Nicolò Bulega (Ducati) krank: «Platz 2 wie ein Sieg»
Obwohl Nicolò Bulega den Sieg im zweiten Superbike-Lauf in Portimão nur knapp verpasste, ärgert sich der Ducati-Werkspilot nicht sonderlich darüber. Die Niederlage gegen BMW-Star Toprak Razgatlioglu hat positive Aspekte.
Zum vierten Mal in Folge gewann Toprak Razgatlioglu an einem Superbike-Wochenende alle drei Rennen. Seit dem zweiten Lauf in Assen ist der BMW-Pilot unbesiegt und hat somit nach Portimão 13 Siege in Folge errungen – Rekord!
Aber auf der portugiesischen Piste musste der 27-Jährige sein ganzes Können in die Waagschale werfen und war im zweiten Lauf der Niederlage so nah wie lange nicht mehr. Denn in den letzten Runden stand Razgatlioglu gehörig unter Druck von Ducati-Werkspilot Nicolò Bulega. Dabei war der Superbike-Rookie beim siebten Saisonmeeting alles andere als fit und reiste mit Fieber an.
"Jetzt gehe ich direkt ins Bett – das war an diesem Wochenende immer so. Ich bin komplett erledigt und werde das jetzt den dritten Tag in Folge wieder machen", sagte der Italiener in kleiner Journalistenrunde. "Leider habe ich mir auf dem Flug nach Portugal eine Erkältung eingefangen und hatte Fieber – es war zu kalt im Flugzeug. Portimão war daher für mich ein anstrengendes Meeting und sicher eines der schwierigsten meiner Karriere."
Wie sich der WM-Zweite das Rennen einteilte, um am Ende in Schlagdistanz zum Seriensieger zu sein, war bemerkenswert. Auf dem Zielstrich fehlten Bulega nur 0,035 sec, um die Siegesserie des Türken zu beenden.
"In den ersten beiden Sektoren war Toprak etwas schneller, im dritten Sektor hatte aber ich einen Vorteil", schilderte der Supersport-Weltmeister. "In den letzten drei Runden war ich schon fix und fertig und saß nur noch wie benommen auf dem Motorrad. Nicht ich habe das Bike gefahren, sondern das Motorrad mich. Aber in der letzten Kurve versuchte ich meine Karten auszuspielen, denn nur dort war ich wesentlich besser. Leider reichte es nicht. Trotzdem bin ich zufrieden. Ein zweiter Platz an einem solchen Wochenende ist fast wie ein Sieg."
Eine Erkenntnis, die Bulega aus dem zweiten Portimão-Lauf mitnimmt: Razgatlioglu ist nicht unschlagbar.
"Ich bin nicht 100 Prozent fit und trotzdem fehlte mir nicht viel auf Toprak. Die Chance war da, ihn zu besiegen, obwohl er wie immer sehr stark war", argumentierte der Ducati-Pilot. "Bei mir begann das Wochenende dagegen wegen technischer Schwierigkeiten erst mit dem zweiten Training – für einen Rookie ist das nicht einfach. Wenn man eine komplette Session verpasst, kann man das kaum aufholen. Eigentlich benötigt man als Rookie ein Training zusätzlich."
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