Max Verstappen aus Sicht von Red Bull Racing-Chef Mekies: «Das kann nur er»
Max Verstappen ist mit einem zweiten Platz beim Ungarn-GP in die Sommerpause gegangen. Red Bull Racing-Teamchef Laurent Mekies sagt, wieso der Niederländer für den Rennstall so wichtig ist.
Ermutigend ist: Zweiter Platz für Max Verstappen im Grossen Preis von Ungarn, nach einer grandiosen Fahrt. Ernüchternd ist: Der vierfache Champion zeterte am Funk wiederholt über sein Auto, hörbar unzufrieden mit dem Fahrverhalten des RB22.
Der 71-fache GP-Sieger schafft es dennoch, aus dem in der Regel viertbesten Auto im Feld ein Spitzenergebnis nach dem anderen einzufahren. Red Bull Racing-Teamchef Laurent Mekies sagt dazu im Telegraaf: «Ich würde nicht so weit gehen und sagen, dass ein enges Arbeitsfenster ein Markenzeichen der Rennwagen von Red Bull Racing ist, aber es stimmt schon, diese Charakteristik hatten wir nun bei verschiedenen Modellen in den vergangenen Jahren.»
«Aber wir müssen in diesem Zusammenhang auch festhalten – Red Bull Racing hat mit dieser Art von Auto viele Meisterschaften gewonnen. Es fällt vielleicht heute mehr auf, weil wir der Jäger und nicht die Gejagten sind.»
«Ich bin der Überzeugung, dass Max Verstappens Sensibilität und Fähigkeiten dazu führen, dass er Probleme erkennt, die andere Piloten nicht spüren würden – und die auch die Daten anderer Teams nicht erfassen. Ich glaube nicht, dass Red Bull grössere Probleme mit dem Fahrzeugverschleiss hat als die Konkurrenz, sondern wir haben einfach einen Fahrer, der besser darin sei, das zu erkennen. Das kann nur er.»
Ex-GP-Fahrer Martin Brundle hat zum Thema Fahrzeugverschleiss festgehalten: «Was mir am Hungaroring aufgefallen ist – Verstappen verbrachte einen Grossteil des Rennens damit, sich über schlechtes Handling zu beklagen, genauer darüber, was er als ‘aerodynamischen Abbau’ bezeichnet hat.»
«Das wollte ich ein wenig genauer wissen, also habe ich mit einigen Leuten gesprochen. Mir wurde erklärt, dass wenn der Red Bull Racing-Rennwagen Schäden an den Aero-Teilen erleidet, insbesondere unterm Auto, zum Beispiel etwa nach einem aggressiven Randsteinritt, dies einen unverhältnismässigen Effekt auf den gesamten Abtrieb und damit die Haftung hat. Das steckt hinter Max’ Kommentar zum aerodynamischen Abbau oder zum Fahrzeugverschleiss.»
Nochmals Laurent Mekies: «Es ist Tatsache, dass Max Dinge spürt, die wir mit unserer aktuellen Datenanalyse und den Sensoren im Auto nicht messen können. Das ist das Ergebnis seiner aussergewöhnlichen Sensibilität im Auto und des technischen Niveaus, das er besitzt.»
«Um ein Beispiel zu nennen: Max hat bereits Anfang dieses Jahres gespürt, dass es ein geringfügiges Problem mit der Lenkung gab, und wir konnten das anhand der Daten nicht erkennen. Aber dank ihm konnten wir es beheben.»
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