Formel 1

Lewis Hamilton (Mercedes): «Vettel ist unter Druck»

Von - 25.06.2017 21:55

​Sebastian Vettel hat klargemacht: Er sieht sich nicht als Alleinschuldiger der Kollision mit Lewis Hamilton in Baku. Natürlich ist Mercedes-Star Hamilton ein wenig anderer Meinung.

Die Fronten sind verhärtet zwischen Sebastian Vettel und Lewis Hamilton. Der Ferrari-Star findet, man hätte auch dem Engländer eine Strafe geben sollen. Er sieht sich von Hamilton unnötig eingebremst. Hamilton sagt zu all dem Schlamassel: «Meine Sichtweise entspricht dem, was alle sehen konnten. Ich habe Vettel nicht auflaufen lassen. Ich habe an jener Stelle nichts Anderes gemacht als in all den Runden zuvor. Wenn das Licht des Safety-Car ausgeht, dann liegt es an mir als Leader, das Tempo vorzugeben.»

«Ich verstehe, dass der Zweitplatzierte so dicht am Leader dranbleiben will, wie es nur geht. Um beim Re-Start gute Chancen zu haben. Aber was dann passiert ist, kann ich nur als eine Fehleinschätzung von Sebastian einstufen.»

Was sagt Hamilton zum Vorwurf von Vettel, der Brite habe ihn einbremsen wollen? Lewis: «Meine Borddaten belegen, das ich das nicht getan habe. Ich bremse niemanden ein. Ich führe ein Rennen an, wieso sollte ich mein Auto mit so einem Manöver gefährden? Es gibt auch keinen Anlass für solch eine Reaktion.»

Und was ist mit der Situation danach? Als Vettel auf gleiche Höhe zieht und Hamilton ins Auto fährt? Der Mercedes-Fahrer: «Es gibt zu dieser Rennsituation keinen Grund, mit dem Leader auf gleiche Höhe zu ziehen. Was dann passierte, könnte nicht klarer sein. Wir sind Weltmeister. Wir setzen unsere Autos nicht auf gleiche Höhe mit anderen und ziehen dann hinüber. Wir machen so etwas einfach nicht.»

«Was passiert ist, das finde ich einfach respektlos. So eine Reaktion darf es auf einer Rennstrecke nicht geben. Denkt an die ganzen Kids, die einen mehrfachen Weltmeister im Fernsehen erleben und dann das hier serviert bekommen. Das siehst du vielleicht auf einer Kartstrecke. Aber doch nicht bei einem Grand Prix! So fährt man nicht Formel 1. So löst man auf der Rennstrecke keine Konflikte.»

Sebastian Vettel hat angekündigt, er wolle in der kommenden Woche Hamilton anrufen und alles klären. Lewis grinst: «Ich glaube nicht, dass er meine Nummer hat. Ich lasse lieber meine Leistungen auf der Rennstrecke sprechen. Ich weiss, was er nach dem Rennen alles gesagt hat. Aber ich habe keine Lust, mit dem Finger auf ihn zu zeigen. Mein stärkster Eindruck ist – ich habe das Rennen wegen der Sache mit dem Kopfschutz verloren. Wir haben jetzt noch elf Rennen. Auf die will ich mich konzentrieren.»

Sieht es Hamilton als Vorteil für ihn im WM-Kampf, dass Vettel wohl ein wenig den Kopf verloren hat? Lewis: «Wir haben in den letzten Jahren ein paar Mal erlebt, dass er am Funk recht feurig sein kann. Was heute passiert ist, hätte ich nie erwartet. Wir müssen das positiv sehen. Seb istt offenbar unter Druck. Das ist für uns nichts Schlechtes.»

Aber ist Hamilton nicht wütend darüber, was passiert ist? «Nein, darauf konzentriere ich mich nicht», gibt der dreifache Champion zur Antwort. «Fakt ist, dass ich zu diesem Zeitpunkt das Rennen angeführt habe und dass heute sehr viele Punkte verlorengingen. Immerhin hat es Valtteri mit einem tollen Rennen zu Rang 2 aufs Podest geschafft, und wir haben die Führung in der Markenwertung ausgebaut. Wir hatten im Qualifying und im Rennen mehr Speed als Ferrari. Das ist das Positive, das ich von Baku mitnehmen will.»

Wie geht es weiter? Lewis: «Heute haben wir einen anderen Sebastian gesehen als in den Rennen zuvor. Ich möchte respektvoll bleiben. Ich will meine Taten für sich selber sprechen lassen. Und ich möchte den Titel gewinnen – in der richtigen Art und Weise.»

 

 

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