Herzlichen Glückwunsch: Peter Oberndorfer wird 70
Er gehörte zu den wildesten R5 Cup-Piloten, landete dann in der DTM und machte danach als Manager bei Audi Karriere. Am 4. Juli 2026 vollendet der Münchner sein 70. Lebensjahr.
Peter «Obi» Oberndorfer startete seine Rennfahrer-Laufbahn gemeinsam mit seinem Münchner Gaudi-Kumpel Christian Danner 1977 im wilden Renault 5-Cup. Während Danner von Anfang an eine Formel-Karriere im Visier hatte, konnte Obi den offenen Autos nichts abgewinnen und zog die Zukunft im Tourenwagen vor.
Nach atemberaubenden Schlachten im R5-Turbo-Europa-Cup, wo er sich gegen Raufbolde wie Jan Lammers, Jean Ragnotti, Hans Heyer oder Dany Snobeck durchsetzen musste, ging’s im Eiltempo weiter. DTM für Helmut Markos RSM-Team mit Alfa GTV6 und Mercedes 190E, Wechsel zu BMW-Alpina, danach Opel-Werkspilot im Kadett GSi und Omega.
Zu Obis wertvollsten Erfolgen aus dieser Zeit gehört der Gesamtsieg beim 24 Stunden-Rennen am Nürburgring 1984 im BMW 635 CSi-Coupe. Als größtes Ärgernis empfand er die Tatsache, «dass ich 1979 im deutschen Renault 5-Cup nicht Meister geworden bin, obwohl die Chance dazu da war.» Das ist allerdings sehr vornehm umschrieben, denn die R5-Eskapaden der Herren Oberndorfer und Danner gehören zu den ganz großen Lachschlagern der Cup-Geschichte.
Erst mit Opels DTM-Rückzug Ende 1991 verabschiedete sich Oberndorfer aus dem Profi-Sport, um als selbstständiger Auto-Tester zu arbeiten. Bei «Auto Bild» und «Auto Zeitung» leitete er phasenweise das Test-Ressort, zwischendurch klemmte er sich aber immer wieder mal hobbymäßig hinters Lenkrad.
«Ich glaube, ich habe damals nur ganz wenige Starts beim 24 Stunden-Rennen ausgelassen», sagt der Nordschleifen-Fan rückblickend stolz. Als bisher «bemerkenswertestes Auto, das ich jemals bewegt habe», bezeichnet Obi den Raeder-Lamborghini. «Das Teil war ein echtes Erlebnis, vor allem auf der Nordschleife.»
Ab 2002 wurde Ex-Rennfahrer Oberndorfer Mitarbeiter der Audi AG in Ingolstadt. Zuerst im Ressort Produktpresse und Motorsport, danach als Leiter der Technik-kommunikation. Täglich spulte er die gut 100 Autobahn-Kilometer zwischen seinem Wohnort Starnberg und Ingolstadt morgens wie abends ab. Apropos Wohnort: In Starnberg gehören auch seine alten Renn-Kumpel Danner und Prinz Poldi zur erweiterten Nachbarschaft.
Und die drei hatten 2023 sogar nochmals ein gemeinsames Renn- und Fahrerlebnis in jenem BMW M1, mit dem sie mit der berühmten «Münchner Wirtshaus-Lackierung» schon 42 Jahre zuvor als Trio bei den 24 Stunden von Le Mans in der Startaufstellung standen. An dem Einsatz hatten sich seinerzeit auch Münchner Gastwirte beteiligt. Anlässlich des 100. Jubiläums des französischen Langstrecken-Klassikers schickte BMW das Kult-Auto samt Original-Fahrerbesetzung zur Le Mans-Classic. «Das war eine so schöne Erinnerung und wir drei haben die Zeitreise auch ausführlich genossen», so Obi.
Überhaupt haben sich die rennsportlichen Wege der alten R5 Cup-Gaudi-Buben Oberndorfer und Danner von 1978 im Laufe ihrer Profi-Karrieren immer wieder mal gekreuzt. So starteten sie als Konkurrenten in der BMW Procar-Serie, als Teamkollegen bei BMW Alpina in der DTM und zu weiteren Anlässen mit- und gegeneinander.
Das Thema Racing war bei Peter Oberndorfer eigentlich niemals so ganz abgehakt und blieb auch nach dem Ende seiner Audi-Zeit ab 2021 aktuell. Vor allem der Classic-bereich ist bis heute sein neues Spielfeld. Das Goodwood-Revival gehörte bislang genauso zu seinem historischen Fahrprogramm wie Starts bei der Tourenwagen-Classic mit einer Replica seines giftgrünen BMW Alpina aus der DTM 1988. Überdies betreute er für zwei Jahre im Auftrag des ADAC die Classic-Events im Rahmenprogramm der DTM.
Langweilig wird’s Obi wohl auch jenseits der 70 nicht, denn er hat schon wieder neue Pläne. So möchte er seine geliebten Oldtimer weiter auf der Straße und bei Classic-Events bewegen, dazu noch so einige Reisen unternehmen und als Kunst- und Musikliebhaber die eine oder andere Ausstellung oder auch mal ein Open Air-Konzert besuchen.
Happy Birthday, Obi. Schön, dass du immer für beste Unterhaltung auf und neben der Rennstrecke gesorgt hast. Mir ist besonders noch die Avus 1978 mit dir und Kollege Danner in Erinnerung …
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