Formel 1

Alain Prost, Niki Lauda: Halo nicht DNA der Formel 1

Von Rob La Salle - 07.08.2017 15:06

​Die beiden Rennlegenden Alain Prost und Niki Lauda waren einst Stallgefährten bei McLaren-TAG Porsche. Nun stehen sie wieder Seite an Seite – als Gegner des Formel-1-Kopfschutzsystems Halo (Heiligenschein).

Niki Lauda war noch nie einer, der um den heissen Brei herumgeredet hat. Der Wiener bezeichnet das Formel-1-Kopfschutzsystem Halo schlicht als «deppert». Der 68jährige Weltmeister von 1975, 1977 und 1984 hielt schon vor Wochen als Gast von «Sport und Talk im Hangar-7» auf ServusTV fest: «Jeder Fahrer ist sich des Risikos bewusst, wenn er in einen Rennwagen steigt. Passieren kann heute wenig bis gar nichts. Durch den dauernden Sicherheitsgedanken ist die DNA der Formel 1 verlorengegangen.» Lauda hätte sich gewünscht, dass die FIA mit der Einführung des Halo gewartet hätte, «denn für mich ist die Entwicklung nicht abgeschlossen». Aber der Kopfschutz kommt. Zum Ärger von Lauda und 80 Prozent der Formel-1-Fans, wie Umfragen ergeben haben.

Red-Bull-Motorsportchef Dr. Helmut Marko umriss die Problematik so: «Die Gefahr war immer ein Teil der Faszination für den Motorsport. Der Sport ist sicherer geworden, und das ist richtig. Aber wenn es übertrieben wird, geht die Magnetkraft verloren. Du kannst nicht jedes Restrisiko ausschliessen. Ich verstehe auch nicht, wieso man riesige Auslaufzonen macht und dann Randsteine, welche die Autos beschädigen.»

Nochmals Niki Lauda: «Die erhöhte Sicherheit hat alles verändert. Dadurch haben die heutigen Fahrer nicht mehr den Biss, den Piloten wie Helmut Marko und ich früher haben mussten, um sich durchzusetzen. Wir waren ganz alleine, ungeachtet aller Gefahren. Die Freude am Fahren hat die Angst vor einem möglicherweise tödlichen Unfall überwogen. Heute ist das alles verschwommen. Klar ist es besser, wenn wir weniger Unfälle erleben. Aber dadurch haben wir eine ganz andere Generation von Piloten, mit wenigen echten Typen. Wir müssen wieder in eine Position kommen, dass die Autos sichtlich schwer zu bändigen sind, die Piloten sollen auf dem Siegerpodest wieder als Helden wahrgenommen werden, verschwitzt und geschafft, nachdem sie diese Monster beherrscht haben.»

Die beiden Österreicher finden Zustimmung bei Alain Prost. Der 62jährige Franzose, Formel-1-Champion von 1985, 1986, 1989 und 1993, sagt bei den Kollegen von motorsport.com: «Ich war immer einer, der Sicherheit verteidigt und gefördert hat. Aber ich kann nicht behaupten, dass ich mit diesem Halo glücklich bin. Er ist gegen den Geist der Formel 1, was das Design eines Rennwagens angeht, er ist gegen die Schönheit, gegen die DNA der Formel 1 und was ein Einsitzer darstellen sollte. Mir fällt es nicht leicht, das zu sagen, weil keiner gegen verstärkte Sicherheit argumentieren kann. Aber rein persönlich mag ich es einfach nicht, wie der Halo aussieht.»
Der 51fache GP-Sieger, Team-Mitbesitzer des Renault-Formel-E-Rennstalls: «Ich will an einem Formel-E-Renner keinen Halo sehen, aber ich fürchte, die wollen das Ding allen Einsitzern verpassen.»

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