Suzuka: Van der Mark jüngster Sieger aller Zeiten

Von Helmut Ohner
Endurance-WM
Michael van der Mark stürmt zum Sieg.

Michael van der Mark stürmt zum Sieg.

Gemeinsam mit Takumi Takahashi und Leon Haslam sorgte der erst 20-jährige Michael van der Mark für den vierten Sieg in Folge beim Acht-Stunden-Rennen von Suzuka.

Ein kurzer, aber heftiger Regenschauer nur eine halbe Stunde vor Rennende brachte noch Hektik und Spannung in den zweiten Lauf zur Langstrecken-Weltmeisterschaft. Während die meisten Teams auf Regenreifen umrüsteten bleiben die Führenden MuSASHI HARC-PRO, Yoshimura Suzuki, Honda Team Asia und TOHO Racing with Moriwaki mit Slicks auf der regenüberfluteten Piste.

Mit seinen erst 20 Jahren zeigte Michael van der Mark bei seinem Debüt auf der überaus schwierigen Strecke von Suzuka eine reife Vorstellung. Der Supersport-WM-Pilot spulte seine Runden routiniert ab und führte seine Teamkollegen Takumi Takahashi und Leon Haslam von MuSASHI HARC-PRO zu einem denkwürdigen Sieg. Noch nie zuvor stand ein Niederländer in der 36-jährigen Geschichte dieses für die japanischen Motorradhersteller so prestigeträchtigen Rennens auf der obersten Stufe des Siegespodests. Außerdem ist van der Mark nun auch der jüngste Sieger.

Schwantz am Podest 
Hinter Yoshimura Suzuki mit Takuya Tsuda, Joshua Brookes und Nobuatsu Aoki gelang Yukio Kagayama, Kevin Schwantz und Noriyuki Haga der nicht erwartete dritte Rang. Die vielbeachtete Altherren-Riege um den ehemaligen Halbliter-Weltmeister Schwantz, der für das Rennen aus der Motorsportpension zurückkehrte, konnte sich Vincent Philippe, Anthony Delhalle und Julien da Costa von Suzuki Endurance im Kampf um den letzten Stockerlplatz mit Mühe vom Hals halten.

Auch heuer brachte dem Team Monster Energy Yamaha Austria die Pole-Position nicht die erhoffte Top-3-Platzierung. Bis knapp vor Halbzeit des Acht-Stunden-Rennens lagen Katsuyuki Nakasuga, Broc Parkes und Josh Waters in unmittelbarer Schlagdistanz zu den Vorderleuten an dritter Stelle, doch ein außerplanmäßiger Boxenstopp warf die Weltmeister 2009 an die zehnte Stelle zurück. Eine undichte Ölleitung musste fieberhaft repariert werden. Vier Runden verlor die österreichischen Mannschaft in der Box. Am Ende konnte man sich wenigstens noch auf die achte Position nach vor arbeiten.

Unbeeindruckt von den Problemen der Konkurrenten spulten Horst Saiger, Roman Stamm und Daniel Sutter, der kurzfristig für den verletzten Marc Wildisen einspringen musste, ihr Programm in bewährter Manier ab. Wie vor einem Jahr schafften die Truppe aus Ruppoldsried im Kanton Bern heuer den hart erkämpften elften Rang. Nur wenige Runden vor Schluss vereitelte das Team R2CL den Top-10-Platz.

Dass das Team F.C.C. TSR Honda ihren Vorjahreserfolg nicht wiederholen würden, stand bereits nach 58 Runden fest. Nach einem Viertel der Renndistanz führten Superbike-Ass Jonathan Rea und Lokalmatador Ryuichi Kiyonari das Feld komfortabel vor MuSASHI RT HARC-PRO und Yoshimura Suzuki an, doch der 30-jährige Japaner stürzte beim Versuch, den Vorsprung auf seine aufdringlichen Markenkollegen weiter auszubauen. Kiyonari konnte noch das beschädigte Motorrad an die Box bringen, doch es stand rasch fest, dass an ein Weiterfahren nicht zu denken war.

Für BMW Motorrad France Thevent war es ein ereignisreicher Ausflug nach Japan. Bereits im ersten freien Training brach sich Damian Cudlin das Scheinbein und musste vorzeitig die Heimreise antreten. Erwan Nigon zeigte auf seiner BMW S1000RR eine starke Leistung und schaffte zwar die fünfte Startposition, doch im Rennen sollte der Mannschaft um Teamchef Michael Batholemy das Pech treu bleiben. Zwei Stunden lang mischten Nigon und Jason Pridmore munter im Kampf um eine Top-3-Platzierung mit, zwei Stürze innerhalb kurzer Zeit zwangen das Team knapp nach Halbzeit zur Aufgabe. Die Vize-Weltmeister der beiden letzten Jahre halten damit nach zwei von vier WM-Rennen noch immer bei Null Punkten.

Ergebnis
1. MuSASHI HARC-PRO (Takahashi, Haslam, van der Mark), Honda CBR1000RR. 2. Yoshimura Suzuki (Tsuda, Brookes, Aoki), Suzuki GSX-R1000. 3. Team Kagayama (Kagayama, Schwantz, Haga), Suzuki GSX-R1000. 4. Suzuki Endurance (Philippe, Delhalle, da Costa), Suzuki GSX-R1000. 5. Yamaha France GMT94 (Checa, Foray, Lagrive), Yamaha YZF-R1. 6. Honda Team Asia (Tamada, Kamaruzaman, Takahashi), Honda CBR1000RR. 7. TOHO Racing with MORIWAKI (Yamaguchi, Itoh, Watanabe), Honda CBR1000RR. 8. Monster Energy Yamaha Austria (Nakasuga, Parkes, Waters), Yamaha YZF-R1. 9. Honda Kunamoto (Yoshida, Kojima, Tokudome), Honda CBR1000RR. 10. R2CL (Giabbani, Shinjo, Buisson), Suzuki GSX-R1000. Ferner: 11. Bolliger Kawasaki Switzerland (Saiger, Stamm, Sutter), Kawasaki ZX-10R. 31.Mototbox Kremer by Shell Advanced (Martin Scherrer, Timo Paavalainen, Florian Bauer), Suzuki GSX-1000R.

WM-Stand (nach zwei von vier Rennen)
1. Suzuki Endurance, 49 Punkte. Monster Energy Yamaha Austria, 46. 3. Yamaha France GMT94, 42. 4. SRC Kawasaki, 40. 5. MuSASHI HARC-PRO, 35. 6. R2CL, 32. 7. Yoshimura Suzuki, 29. 8. Team Kagayama, 25. 9. Bolliger Kawasaki Switzerland, 23.

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