Max Verstappen überholt Sebastian Vettel: Die Rekorde

Von Mathias Brunner
Formel 1
Max Verstappen beim Belgien-GP 2016

Max Verstappen beim Belgien-GP 2016

​Ferrari-Star Sebastian Vettel bleibt gelassen darüber, dass Red Bull Racing-Pilot Max Verstappen die meisten seiner Rekorde auslöschen wird: «Rekorde sind eben dazu da, gebrochen zu werden.»

Wunderkind haben sie ihn genannt, als Sebastian Vettel sich in der Formel 1 anschickte, einen Rekord nach dem anderen niederzureissen, was die Kategorie «jüngster Fahrer» angeht. Einer der kuriosesten Rekorde, den Vettel hält: Nach neun Sekunden, er war als Freitagtestfahrer 2006 eben in die Boxengasse des Istanbul Park Circuit eingebogen, gab es schon die erste Strafe – wegen zu schnellen Fahrens.

Vettel selber hat seinen Bestmarken nie grosse Bedeutung beigemessen, wie er beteuert: «Ich fahre nicht für die Statistik. Ich erfreue mich am Jetzt. Ich weiss, in welch gesegneter Position ich mich befinde, was ich in meiner Karriere schon alles erreichen durfte.»

Und so hält sich das Bedauern bei Vettel in Grenzen, dass es ein neues Wunderkind gibt – Max Verstappen. Ferrari-Star Vettel: «Rekorde sind eben dazu da, gebrochen zu werden.»

Bereits in mehreren Kategorien führt nicht mehr Vettel die Bestenliste an, sondern Max Verstappen. Der Niederländer ist jüngster GP-Teilnehmer (Australien 2015, 17 Jahre und 166 Tage), jüngster Punkte-Eroberer (Malaysia 2015, 17 Jahre und 180 Tage), jüngster GP-Sieger (Spanien 2016, 18 Jahre und 227 Tage), damit auch jüngster Mann auf einem Siegerpodest in der Formel 1.

Max Verstappen hat sich mit seiner tollen Regenfahrt in Brasilien 2016 zum jüngsten Piloten mit der besten Rennrunde gemacht, mit 19 Jahren und 44 Tagen (alter Rekord: Nico Rosberg in Bahrain 2006, mit 20 Jahren und 258 Tagen).

Monza 1961: Der Mexikaner Ricardo Rodríguez geht als Zweitschnellster in den Italien-GP, nur sein Ferrari-Stallgefährte Wolfgang Graf Berghe von Trips ist im Abschlusstraining einen Hauch schneller gewesen. Ricardo ist mit 19 Jahren und 208 Tagen der jüngste Fahrer in der ersten Startreihe eines Formel-1-WM-Laufs. Einen Tag später ist der Deutsche tot, ein Jahr später ist der Mexikaner tot, der Rekord von Rodríguez sollte jedoch fast 55 Jahre lang halten – bis zum Samstag in Spa-Francorchamps, wo Max Verstappen im vergangenen August mit 18 Jahren und 332 Tagen die neue Bestmarke aufgestellt hat.

Reichlich Zeit hat Max nun, um Vettel als jüngster Mann auf der Pole-Position zu überflügeln (Sebastian in Monza 2008, 21 Jahre und 73 Tage) oder um jüngster Weltmeister zu werden (Sebastian Vettel in Abu Dhabi 2010, mit 23 Jahren und 134 Tagen). Klar hält Vettel auch die Bestmarken für die Titelgewinne zwei, drei und vier.

Was Max Verstappen auch fehlt: Pole und dann am folgenden Tag Sieg (Bestmarke von Sebastian Vettel aus Monza 2008 mit 21 Jahren und 74 Tagen), Pole-Position, Sieg und schnellste Rennrunde am gleichen Wochenende (Vettel in Silverstone 2009, mit 21 Jahren und 353 Tagen), Pole, Sieg und schnellste Rennrunde, obendrein in jeder Runde geführt (Vettel in Indien 2011, mit 24 Jahren und 119 Tagen).

Vettel sagt: «Rekorde sind im Sport dazu da, um gebrochen zu werden. Ich war damals bei meinem ersten Sieg so aus dem Häuschen, da war es mir herzlich egal, ob ich der jüngste GP-Sieger bin. Ich messe dem Alter nicht so viel Bedeutung zu. Ich finde wichtig, ob jemand es verdient, Formel 1 zu fahren. Und das kann mit 17 oder mit 18 sein und auch noch mit 43.»

Max Verstappen selber meint zum Siegerrekord von Spanien: «So etwas bedeutet mir nichts. Ich will Rennen und Titel gewinnen, das ist mir wichtig. Ob ich dabei der Jüngste bin, ist mir einerlei.»

Und diese drei Rekorde hält Max Verstappen ebenfalls: Jüngster Teilnehmer an einem GP-Wochenende (Einsatz im Freitagstraining für Toro Rosso in Suzuka 2014, Max ist 17 Jahre und 3 Tage jung). Jüngster Leader in einem Grand Prix (ebenfalls in Spanien 2016, die alte Bestmarke hielt Vettel mit 20 Jahren und 89 Tagen von Fuji 2007). Bester Angreifer der letzten 34 Jahre. Die FIA bestätigt: Seit 1983 solche Zahlen erhoben werden, hat kein Pilot im Laufe einer Saison mehr Ränge im direkten Duell gut gemacht als Max Verstappen 2016, nämlich 78.

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