Ecclestone über Ferrari: Budgetdeckel ändert nichts

Von Mathias Brunner
Formel 1
Bernie Ecclestone mit Sebastian Vettel

Bernie Ecclestone mit Sebastian Vettel

​Der langjährige Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone glaubt nicht daran, dass eine Budgetobergrenze im GP-Sport irgendetwas ändern wird: «Die Top-Teams werden immer einen besseren Job machen.»

Die Idee ist nicht neu: Seit Jahren plädieren die kleineren Formel-1-Rennställe für die Einführung einer Kostenbremse. Mittels einer Obergrenze, dem sogenannten Budget-Deckel, sollen die Grossen des Sports gezwungen werden, ihre Aufwände für die Königsklasse des Motorsports im Rahmen zu halten. Zuletzt kursierte im Fahrerlager eine Summe von 150 Millionen Dollar pro Jahr.

Aber Sauber-Teamchef Fred Vasseur sagte vor kurzem: «Das ist alles nicht so einfach. Wenn das wirklich so käme, dann wäre es für uns einfach, mit dem Kostendeckel auszukommen. Wir könnten gut mit 150 oder 170 Millionen leben. Aber wie soll das bei einem Top-Team gehen? Die haben rund 1000 Fachleute an der Arbeit, da kann doch nicht auf einen Bruchteil des heutigen Budgets zurückgehen und ihnen sagen, ihr müsst auf 400 Angestellte herunterfahren. Das ist doch nicht realistisch. So etwas muss ein Prozess sein, der mindestens vier Jahre dauert.»

«Wir müssen einen Weg finden, der für alle machbar ist. Es wäre für den Sport ganz schlecht, wenn die Formel 1 nur noch wegen des Kostendeckels in den Schlagzeilen ist und wie der reguliert werden soll. Eines ist klar: Die Kosten müssen runter. Für mich steht hier auch gar nicht die Zahl im Mittelpunkt – 150 Millionen, 170 oder 200. Es geht darum, in welche Richtung wir uns als Sport bewegen sollen.»

Sean Bratches, kommerzieller Leiter von «Formula One Management», stellt klar: «Wir reden hier nicht vom Vereinheitlichen. Wir wollen einfach die Rahmebedingungen so verbessern, dass es für weniger grosse Teams leichter wird, konkurrenzfähig zu sein.»

Der langjährige Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone bezweifelt, ob das mit einem Budgetdeckel zu erreichen ist. Der 87jährige Engländer sagt gegenüber meinem Kollegen Alan Baldwin von der Nachrichtenagentur Reuters: «Hätten wir einen Kostendeckel, dann würden die meisten Rennställe weiter hinten im Feld nicht besser arbeiten als heute. Wenn du Ferrari oder Mercedes oder Red Bull Racing einen Budgetdeckel verpasst, dann wird das nichts ändern. Top-Teams werden immer einen besseren Job machen und Mittel und Wege finden, um Geld auszugeben. Wenn wir von der Wirklichkeit reden, dann wird das nicht passieren.»

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