Team Bolliger setzt auf GP-Sieger als Verstärkung
Dieser Grand-Prix-Sieger wird 2026 in der Langstrecken-WM die Bolliger-Kawasaki fahren
Es sind schon wieder zwei Monate seit dem letzten Rennen der Langstrecken-WM 2025 vergangen. Während einige Mannschaften noch ihre Wunden lecken, richten die meisten den Blick bereits auf die kommende Saison. So auch das Bolliger Team Switzerland, dem nach dem Sieg beim 24-Stunden-Rennen in Barcelona beim Bol d’Or mit dem dritten Platz in der Superbike-Wertung ein perfekter Saisonabschluss gelang.
Beim Dauerbrenner in der Langstrecken-Weltmeisterschaft gibt es auf Fahrerseite neben Bewährten auch leichte Veränderungen.
Der Österreicher Nico Thöni wird das fünfte Jahr für die Schweizer Equipe an den Start gehen. Der ausgesprochene Regenspezialist hat sich mit seiner ruhigen Art längst einen festen Platz im Team gesichert. «Nico bringt die nötige Erfahrung in unser junges Team und kann auch in schwierigen Momenten die Führung übernehmen und gemeinsam mit seinen Kollegen die richtige Entscheidung treffen», weiß Teammanager Kevin Bolliger um die Qualitäten des früheren Red-Bull-Rookies.
Auch der 24-jährige Spanier Alex Toledo – für ihn wird es die dritte Saison auf der Kawasaki ZX10R mit der ikonischen Startnummer 8 – wird an Bord bleiben. «Alex ist neben Nico eine wichtige Stütze für die Mannschaft. Er ist zwar vergleichsweise ein sehr junger, jedoch bereits erfahrener Rennfahrer, welcher gerne auch Verantwortung übernimmt. Zudem ist er ein richtiges Arbeitstier und will zusammen mit seinen Teamkollegen das Team nach vorne bringen. Das motiviert extrem!»
Als dritten Fahrer konnte der Schweizer Teamboss einen Grand-Prix-Sieger gewinnen. Ohne groß Wind zu machen wurde der Vertrag mit dem Spanier Xavier Artigas, der in seiner Moto3-Rookie-Saison das WM-Finale in Valencia für sich entscheiden hatte, vorbereitet und finalisiert. Obwohl er danach in der Moto3, Moto2 und Supersport-WM nicht mehr an diese früheren Leistungen anknüpfen konnte, kann er weiteren Schwung in die Schweizer Equipe bringen.
«Xavi wird zwar mit uns sein Endurance-Debüt in der Weltmeisterschaft geben, hat aber mit der Teilnahme an den 24 Stunden von Barcelona bereits Langstreckenerfahrung sammeln können und gezeigt, dass er mit einer 1000er umzugehen weiß. Er wird neben der Endurance-WM auch in der World Sportbike-Klasse auf der MTM Kawasaki unterwegs sein. Aufgrund der Terminüberschneidung wird Xavi in Le Mans allerdings nicht für uns am Start stehen, sondern erst ab Spa.»
Als Reservefahrer bekommt der 19-jährige Kylian Nestola eine Chance. «Den Nachfolger für Jesper Pellijeff haben wir bei uns in der Schweiz gefunden. Kylian ist das Küken in unserem Team. Trotz seiner Jugend bringt er bereits Erfahrung aus der Endurance-WM mit. In Barcelona hat er eine starke Leistung gezeigt, daher bin ich der Überzeugung, dass dieses noch junge Talent einen Platz als Reservefahrer bei uns verdient hat. Alles, was er jetzt noch lernen muss, ist Berndeutsch.»

