Philipp Öttl: «Konnte nicht mal in der Küche stehen»
Die ersten Rennen der Supersport-WM 2025 hat Philipp Öttl verletzungsbedingt verpasst, die vergangenen fünf Wochen mühte er sich, um wieder fit zu werden. In Portimao holte er seine ersten WM-Punkte dieser Saison.
2020 und 2021 startete Philipp Öttl in der Supersport-WM und eroberte auf Kawasaki die Gesamtränge 3 und 5 sowie elf Podestplätze. Nach drei Jahren bei den Superbikes kehrte der Bayer in die mittlere Hubraumkategorie zurück und zählte nach starken Leistungen während der Wintertests zum Favoritenkreis. Mit dem Team Feel Racing Ducati hat er eine starke Mannschaft hinter sich, die Italiener gewannen in den vergangenen zwei Saisons mit Adrian Huertas und Nicolo Bulega den Titel.
Am 18. Februar änderte sich alles, Öttl stürzte bei den finalen Vorsaisontests in Australien und zog sich einen Riss im vorderen Kreuzband des linken Knies zu. In den fünf Wochen seither kämpfte der 28-Jährige um seine Fitness und bestreitet an diesem Wochenende beim Europa-Auftakt in Portugal seine ersten Rennen.
Im ersten Lauf am Samstagnachmittag sah Öttl als Elfter die Zielflagge, gute 14 sec hinter Sieger Can Öncü auf einer neuen Yamaha R9. "Das war auf jeden Fall eines meiner härteren Rennen", erzählte Philipp im persönlichen Gespräch mit SPEEDWEEK.com. "Das Knie tut weh, wenn ich meinen Fuß auf der Raste in Linkskurven zurückziehe, irgendwann geht es dann nicht mehr so gut. Mit der Pace bin ich nicht so unzufrieden, im letzten Sektor verlieren wir aber viel. Ich fühle mich nicht so schlecht – ich kenne die Umstände und weiß das Resultat einzuordnen. Ich konnte zeitweise um Platz 5 kämpfen, das ist in meiner Situation nicht so schlecht. Ich konnte fünf Wochen lang nicht gescheit trainieren und letzte Woche hat es mich beim Training noch mal gescheit runtergehauen, da ging wieder Vertrauen verloren. Gut war zu sehen, dass wir einigermaßen dabei sind. Ich komme immer besser rein, aber es fehlt körperlich und die Rennerfahrung von Australien. Die 17 Runden haben meinem Bein sicher nicht gutgetan."
Marcel Schrötter brachte die beste Ducati auf Platz 6 ins Ziel, die Weltmeistermaschine ist mit der momentanen Balance-Regel nicht mehr das Maß der Dinge. "Darauf schaue ich gar nicht, ich muss mich auf mich konzentrieren", betonte Öttl. "Ich muss in jeder Session besser werden und gute Rückmeldungen geben. Ich kann es mir nicht erlauben, mich auch nur eine Sekunde auf die anderen zu konzentrieren. Immerhin haben wir jetzt mal ein paar Punkte gesammelt, der Start war nicht so schlecht, ich bin froh, dass ich das Rennen einigermaßen durchgestanden habe. Ich weiß, was die letzten fünf Wochen war – ich konnte nicht mal in der Küche stehen. Wir haben gut gearbeitet und es so gut wie möglich gemacht."
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