Heinz Kinigadner: «Matthias Walkner hat den Speed!»

Von Andreas Gemeinhardt
Dakar Moto
Matthias Walkners Mentor auf dem Weg zur Rallye Dakar ist Heinz Kinigadner, der die Umstellung vom Motocross-Weltmeister zum Rallye-Piloten selbst durchgemacht hat.

Ab dem 4. Januar 2015 wird Matthias Walkner in Buenos Aires in seine erste Rallye Dakar bestreiten. 15 Jahre nach Heinz Kinigadner ist er der erste Österreicher, der die meist beachtete Langstrecken-Rallye der Welt im seit Jahren dominierenden Red Bull KTM Rallye Factory Racing Team absolviert. Bis zum 17. Januar liegen dann mehr als 9000 Kilometer in Argentinien, Bolivien und Chile vor dem Motocross-Weltmeister des Jahres 2012.

Walkners Mentor auf dem Weg zur Rallye Dakar ist Heinz Kinigadner, der die Umstellung vom Motocross-Weltmeister zum Rallye-Piloten Mitte der 1990er-Jahre selbst durchgemacht hat. «Das ist so, als würde man vom 100-Meter-Lauf zum Marathon wechseln», erklärt Kinigadner. «Im Motocross fährt man 30 Minuten plus zwei Runden mit 110 Prozent Einsatz. Bei der Rallye Dakar fährt man Tages-Etappen von 600 Kilometern. Man verbringt im Schnitt sieben, acht Stunden auf dem Motorrad. Das Tempo ist extrem hoch und dazu muss man noch selbst navigieren. Da muss man die richtige Balance finden zwischen Angriff und Vorsicht.»

Walkner selbst will die Erwartungen vor seiner Dakar-Premiere nicht zu hoch schrauben. «Den nötigen Speed habe ich sicher, sonst wäre ich nicht Motocross-Weltmeister», meint der 28-jährige Salzburger. «Doch bei der Rallye Dakar zählt dieser WM-Titel gar nichts, da fängt jeder bei Null an. Ich will das Ziel in Buenos Aires zu erreichen. Auf dem Weg dorthin werde ich mit jedem Meter lernen und Erfahrungen sammeln. Sehr zufrieden werde ich sein, wenn ich auch taktisch meine Rolle für das KTM Team erfüllen und Marc Coma bei der Titelverteidigung unterstützen kann. Und restlos glücklich bin ich, wenn mir bei der einen oder anderen Etappe ein Spitzenplatz gelingt.»

Heinz Kinigadner hält dies durchaus für möglich: «Als Weltklasse-Motocrosser hat er zweifellos den nötigen Speed, um mit den Top-Piloten mitzuhalten. Aus eigener Erfahrung weiß ich aber, dass man leicht zu schnell zu viel will. Speziell zu Beginn der Rallye sollte sich Matthias eher zurückhalten, auf Navigation und Taktik konzentrieren. Wenn er nach der ersten Woche noch Reserven hat, dann hat er schon mal sehr viel richtig gemacht.»

Auch Team-Manager Alexander Doringer sieht bei Walkner die besten Chancen, sich in der Rallye-Szene zu etablieren: «Matthias ist ein außergewöhnlich guter, schneller und sehr sympathischer Pilot. Er hat uns immer wieder gezeigt, dass er unbedingt zur 'Dakar' will. Und wir sind überzeugt, dass er die richtigen Voraussetzungen hat. Wir erwarten, dass Matthias bei seinem ersten Start vor allem rasch lernt, worauf es ankommt. Vor allem aber freuen wir uns, 15 Jahre nach Heinz Kinigadner wieder einen Österreicher im KTM-Werksteam zu haben. Das Wichtigste ist, dass Matthias unverletzt bleibt und das Ziel erreicht.»

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