-Jährige die Situation. «Sobald ich gebremst habe, ist mein Heck ins Rutschen gekommen. Eigentlich wollte ich einfach meine Linie fahren und an Pedro vorbeiziehen, aber mein Motorrad hat sich so verhalten, und in so einem Moment kann man nicht viel machen – man fährt einfach geradeaus.»
Wie schwer und wie brutal war es für Ogura, dreimal an den Start zu gehen, derartige Stürze mitanzusehen und zu wissen, dass man weiterfahren muss? «Wenn sie uns grünes Licht geben, müssen wir loslegen. Es ist zwar nicht schön, alle stürzen zu sehen, aber was soll man machen», zuckte er mit den Schultern.
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach