Fernando Alonso in Daytona: Podestplatz war möglich

Von Oliver Müller
Fernando Alonso in Daytona

Fernando Alonso in Daytona

​Beim 24-Stunden-Rennen von Daytona hatte Fernando Alonso Pech. Defekte am Ligier LMP2 ließen den McLaren-Star weit zurückfallen. Dennoch ist er mit dem Auftritt im Sportwagen zufrieden.

Nach 291 Formel-1-GP hat Fernando Alonso am Wochenende in Daytona (Florida) sein erstes Sportwagen-Rennen absolviert. In einem Ligier von Zak Browns United-Autosports-Team belegte der Spanier den 38. Platz und lag satte 90 Runden hinter dem siegreichen Cadillac. Doch trotz der schlechten Ausbeute zieht Alonso ein positives Fazit. «Ich habe ein gutes Gefühl in Bezug auf das Rennen am Wochenende und die ganze Veranstaltung an sich. Ich habe das alles wirklich sehr genossen», blickt der 36-Jährige zurück.

Nachdem Alonso in der Qualifikation Startplatz 13 herausgefahren hatte, ging es zu Rennbeginn im Feld von 20 Prototypen stetig nach vorne. Und da sein Ligier vor dem Fahrerwechsel auf Wagenpartner Phil Hanson eine Runde länger auf der Strecke blieb als die Klassenkonkurrenz, konnte Alonso das Fahrzeug sogar in Führung liegend übergeben!

Wirklich um den Sieg mitkämpfen konnten Alonso, Hanson und der dritte Pilot Lando Norris jedoch nicht. Ganz einfach deswegen, weil die Abstimmung des Ligier nicht perfekt auf das Layout des 5,729 Kilometer langen Kurses in Daytona passte. Über das ganze Wochenende fühlte sich das Trio im französischen Fahrzeug unwohl. Sowohl die Aerodynamik für die lang gezogenen Kurven des Bankings als auch die Traktion im engen Infield stimmten nicht hundertprozentig.

Als Hanson dann einen Reifenschaden erlitt, folgte der erste Rückschlag. «In einem der ersten Stints waren wir das fünfte Auto von fünf in der Führungsrunde. Aber mit der Reifenpanne haben wir vier Runden verloren, da es als Folge viel Schaden am Auto gab. Der Eintritt in die Nacht war ein ziemlich guter Teil des Rennens. Da fühlte sich das Auto überraschend konkurrenzfähig an», erklärt Alonso.

Ein defekter Bremszylinder kostete schließlich die Chance auf eine vordere Platzierung. Die Reparatur in der Garage dauerte mehr als 40 Minuten. Im Hinterfeld fahrend erlitt Alonsos Ligier im weiteren Rennverlauf noch ein zweites Bremsproblem sowie Schwierigkeiten mit dem Drosselklappensensor. Da entschied die Teamleitung, das Fahrzeug die letzten 75 Rennminuten in der Garage zu parken und nur noch einmal für die Fahrt über die Ziellinie auf die Bahn zu schicken.

Alonso weiter: «Aber trotz der Probleme, die wir hatten, habe ich einen guten Eindruck bekommen. Ich lernte, wie man mit der Müdigkeit, dem Management des Verkehrs auf der Stecke, den Gelbphasen, dem Fahren in der Nacht, den Fahrerwechselprozeduren und den Fahrvorbereitungen zwischen den Stints umgeht. Auch weiß ich nun, wieviel Ruhe und Erholung in der Box nötig sind, bevor man wieder ins Auto steigt.»

Ohne die technischen Schwierigkeiten hätte es für den zweimaligen Weltmeister und seine beiden Co-Piloten sogar ganz weit nach vorne gehen können. Als die meisten der favorisierten DPi strauchelten hatte der zweite Ligier von United Autosports einige Zeit auf dem dritten Platz gelegen. Doch dann fielen Will Owen, Hugo de Sadeleer, Paul Di Resta und Bruno Senna wegen eines Problems an der Kupplung noch auf Rang 4 zurück. Der Schwesterwagen war über die gesamte Daytona-Rennwoche jedoch stets der langsamere der United-Ligiers. Anders gesagt: Alonso und seine Kollegen hätten leicht Dritte werden können!

Nun steht weiter die Frage im Raum, ob Fernando Alonso neben der Formel-1-Saison im McLaren auch für Toyota die 24 Stunden von Le Mans bestreitet. «Falls ich nochmals ein 24-Stunden-Rennen absolvieren sollte, bin ich nun viel besser vorbereitet, da es mein zweites Mal sein wird. Ich kann Prototypen jetzt auf einem höheren Niveau fahren als vor zwei Wochen, da ich jetzt Dinge weiß, die ich vor 24 Stunden nicht kannte. Ich verlasse Daytona mit großartigen Erinnerungen und vielen Dingen, die ich gelernt habe», tritt der Spanier zufrieden die Heimreise an.

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