Emerson Fittipaldi: «Sebastian Vettel zu aggressiv»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Emerson Fittipaldi im Lotus E20-Renault

Emerson Fittipaldi im Lotus E20-Renault

​Die brasilianische Rennlegende Emerson Fittipaldi gibt in der Formel-1-Saison 2018 Ferrari gute WM-Chancen, tadelt aber Sebastian Vettel: «Beim Grossen Preis von Frankreich war er zu aggressiv.»

Die Besucher des italienischen Vergnügungspark Gardaland mussten mehrmals hingucken, aber er war es tatsächlich: Der zweifache Formel-1-Champion Emerson Fittipaldi spazierte mit Gattin Rossana und den beiden Kindern Emerson junior (11) und Vittoria (7) herum und liess sich keine Bahn entgehen.

Dazu nahm sich der Weltmeister 1972 (mit Lotus) und 1974 (mit McLaren) Zeit, über aktuellen Formel-1-Sport zu sprechen. Gegenüber den Kollegen von der Gazzetta dello Sport tadelt der 71-Jährige Ferrari-Star Sebastian Vettel: «In Frankreich hat er sich nervös machen lassen. Du kannst keinen Grand Prix in der ersten Kurve gewinnen. Aber du kannst ihn sehr wohl verlieren.»

Dennoch traut der 14fache GP-Sieger den Italienern viel zu: «Ich sehe ein Ferrari, das in dieser Saison technisch breiter aufgestellt ist als Mercedes und daher mehr Siegmöglichkeiten hat. Mercedes-Teamchef Toto Wolff hat das verstanden.»

Dann kehrt Indy-500-Sieger Fittipaldi zu Vettel zurück: «Wenn du Weltmeister werden willst, dann musst du über die ganze WM-Saison konstant Leistung bringen. Du musst mit Druck umgehen können, körperlich und geistig auf der Höhe bleiben. Ganz wichtig ist meiner Ansicht nach auch der Teamgeist.»

Klar hat sich Fittipaldi den Grossen Preis von Frankreich angeschaut. «Ich fand es ein nervöses Rennen, von der ersten Runde an. Vettel war zu aggressiv, als er Bottas attackierte.»

«Ich finde, die WM-Saison verläuft ausgeglichen. Wir sehen starke Fahrerleistungen, wie von Daniel Ricciardo in einem tollen Renner von Red Bull Racing. Verstappen ist noch sehr jung und angriffslustig. Für die Zukunft wünsche ich mir noch ausgeglichenere Rennen.»

Emerson Fittipaldi: In Le Castellet im Formel 1

Selber gesehen hat Fittipaldi die Rennstrecke von Le Castellet letztmals 2013. Da testete der Brasilianer einen Lotus (heute Renault): Im Rahmen einer Veranstaltung von Renault-Brasilien klemmte sich der ewig junge Emerson hinters Lenkrad eines 2012er Formel-1-Lotus E20, der sonst für Demo-Fahrten verwendet wird.

Fittipaldi über die Eindrücke: «Der Hammer! Das ist gemessen an meinen Autos früher ein anderer Planet. Du spürst in jeder Beziehung, welch enorme Fortschritte die Technik gemacht hat. Die Bremsleistung haut dich um, der Abtrieb ist unfassbar. Ich habe auch gestaunt, wie sensibel der Renault-Motor am Gas hängt. Du musst mit dem Gaspedal sehr sanft und präzise umgehen. Und dann mit welcher Unmenge von Daten die Fahrer und Ingenieure arbeiten können, es ist atemraubend.»

Emerson Fittipaldi begleitete damals eine Gruppe brasilianischer Journalisten in Frankreich, dabei guckten sich die Südamerikaner auch den neuen Turbo-Motor für die Formel-1-Saison 2014 an, der in Viry-Châtillon entwickelt wird. Später erhielten die Berichterstatter die Möglichkeit, ihr Fahrkönnen am Lenkrad von Formel-Renault-Flitzern zu beweisen. Höhepunkt für alle war jedoch die Formel-1-Ausfahrt ihres Idols.

Emerson Fittipaldi

144 Grands Prix
(von Grossbritannien 1970 bis USA 1980)
6 Pole-Positions
14 Siege
35 Podestplätze
6 beste Rennrunden
Weltmeister 1972 und 1974
CART-Champion 1989
Indy-500-Sieger 1989 und 1993

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