Verregnete Wintertests in Europa: Nutzlose Tage, rausgeschmissenes Geld
Jedes Jahr fragen sich Fahrer und Teams der Superbike-WM bei den Wintertests im Januar in Spanien und Portugal wegen des schlechten Wetters: Was machen wir hier? In Übersee testen wäre kaum teurer.
Für gewöhnlich setzen die Teams der Superbike-WM zwischen dem Saisonende im Oktober und dem Auftakt der Folgesaison im Februar acht bis zehn Testtage an. Diesen Winter waren das zwei Ende Oktober in Jerez und weitere zwei auf gleicher Piste Ende November. Am 21./22. Januar steht erneut Jerez auf dem Plan und am 28./29. Januar Portimao. Der letzte Vorsaisontest ist am 16./17. Februar auf Phillip Island in Südaustralien, wo am folgenden Wochenende auch die Weltmeisterschaft 2026 beginnt.
Während das Wetter im Oktober und November im Süden der iberischen Halbinsel oft schön und es zuweilen sogar noch angenehm warm ist, präsentiert sich uns der Januar dort meist kühl und regnerisch. «Seit 2021 war es in Jerez beim Januar-Test nicht einmal trocken», verdeutlichte Elia Ramello vom Ducati-Privatteam Go Eleven. «Es wäre viel gescheiter, wenn wir auf dem Weg nach Australien in Katar oder Malaysia testen würden. Aber dagegen haben sich die Werke bislang immer gesträubt.»
Erstmals wurde der Superbike-WM 2021 ein Testlimit ins Reglement geschrieben. Maximal zehn Tage dürfen fixe Teams ohne Zugeständnisse seither mit ihren Stammfahrern testen, davon ausgenommen sind offizielle Tests wie der vor dem WM-Beginn in Australien.
Die Bestrebung war, so die Kosten zu senken. Dass dieser Passus nicht zu Ende gedacht ist, wurde schnell offensichtlich. Denn wenn das Wetter nicht mitspielt, reisen Teams vergebens an eine Rennstrecke, weil ein Test bei Regen kaum Informationen liefert. Da hilft es wenig, dass später auch halbe Testtage erlaubt wurden.
Es kam schon vor, etwa 2025, dass die Teams im Januar in Jerez und Portimao keinen trockenen Testtag hatten und die Erkenntnisse damit nahe null waren. Sämtliche Mannschaften saßen mindestens zehn Tage herum und brauchten Geld für Hotels, Mietwagen und Verpflegung. Viele Teammitglieder sind selbstständig und rechnen ihre Arbeit tageweise ab. «Würden wir nach Katar oder Malaysia zum Testen gehen, käme das nicht teurer», rechnen Verantwortliche bei Ducati und BMW vor. «In Katar regnet es sehr selten und die Temperaturen wären höher.»
Nach jetzigem Reglement muss sich ein Hersteller für einen Kontinent entscheiden, auf dem er testen will. Da sämtliche Teams in Süd- oder Mitteleuropa ansässig sind, auch die Werkstruppen der japanischen Marken, fiel die Wahl in sämtlichen Fällen auf Europa. Um die Ausgaben für Tests im Januar sinnvoller einzusetzen, müssen die Regeln angepasst werden, so die Forderung zahlreicher Teams.
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