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Sieger Ken Roczen (Suzuki) in der Pressekonferenz nach St. Louis

Ken Roczen (Suzuki) erklärte in der Pressekonferenz nach dem 12. Lauf der US-Supercross-Meisterschaften in St. Louis, dass ihm der Erfolg nicht zugeflogen ist und sprach über seine Erfolgsrezepte.

Im Artikel erwähnt

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Ken Roczen holte beim 12. Lauf der US-Supercross-Meisterschaften seinen dritten Sieg in der laufenden Saison und brachte sich damit wieder in den Titelkampf. Bei nur noch 5 verbleibenden Rennen hat der Deutsche jetzt einen Rückstand von nur noch 5 Punkten und ist zusammen mit Eli Tomac (KTM) und Hunter Lawrence (Honda) im Titelkampf.

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Der Thüringer hatte in St. Louis eine makellose Bilanz: Erster im Qualifying, Sieg im Vorlauf und schließlich ein weiterer überzeugender Sieg im Finale. Doch in der Pressekonferenz gab er zu, dass der Tag nicht so perfekt begann, wie es von außen schien.

Dieser Sieg ist mir definitiv nicht einfach so zugeflogen.

Ken Roczen

Sturz in Q1

«Ehrlich gesagt war es ein hartes Stück Arbeit heute», erklärte der Sieger in der Pressekonferenz nach dem Rennen. «Ich habe mich am Anfang nicht komfortabel gefühlt. Bei den meisten Events in diesem Jahr war das anders. Heute weiß ich nicht, was eigentlich los war. Dieser Sieg ist mir definitiv nicht einfach so zugeflogen. Die Strecke war mit den weiten Sprüngen und dem weichen Untergrund sehr schwierig. Ich bin in Q1 drei oder vier Runden gefahren und bin gestürzt. Ich hatte danach kaum noch Zeit, wenigstens eine einigermaßen gute Runde hinzubekommen.» Roczen beendete Q1 nur auf Platz 9. «Ab dem zweiten Qualifying lief es dann besser und ich bin jetzt noch immer völlig begeistert, wie der Abend verlaufen ist.»

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Rückstand von 31 auf 5 Punkte verkürzt

Ken Roczen hatte nach Birmingham vor zwei Wochen einen Rückstand von 31 Punkten zur Tabellenspitze. Doch schon dort zeichnete sich ab, dass er den Schalter umlegen kann, denn er war dort im Finale von Platz 18 auf Platz 2 vorgefahren und hatte bis auf Sieger Hunter Lawrence das gesamte Feld überholt. Mit seinem Sieg in Detroit und dem gleichzeitigen Crash von Hunter Lawrence konnte er seinen Rückstand von 31 auf 14 Punkte verkürzen. In St. Louis kam er mit seinem 3. Saisonerfolg bis auf 5 Punkte an die Tabellenspitze heran. Binnen von nur zwei Wochen hat er 26 Punkte aufgeholt. Angesprochen auf die Situation an der Tabellenspitze erklärte der Deutsche: «Larry [Brooks] sagt immer zu mir: Schau nicht auf die Punkte. Gehe es Rennen für Rennen an. Das versuche ich zu tun. Aber ich war zu einem solch späten Zeitpunkt der Saison im Supercross noch nie in einer vergleichbaren Position. Deshalb freue ich mich erst einmal und genieße den Moment. Auch wenn es nicht klappen sollte, bis jetzt lief die Saison gut. Deswegen versuche ich, nicht zu sehr auf die Tabelle zu schauen.»

Ich war zu einem solch späten Zeitpunkt der Saison im Supercross noch nie in einer vergleichbaren Position.

Ken Roczen

Die Rolle der Familie und der Kids

Ken wurde auch nach seiner Rolle als zweifacher Vater gefragt. «Natürlich sind die beiden Jungs unter der Woche manchmal auch anstrengend, aber wenn ich dann zu den Rennen fliege, vermisse ich sie schon wieder. Ich denke, es ist gar nicht so schlecht, wenn man mal andere Dinge tut als nur Motorrad zu fahren und zu trainieren. Griffin ist jetzt schon 6 Jahre alt und wenn ich ehrlich bin, wüsste ich nicht, ob ich ohne sie heute überhaupt noch fahren würde.»

