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Kawasaki baut für 2020 limitierte, teure Anti-Ducati

Seit Jahren baut Kawasaki limitierte, spezielle Motorräder für die Superbike-WM und geht damit einen anderen Weg als Ducati mit seinen R-Modellen. «Wir sind nicht so extrem», verdeutlicht SBK-Berater Ichiro Yoda.

Superbike WM

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Ducati wird von den Gegnern vorgeworfen, mit der Panigale V4R eine verkappte MotoGP-Maschine für die Superbike-WM gebaut zu haben. Dabei entspricht das 40.000 Euro teure Edelbike in jedem Bereich dem Reglement und das R-Modell wird in so großer Stückzahl gebaut, wie es Nachfrage gibt: Im ersten Halbjahr 2019 wurden deutlich über 1000 Stück abgesetzt. Dabei müssen für eine Homologation in der Superbike-WM lediglich 500 Motorräder über zwei Jahre produziert werden.

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Kawasaki baut seit Jahren sogenannte "Homologation Specials" – ein auf 500 Stück limitiertes, spezielles Basismotorrad für die seriennahe Weltmeisterschaft. Aktuell ist das die ZX-10RR.

Seit Mitte April wissen wir, dass Kawasaki für 2020 ein neues Motorrad bringen wird, um technisch auf den Stand der Ducati V4R zu kommen, die in Serie 16.500/min hoch dreht.

"Für Kawasaki ist es einfach, 500 solche Motorräder zu bauen", unterstrich Kawasaki-Berater Ichiro Yoda im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. "Wir haben aus der MotoGP-WM viel Erfahrung mit leistungsstarken Vierzylindermotoren und sind nicht in der Meisterschaft, nur um dabei zu sein. Es sieht so aus, als würde das Management einem solchen Bike zustimmen."

Yoda ist offiziell pensioniert, kümmert sich aber weiterhin um das SBK-Engagement von Kawasaki. In seiner Position kann er zwar keine Entscheidungen der höchsten Managementebene verlautbaren, er ist aber in die Entscheidungsprozesse eingebunden und bestens informiert.

"RR ist die korrekte Bezeichnung für dieses Projekt – vielleicht gibt es auch eine RRR", grinste der Japaner. "Ein sehr spezielles Motorrad in limitierter Auflage." Dessen Verkaufspreis nahe der maximal erlaubten 40.000 Euro liegen wird.

Weshalb will Kawasaki ein solches Motorrad nicht in größtmöglicher Menge absetzen? "Wegen des Risikos", erklärte Yoda. "Ducati hat ein extremeres Image – Kawasaki ist mehr Gentleman. Wir sind nicht so extrem, Kawasaki ist typisch japanisch. Zwischen italienischem und japanischem Stil gibt es einen großen Unterschied."

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Dann ging er auf die Technik ein. "Im vierten, fünften und sechsten Gang haben wir momentan einen großen Nachteil", verdeutlichte Yoda. "Wir haben einen der besten Fahrer, aber er kann das nicht kompensieren. Wir wollen auch nicht, dass er immer alles riskieren muss. Deshalb brauchen wir ein Motorrad, mit dem wir auf den Geraden konkurrenzfähig sind. Eventuelle Nachteile in anderen Bereichen kann er ausgleichen."

Jonathan Rea hat seit 2015 die Weltmeisterschaft viermal in Folge für Kawasaki gewonnen, in den Jahren zuvor konnte er bei Honda zwar jedes Jahr mindestens ein Rennen gewinnen, kam in der Gesamtwertung aber nie über Rang 3 hinaus.

"Seine Motivation ist trotz der Nachteile dieses Jahr sehr hoch", unterstreicht Yoda. "So lange er motiviert ist, wollen wir ihn unterstützen. Deshalb hoffe ich, dass Kawasaki schon bald das neue Motorrad offiziell bestätigt."

Der Japaner anerkennt auch die Klasse von WM-Leader Alvaro Bautista, der 14 der bislang 19 Rennen gewann und außerdem zweimal in Führung liegend stürzte. Ohne ihn hätte Ducati mit der V4R bis heute keinen Sieg errungen. "Vielleicht könnte er auch auf unserer Maschine gewinnen", grübelte Yoda. "Ich habe ihn mir im Fernsehen und an der Strecke angesehen, er ist sehr gut – ein MotoGP-Fahrer. Er ist auf dem gleichen Level wie Jonathan. Nur kann Jonathan den Nachteil nicht kompensieren, den er auf den Geraden hat. Jonathan und Alvaro sind wie MotoGP-Fahrer."

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