Ekström packt aus: Teamorder gab es in der DTM immer

Von Andreas Reiners
DTM
Mattias Ekström

Mattias Ekström

In Budapest gab es nach längerer Zeit mal wieder das böse Unwort «Teamorder». Mercedes wurde nach dem etwas unbeholfenen Platztausch von Paul di Resta und Lucas Auer der Vorwurf gemacht, Stallorder zu nutzen.

Das Rennen am Samstag geriet zur Nebensache, im Mittelpunkt stand die Diskussion – Teamorder oder keine Teamorder.

Mercedes-Teamchef Ulrich Fritz verteidigte sich mit aller Leidenschaft, sprach von einer Entscheidung der Fahrer und betonte, dass es keine Anweisungen gegeben habe. Auch wenn die Aktion am Fernseher nicht gut ausgesehen habe. DTM-Chef Gerhard Berger war trotzdem angesäuert. Er dachte, er hätte die Teamorder aus der DTM verbannt.

«Ich haben keinen Grund, nicht zu glauben, was Uli sagt. Es wird schon so sein, dass es keine abgemachte Geschichte war», sagte Berger in Sat.1, verstand aber seinen Neffen Auer weiterhin nicht. «Als Fahrer einen Sieg abzugeben, das eröffnet ganz neue Dimensionen an Verständnis und des Teamworks. Ich kenne Lucas, seit er ein Kind ist. Ich habe Probleme damit, zu glauben, dass er derjenige ist, der einen Sieg hergeschenkt hat.»

Wenn jemand weiß, wie das mit der Teamorder in der DTM lief, dann ist es Mattias Ekström. Und wenn inzwischen einer darüber offen sprechen kann, ist es ebenfalls der Schwede. Das tat er bei seinem Abschied in Hockenheim. Und sagte frei heraus: «Teamorder gab's immer, das habt ihr Journalisten nur nicht mitbekommen. Über die Jahre war Teamorder erlaubt, dann verboten, wieder erlaubt und wieder verboten. Aber wir haben es in einer Form immer gemacht. Wir sind ja auch die Besten, das geschickt zu machen», sagte er.

Teamorder, Tricks, Kniffe: «All die ganzen Sachen werden gemacht um zu gewinnen. Wir verfolgen die Regeln, aber die Grauzonen nutzen wir auch. Dafür sind wir da. Dafür werden wir sogar noch bezahlt», stellt Ekström klar.

Es ist kein Geheimnis, dass sich die Hersteller irgendwann auf den Fahrer festlegen, den es zu unterstützen gilt. Die Frage ist nur, wie früh. Da winden sich die Verantwortlichen in der Regel, verraten sich dann aber durch Aktionen auf der Strecke.

«Alle wissen, dass wenn du bei den ersten drei Rennen bei der Musik dabei bist, dann ist die Welt in Ordnung. Wenn du die ersten drei Wochenenden nicht lieferst und hinten bist, dann hast du schon die A...karte in der Hand. Dann weißt du, was kommt», sagte der zweimalige Meister.

Ekström weiter: «Macht das ganze Spaß? Auch wenn du so vorne fährst, willst du das so nicht gewinnen. Am liebsten gewinnst du so, wie man gewinnen möchte. Aber so kann man hier nicht spielen. Man folgt ja der Kultur, die im Fahrerlager herrscht. Das ist ja der Charme des Sportes, es ist ein Machtkampf der drei Premiumhersteller. Und der Kampf ist ja schon geil. Keiner hat Lust zu verlieren. Das ist schon ein Ansatz. Aber das ist ein Tick zu viel, was gesund ist.»

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