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Anthony West: 36 Jahre und kein Zuhause

Das Jahr 2017 wird Anthony West wohl so schnell nicht vergessen. In sieben verschiedenen Meisterschaften ging er an den Start. Sein großes Ziel, ein Stammplatz für die Superbike-WM 2018, entglitt ihm aber.

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Man möchte schon fast meinen, dass Anthony West der australische Surferboy der Motorradszene ist. Mit kaum privatem Hab und Gut, tingelte er auch 2017 von Meisterschaft zu Meisterschaft. Nicht selten erfuhr er erst Tage zuvor, ob und wo sich eine Chance auf einen Renneinsatz ergab. In ganzen sieben verschiedenen offiziellen Meisterschaften lenkte er alleine im abgelaufenen Jahr Bikes diverser Hersteller. Dabei begann das Jahr für den 36-Jährigen aus Maryborough mit einem vielversprechenden Podestplatz in der Supersport-WM.

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Nachdem West 2017 nur für die Asian Road Racing Meisterschaft einen Stammplatz ergattern konnte, trat er kurzerhand bei seinem Heimrennen auf Phillip Island mit einer Wildcard als privates Team in der Supersport-WM an. Nach einigen technischen Defekten (zwei Motorschäden) an seiner Yamaha R6 in den Trainings, katapultierte sich West im Rennen von Starplatz 21 auf den dritten Rang. Freunde dienten als Mechaniker und Gehilfen, er selbst trat als Fahrer und Teamchef in einer Person auf. Der Erfolg gab ihm Recht und es sprangen einige kleine Sponsoren ein. Doch schon den nächsten Event in Thailand musste er sausen lassen, da ihm das Geld für den Transport und Reifen fehlte. Er selbst war hingegen an der Strecke in Buriram – einerseits um Kontakte zu knüpfen, andererseits kurzfristig für einen ausgefallenen Piloten einzuspringen. So tickt West nun eben mal.

Mithilfe der Unterstützung des niederländischen EAB Teams und Yamaha Europe, konnte West an den Europa-Rennen der Supersport-WM in Aragón, Assen, Imola, Donington, Misano und Lausitzring an den Start gehen. In jedem dieser Rennen fuhr er in die Punkteränge. Ein Podestplatz war ihm allerdings nicht mehr vergönnt. So stand mit Rang 7 in Donington vorerst sein nächstbestes Resultat zu Buche. In Aragón konnte West das Rennen nicht starten, da bereits in der Superpole der mehrfach reparierte Motor vom Australien-Rennen endgültig den Geist aufgab.

Obwohl seine Ergebnisse in der Supersport-WM unter den Erwartungen blieben, erhielt West schon beim nächsten Meeting in Portimao die Chance in der Superbike-WM. Da sich Randy Krummenacher verletzte, durfte West die Kawasaki ZX-10RR im Team von Puccetti Racing pilotieren. Mit den Plätzen 13 und 8 zeigte West ordentliche Leistungen und durfte auch die nächsten Rennen in Magny-Cours fahren. Im ersten Rennen blieb er mit Rang 18 außerhalb der Punkte. Mit Rang 14 im zweiten Rennen sammelte er zwar zwei Punkte, überzeugen konnte er allerdings nicht.

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Daraufhin setzte Teamchef Manuel Puccetti Ex-Weltmeister Sylvain Guintoli auf die 1000ccm-Kawasaki. West durfte für das gleiche Team aber die beiden ausstehenden Rennen in Jerez und Doha in der Supersport-WM fahren. Mit einem Podestplatz (Rang 3) in Jerez und Rang 5 in Doha sammelte West nochmal ordentlich Punkte in der Supersport-WM. Mit 73 Punkten belegte der damit schlussendlich den achten Gesamtrang in dieser Klasse.

Abseits der beiden Weltmeisterschaften fuhr West im Jahr 2017 auch noch in vielen anderen Meisterschaften. Darunter fallen die Asian Road Racing- und italienische Supersport-Meisterschaft, aber auch MotoAmerica Superbike.

Sein wohl exklusivstes Abenteuer erlebte er im September, als er auf Einladung von Yakhnich Motorsports eine Aprilia RSV4 in der russischen Meisterschaft pilotierte. Nachdem er sich den zweiten Startplatz sichern konnte, führte er das Rennen auch einige Runden an, bevor ihm der Motor wegen Defekts ausging.

Beeindrucken konnte West auch beim 8-Stunden-Rennen von Suzuka im August: Er stellte in der Klasse Superstock einen neuen Rundenrekord im Rennen auf. Im Gesamtklassement landete das Team von Akeno Speed allerdings nach einem Sturz in Führung liegend im geschlagenen Feld.

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Mit dem Vagabundenleben des 36-Jährigen könnte es 2018 vorerst vorbei sein. Denn für das kommende Jahr setzt West eine Werks-Kawasaki ZX-6R von Puccetti ein, tritt allerdings mit eigenem Team in der Supersport-WM an. Die Chance von Puccetti Racing in der Superbike-WM konnte er nicht nutzen.

Der Australier musste die letzten Jahre in Hotels, bei Freunden oder im Auto nächtigen, da er schon mehr als zwei Jahre keine fixe Unterkunft besitzt. Im November stellte er auch seine Yamaha-Race-Bikes zum Verkauf, genau wie seine beiden Supermoto-Bikes. Ob er das Geld für seine Motorsport-Karriere einsetzt oder in eine ordentliche Unterkunft investiert, bleibt ein Geheimnis.

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