Leichtgewicht Álvaro Bautista (Ducati) fordert ein Ende der Diskriminierung
Seit der Einführung des kombinierten Gewichts in der Superbike-WM wettert Álvaro Bautista gegen diese Regel, weil nur er davon betroffen ist. Seine Kritik trägt der Ducati-Privatier offen zur Schau.
Als Álvaro Bautista die Superbike-WM 2022 und 2023 mit 16 und 27 Siegen gewann, machten manche seiner Gegner das geringe Körpergewicht des Spaniers als eine Ursache aus, denn die Ducati V4R des mittlerweile 41-Jährigen beschleunigte sichtlich besser als die der Konkurrenz. Die FIM reagierte mit der Einführung eines kombinierten Mindestgewichts, wodurch Bautista sieben Kilogramm an seinem Motorrad als Ballast zusätzlich beschleunigen und verzögern muss.
Die Regel wirkt: Seitdem hat der zweifache Superbike-Weltmeister nur noch vier seiner insgesamt 63 Siege eingefahren!
«Es ist unmöglich, damit klarzukommen. Sieben Kilogramm lassen sich nicht wegdiskutieren», ereiferte sich Bautista im Gespräch mit SPEEDWEEK.com-Chefredakteur Ivo Schützbach. «Selbst wenn ich ein Rennen gewinnen würde, wäre es so, dass ich ohne dieses zusätzliche Gewicht besser sein würde. Das ist Physik. Wenn ein Motorrad schwerer ist, lässt es sich auch schwerer kontrollieren und das macht es schwieriger. Weil ich mehr Meter benötige, um das Bike zu verzögern, ist es im Falle eines Sturzes auch gefährlicher. Und nicht nur für mich, sondern auch für die Marshalls und alle, die hinter den Absperrungen sind. In den kritischen Zonen sollte man sich dort wirklich nicht mehr hinstellen. Es ist nicht sicher und auch nicht fair – alle Fahrer stimmen mir zu.»
Nachdem Bautista 2025 mit 21 Top-3-Ergebnissen zwar WM-Dritter wurde, verlor er seinen Platz im Aruba.it Ducati Werksteam an Iker Lecuona und startet in diesem Jahr für das Kundenteam Barni Racing. Dort steht er jedoch als WM-Achter im Schatten seines Teamkollegen Yari Montella, der nach dem siebten Saisonmeeting Gesamtdritter ist.
Vielleicht sollte man Nicolò einbremsen?Alvaro Bautista
Seltsam: Obwohl Nicolò Bulega in diesem Jahr jedes einzelne der bisher 21 Rennen gewann, fordert niemand eine Einbremsung des Italieners. Auch das bestärkt Bautista in seiner Meinung.
«Ich weiß nicht, warum man diese Regel implementiert, zumal die Regel nicht funktioniert. Ducati gewinnt weiter, weil es das Motorrad ist. Wenn man sie abschaffen würde, wäre das Ergebnis wohl dasselbe, nur die Reihenfolge der Fahrer wäre anders», betonte der Haudegen. «Die anderen Hersteller müssen ihre Bikes besser machen, weil ich nicht der einzige Ducati-Pilot bin. Man sollte die Regeln auf die Hersteller beschränken und nicht auf die Fahrer. Es ist etwas anderes, ob man an einem Schreibtisch sitzt und die Regeln schreibt, oder auf einem Motorrad im Positionskampf und bei 300 km/h damit umgehen muss. Ich bleibe dabei: Sieben Kilogramm Ballast sind mit einem Superbike gefährlich.»
Bautista weiter: «Und wenn man auch Nicolò sieben Kilogramm am Motorrad montieren würde, wäre die Auswirkung anders. Er ist größer, schwerer und kann mit seinem Körper anders darauf reagieren, während ich mit meiner Größe limitiert bin. Es ist also das Gewicht in Kombination meiner Möglichkeit, dieses Gewicht mit dem Körper ausgleichen zu können. Jetzt, wo Nicolò alles gewinnt, sollte man ihn vielleicht einbremsen!?»
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