Turbo für Nico Hülkenberg: So will Renault zulegen

Von Adam Cooper
Formel 1

​Nico Hülkenberg hat mit zwei siebten Quali-Rängen in China und Bahrain bewiesen: Im Renault steckt Speed. Aber bislang sprang 2017 erst eine Punktefahrt heraus. Technikchef Bob Bell sagt, wie Renault zulegen will.

Renault-Pilot Nico Hülkenberg sagt: «Unser Ziel für 2017 muss darin bestehen, dass wir in jedem Rennen in die Punkte fahren, in der Markenwertung den fünften Rang erobern und mittelfristig anfangen, den Top-Teams auf die Nerven zu gehen.»

Der Speed für den fünften Schlussrang im Konstrukteurs-Pokal steckt ohne Zweifel im Auto: Nico ist im Abschlusstraining von Shanghai und Sakhir jeweils auf den hervorragenden siebten Platz gefahren. Nur hat sich das Tempo bislang aus verschiedenen Gründen nicht genügend in Punkte umsetzen lassen: Erst in Bahrain gelang dem Le-Mans-Sieger von 2015 die erste Top-Ten-Platzierung in einem Grand Prix 2017, als Neunter. Nico Hülkenbergs Stallgefährte Jolyon Palmer steht noch ohne Punkte da. In der Markenwertung bedeutet dies: Renault ist Achter, um Rang 5 zu erreichen, muss Renault an Haas, Toro Rosso, Williams oder Force India vorbei.

Der Engländer Bob Bell, Technikchef von Renault, hat exakte Vorstellungen davon, wie die Gelbschwarzen zulegen wollen. Der 59-Jährige sagt: «Auf eine schnelle Runde können wir das Potenzial des Wagens nutzen, auf eine Renndistanz nicht. Wir haben eine recht gute Vorstellung davon, warum das so ist, die entsprechenden Evo-Teile sind in Auftrag, welche dieses Manko korrigieren werden. Es handelt sich um eine Kombination aus mangelhafter Nutzung der Reifen und zu wenig Abtrieb.»

«Wir bringen die Pirelli-Walzen über eine Runde in den optimalen Nutzbereich, aber wir können sie nicht über längere Zeit in diesem besten Betriebsfenster halten. Das müssen wir verbessern.»

«Ich bin beruhigt, dass wir anhand der Quali von China und Bahrain zeigen konnten: Das Auto ist schnell genug, um in die Top-Ten zu fahren. Hätte der Wagen zu wenig Potenzial, dann wäre uns das nicht gelungen.»

Noch ist nicht klar, wie viele der neuen Teile schon in Russland am Wagen sein werden und wie viele davon in Spanien.
Ebenfalls aufgegleist ist ein schärfere Version des 1,6-Liter-V6-Turbos der Franzosen, davon werden auch die Kunden-Teams Red Bull Racing und Toro Rosso profitieren. Anvisiert ist dafür der Kanada-GP.

Bob Bell sagt über Renault in diesem Frühling 2017: «Wir sind als Team in einer erheblich besseren Verfassung als vor einem Jahr. Wir sind nicht, wo wir nach drei Rennen sein wollten. Wir sind auch nicht, wo wir nach drei Grands Prix sein sollten. Aber wir bewegen uns in die richtige Richtung, Schritt um Schritt.»

«Das Entwicklungsprogramm läuft auf vollen Touren. In Sachen Motoren sind wir gut im Plan.» Tatsächlich steckt in den Autos von Hülkenberg und Palmer noch der erste Motor, kein einziges der sechs verschiedenen Elemente der Antriebseinheit musste gewechselt werden – V6-Verbrennungsmotor, Turbolader, MGU-H, MGU-K, Batterie und Steuereinheiten, alles tipptopp in Schuss.
Bob Bell: «Die rohe Leistung ist nicht das Thema. Mehr Boden machen wir derzeit mit Verbesserungen am Chassis gut.»

Und Nico Hülkenberg will in Russland endlich mal wieder über die erste Runde hinauskommen: 2014 bei der Premiere wurde er Zwölfter, 2015 schied er aus (Kollision mit Ericsson und Verstappen, gleich nach dem Start), 2016 war ebenfalls nach wenigen Sekunden Feierabend (dieses Mal wurde er von Esteban Gutiérrez abgeräumt).

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