Ferrari: Wieso Kimi Räikkönen für 2019 ersetzen?

Von Mathias Brunner
Formel 1
Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen

Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen

​Einige italienische Zeitungen meldeten: Kimi Räikkönen werde 2019 durch Charles Leclerc ersetzt. Ferrari-Insider Leo Turrini meint: «Wozu? Ferrari hat doch das beste Fahrerduo der letzten 25 Jahre.»

Leo Turrini ist mit Ferrari aufgewachsen: Der italienische Journalist stammt aus Sassuolo, nur einen Steinwurf von der Fiorano-Teststrecke und der Ferrari-Stadt Maranello entfernt. Turrini war es, der die Trennung zwischen Ferrari und Teamchef Stefano Domenicali angekündigt hat, wenige Stunden später machte es Ferrari offiziell. Turrini hörte auch das Gras wachsen, als Spitzentechniker mehr oder weniger freiwillig Maranello verliessen. Kurzum: Leo ist bei Ferrari vorzüglich vernetzt.

Einige italienische Zeitungen sind vor kurzem vorgeprescht und haben als vollzogen gemeldet: Kimi Räikkönen werde 2019 durch Charles Leclerc ersetzt. Ferrari-Insider Leo Turrini meint jedoch gegenüber den Kollegen der italienischen Sky: «Wozu? Ferrari hat doch das beste Fahrerduo der letzten 25 Jahre. Wir haben einen Ferrari, der in voller Entwicklung steht und ein Team, das hervorragend zusammen arbeitet.»

Turrini ist keiner jener italienischen Berichterstatter, die Ferrari nach dem Munde reden. Seine Meinung eckt auch mal an, Leo scheut sich nicht davor, den Finger dahin zu legen, wo es wehtut. Dem Journalisten gefällt nicht, wie ab und an mit Sebastian Vettel umgesprungen wird. «Wenn er wie in Kanada gewinnt, dann schwärmen alle, oooh-aaah, der Nachfolger von Villeneuve und Schumacher. Nach einem Start wie in Frankreich wird er dann in der Luft zerrissen, weil er offenbar nicht einmal losfahren kann. Pardon, wir reden hier von einem vierfachen Weltmeister. Wie kann jemand daherreden, solch ein Mann könne nicht mit Druck umgehen?»

Wie Vettel dann im Österreich-GP Lewis Hamilton überholt hat, das hatte für Turrini mehr Bedeutung als ein reiner Platzgewinn. Es zeigte vielmehr, dass Ferrari auf Augenhöhe mit Mercedes angekommen ist. Ganz abgesehen davon, dass Hamilton später ausschied, eine weitere Demütigung.

Im gleichen Rennen auf dem Red Bull Ring verzichtete Ferrari darauf, die Reihenfolge Räikkönen–Vettel zu drehen. Kimi wurde hinter Max Verstappen Zweiter, Vettel Dritter. Durchaus denkbar, dass Sebastian am Ende der Saison genau diese drei Punkte in der WM-Schlussrechnung fehlen werden. Leo Turrini: «Räikkönen lag das ganze Rennen über vor Vettel. Er ist stark gefahren. Einer, der Ferrari liebt, der den Automobilsport und die Formel 1 liebt, so einer würde niemals einen Platzwechsel vorschlagen. Ja, die Punkte könnten am Ende fehlen, aber eine Stallorder wäre einfach falsch gewesen.»

Leo Turrini lobt: «Der Start von Kimi in Österreich war unfassbar gut, später ein schönes Manöver gegen Ricciardo und ein hoher Rhythmus bis ins Ziel. Wer Kimi Räikkönen bereits zum Alteisen zählen will, sollte vielleicht mal über die Bücher gehen. Kimi hat 116 Punkte gesammelt. Er musste zwei Ausfälle hinnehmen, die auf die Kappe des Teams gehen. Bei normalem Saisonverlauf wäre er im Titelrennen voll dabei.»

«Charles Leclerc ist eine logische und intelligente Wahl, aber niemand nimmt Ferrari den Monegassen weg. Ich finde es unglaublich, wie immer wieder auf Räikkönen geschossen wird, der 2018 einige Hammer-Rennen gezeigt hat.»

Fazit von Leo Turrini: Es gibt in dieser Form Kimi Räikkönens keinen Grund, den Finnen auszutauschen. «Ich finde es immer schön, Kimi in Bestform zu sehen – das tut nicht nur den Ferraristi gut, das ist auch gut für die ganze Formel 1.»

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