«Ehrlich gesagt, hatte ich selbst nicht mehr daran geglaubt, dass ich jemals wieder in diese Situation kommen würde. Nach meinen Armverletzungen war ich physisch und mental nicht mehr derselbe. Nach den Verletzungen hatte ich einige sehr harte Jahre. Wenn du dann ganz unten angekommen bist, ist es noch schwieriger, wieder aufzustehen. Das ist die harte Wahrheit. Aber ein Teil in mir glaubte immer noch daran, dass ich es noch immer schaffen kann.»

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Ein Teil in mir glaubte immer noch daran, dass ich es noch immer schaffen kann.

Ken Roczen

Technische Kontinuität auf den Punkt gebracht

Roczens Geheimrezept ist technische Kontinuität. Die Plattform der Suzuki RM-Z450 stammt aus dem Jahre 2018, ist also inzwischen 8(!) Jahre alt. Details wie der Kickstarter wurden von der Konkurrenz belächelt. Aber für Ken Roczen stellt sich genau diese Kontinuität als geniales Erfolgsrezept heraus. Während in den Werksteams immer wieder neue Wege beschritten werden, weil Management oder Marketingabteilung es verlangen, geht es bei HEP Suzuki allein um die Wünsche des Fahrers, wie Roczens Vater Heiko Klepka schon 2023 im Interview mit SPEEDWEEK.com erklärte. In den großen Werksteams spielen immer auch politische und strategische Entscheidungen eine Rolle. Unter dem Eindruck dieser Saison ist dieses Interview (hier im Video) auch heute noch lesenswert. Bei HEP Suzuki kann Ken Roczen jeden Auspuff, jeden Stoßdämpfer und jeden Lenker nehmen, der für ihn passt. Genau das hat sich für ihn als entscheidender Vorteil erwiesen, mit Rückkopplung auf sein Vertrauen in das Motorrad und das eigene Selbstbewusstsein.

«Ich habe dieses Motorrad jetzt schon auf so vielen unterschiedlichen Strecken bewegt und bin damit wirklich sehr zufrieden. Ich habe volles Vertrauen und muss nur noch kleine Anpassungen an die Gegebenheiten der Strecke durchführen. Nichts Großes, was die Basis ändert. Man muss mit dem Motorrad verschmelzen und sich damit sicher und wohl fühlen. Das Team erfüllt mir jeden Wunsch und dafür bin ich sehr dankbar.»

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Dritter Sieg in der laufenden Saison

Hunter Lawrence, Eli Tomac und Ken Roczen haben in der Saison 2026 bislang insgesamt 3 Siege auf ihrem Konto. Tomac war zu Saisonbeginn besonders stark. Lawrence erreichte gegen Saisonmitte sein Hoch. Ken Roczen wird jetzt zu Saisonende immer stärker. Abgerechnet wird zum Schluss und es sind noch 5 Rennen zu fahren. Die Supercross-Saison 2026 wird immer spannender und ein Athlet wie Ken Roczen hätte diesen Titel wahrlich verdient.

Meisterschaftsstand nach 12 von 17 Events:

  1. Eli Tomac (USA), KTM, 245 Punkte

  2. Hunter Lawrence (AUS), Honda, 245, (-0)

  3. Ken Roczen (D), Suzuki, 240, (-5)

  4. Cooper Webb (USA), Yamaha, 220, (-25)

  5. Justin Cooper (USA), Yamaha, 198, (-47)

  6. Joey Savatgy (USA), Honda, 153, (-92)

  7. Chase Sexton (USA), Kawasaki, 144, (-101)

  8. Malcolm Stewart (USA), Husqvarna, 141, (-104)

  9. Jorge Prado (E), KTM, 131, (-114)

  10. Justin Hill (USA), KTM, 117, (-128)

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Pos

Fahrer

Fahrer

Start Nr

Runden

Zeit

Bestzeit

Punkte

01

94

23

21:43,672

55,337

25

02

32

23

+13,295

55,726

22

03

96

23

+19,629

56,537

20

04

26

23

+22,410

55,919

18

05

1

23

+23,868

56,564

17

06

3

23

+37,901

56,459

16

07

17

23

+42,605

57,097

15

08

27

23

+45,742

57,008

14

09

36

23

+59,973

57,244

13

10

14

22

+1 Runde

58,357

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