Längst nicht mehr zweitklassig: Supersport-WM umkämpft wie die Moto2
Die heutige Supersport-WM braucht den Vergleich mit der Moto2 nicht mehr zu scheuen. Die Rennen sind umkämpft und die Rundenzeiten sind auf einem hohen Niveau.
Galt die mittlere Kategorie der seriennahen Weltmeisterschaft lange als zweitklassig, hat sich das in den vergangenen Jahren massiv geändert. Der Wechsel von Moto2-Piloten sowie die Einführung der Next-Generation-Motorräder haben diesen Prozess beschleunigt.
Diese Entwicklung beobachtete auch der etablierte Teamchef Andrea Quadranti. Der Tessiner organisierte zwischen 2014 und 2018 den Werksauftritt von MV Agusta in der Superbike-WM und in der Supersport-Kategorie bis 2025. Seit diesem Jahr ist Quadranti mit Yamaha verbunden und führt mit seinem Aushängeschild Albert Arenas die Gesamtwertung der Supersport-WM an.
«Das Niveau der Supersport-Klasse steigt schon seit ein paar Jahren und 2026 ist unglaublich. Vor ein paar Jahren fuhren nur die Top-5 innerhalb einer Sekunde, jetzt ist es eng wie in der Moto2», stellte der Schweizer im Gespräch mit SPEEDWEEK.com-Chefredakteur Ivo Schützbach fest. «Auch Arenas bekam zu spüren, dass man auch als erfahrener Moto2-Pilot in der Supersport-WM nicht jedes Rennen mit mehreren Sekunden Vorsprung gewinnen kann.»
Die Motorräder der Supersport-Kategorie reichen von einem klassischen 600-ccm-Vierzylinder bis zwei Drei- und Zweizylinder-Motoren mit über 900 ccm. Die Yamaha R9 ist das aktuelle Weltmeistermotorrad. Ein komplexes Balancesystem sorgt für Chancengleichheit.
«Das fahrerische Level ist hoch, aber auch die Bikes», weiß Quadranti. «Wobei ich mit dem Balancesystem ein Problem habe. Wenn ich meinen Yamaha-Hut absetze und objektiv von außen schaue, sehe ich Dinge, die so nicht sein dürften.»
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