Graham Jarvis gewinnt die Red Bull Romaniacs 2016

Von Peter Fuchs
Enduro
Graham Jarvis (Mitte) gewann die Romaniacs zum fünften Mal

Graham Jarvis (Mitte) gewann die Romaniacs zum fünften Mal

Nach heftigen Regenschauern begrüßte der letzte Renntag der Red Bull Romaniacs die Teilnehmer zwar mit blauem Morgenhimmel, allerdings hatte die Sonne keine Chance mehr gegen die Schlammbäder.

Die Teilnehmer aller Klassen durften sich am Samstag auf etliche Wellness-Behandlungen mit Wasser, Schlamm und Schafsmist freuen. In den letzten Stunden der Red Bull Romaniacs 2016 wurde geschoben und gezogen was das Zeug hält, die meisten Teilnehmer versuchten sich einfach nur auf dem Bike zu halten. In der Gold-Klasse gingen von den ursprünglichen 51 Teilnehmern nur mehr 17 an den Start – und dürfen sich jetzt getrost die weltweit härtesten Extrem-Enduro-Fahrer nennen. Durch die zahlreichen Ausfälle im Lager der britischen Fahrer konnten neue Nationen in die Top-10 aufrücken, allen voran Südafrika. Als einziger Brite führt Graham Jarvis die Top-10 an, gefolgt von Alfredo Gomez (E), Wade Young (ZA), Mario Roman (E), Scott Bouverie (ZA), David Cyprian (CZ), Travis Teasdale (ZA), Keith Curtis (USA), Xavi Leon (E) und Erwin Kovacs (RO).

Wade Young startete mit voller Motivation, hohem Tempo und Zwischenbestzeiten in den letzten Renntag, schließlich war die Chance auf einen Podiumsplatz für den talentierten Südafrikaner mehr als aktiv. Dicht dahinter folgte Alfredo Gomez, der auf den Gesamtführenden Jarvis 30 Minuten Rückstand hatte.

Graham Jarvis ging als Erster ins Rennen und präsentierte ein beispielhaftes Exempel an Strategie – der smarte Brite ließ Young und Gomez vorbei und heftete sich dann an die Fersen seiner beiden Konkurrenten. In manchen Streckenteilen, wie der extrem selektiven Auffahrt «Long Walk Junior», wartete Jarvis hinter dem sich abkämpfenden Young, feuerte ihn an und fuhr dann gemächlich weiter. Irgendwann wurde er ungeduldig und übernahm kurzfristig wieder die Führung, nur um Young in den Highspeed-Strecken wieder vorbeiziehen zu lassen. Für den Großteil der Fahrer liegen Graham Jarvis’ Fahrtechnik, seine Ausdauer und sein Speed in einer eigenen, übermenschlichen Liga.

Jarvis: «Es ist für mich unglaublich, meinen fünften Sieg bei den Red Bull Romaniacs zu feiern. In den letzten Jahren hatte ich kein Glück, umso mehr freue ich mich über diesen Sieg. Ich dachte ehrlich nicht mehr, dass ich es schaffen könnte – und das mit 41 Jahren! Ich freue mich, dass die jungen Fahrer stark im Aufwind sind, aber bei der Red Bull Romaniacs zählt Erfahrung eben doppelt. Wade, Billy Bolt, Travis & Co. werden zukünftig eher Jonny Walkers Problem sein als meines!»

Mit einer konstanten Leistung an allen fünf Renntagen und einem dritten Tagesrang holte sich Gomez den zweiten Platz auf dem Podium. Der Spanier zementierte damit einmal mehr seine Position im Extrem-Enduro-Sport. «Nach dem heftigen Regen war ich mir nicht sicher, was uns auf der Strecke erwarten würde. Die ersten 30 Kilometer waren sehr flüssig zu fahren, vor dem Servicepoint servierte man uns dann aber die heftigsten Streckenteile des ganzen Rennens», so Gomez, der die 2016er-Ausgabe als seine bisher härteste Red Bull Romaniacs bezeichnete.

Wade Young konnte am letzten Renntag mit einer beeindruckenden Performance und einer guten Portion Strategie den dritten Gesamtrang von Mario Roman übernehmen. Young pflügte wie ein Motocrosser durch die rumänische Wildnis und hatte nur in den extrem selektiven Sektionen vor dem Servicepunkt Probleme: «Ich hatte einen guten Start und konnte den ganzen Tag über Druck machen. Kurz vor dem Ziel hatte ich Probleme mit meinem Mousse, aber ich bin trotzdem zufrieden mit dem Renntag. Es war ein sehr hartes Rennen, ich hatte trotzdem viel Spaß und bin glücklich über meinen dritten Gesamtrang.»

Kirsten Landman sorgte für eine Sensation in diesem Jahr: die junge Südafrikanerin konnte mit einer beeindruckenden und an allen Renntagen konstanten Leistung als erste Frau in der Silber-Klasse der Red Bull Romaniacs bis ins Ziel fahren. Kirsten hatte das ganze Jahr darauf hintrainiert, nachdem sie ihr ambitioniertes Ziel 2015 nicht erreichen konnte.

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