Lewis Hamilton: Sein Superbike-Speed machte Angst

Von Rob La Salle
Lewis Hamilton liess es ordentlich krachen

Lewis Hamilton liess es ordentlich krachen

​Der niederländische Yamaha-Pilot Michael van der Mark enthüllt nach dem Superbike-Test von Lewis Hamilton: «Wir mussten ihn dazu ermahnen, etwas weniger schnell zu fahren. Sein Speed machte Angst.»

Das hat die Zwei- und Vierrad-Fans fasziniert: Formel-1-Champion Lewis Hamilton hat sich Superbike-Testfahrten gegönnt, zusammen mit Alex Lowes und Michael van der Mark in Jerez (Andalusien). Der fünffache Weltmeister Hamilton sass dabei auf einer pechschwarzen Yamaha YZF-R1, setzte sich zwischendurch mal unfreiwillig ab, was glimpflich verlief, und war Feuer und Flamme. «Ich würde nur zu gerne Motorradrennen bestreiten. Aber diese Jungs fahren auf einem anderen Niveau, also beschränke ich mich darauf, solche Maschinen zu fahren und ein wenig die eigenen Grenzen zu erkunden. Mein Herz schlägt derzeit dafür, mit dem Motorrad auf die Rennstrecke zu gehen. Das hat meinen Respekt für die Zweirad-Asse weiter vertieft.»

Auf Instagram stellte Hamilton Fotos seiner Zweiradkünste und fragte dazu: «Wie findet ihr meine Schräglage?» Tausende von Fans reagieren darauf, aber nicht nur Fans. So antwortete der siebenfache Weltmeister Marc Márquez: «Mit einer Honda wäre die Schräglage noch viel eindrucksvoller, Kumpel, aber ich bin sehr glücklich, dich auf dem Motorrad zu sehen.»

Mag Biaggi schrieb: «Nicht übel, Lewis. Du solltest öfter mit dem Bike auf die Rennstrecke gehen, aber auf einer anderen Bahn fahren. Ruf mich an!» Und Jorge Lorenzo fragte: «Rundenzeiten?» Hamilton trocken zurück: «Nicht schnell genug.»

Yamaha-Fahrer Michael van der Mark hat nun ein wenig aus dem Nähkästchen geplaudert, was bei den Testfahrten in Jerez wirklich alles abgegangen ist. Der 26jährige Niederländer sagte dem Journalisten Ronald Vording von motorsport.com: «Lewis war zuvor schon zwei Tage lang gefahren, und langsam machte sich das Team etwas Sorgen wegen seines Tempos. Um genau zu sein, machte sein Speed Angst. Wir müssten ihn dazu ermahnen, etwas weniger schnell zu fahren. Er war sauschnell, aber sein Stil war wenig geschliffen. Es mangelte nicht an Schräglage, aber das Team fand, jetzt sei es ein wenig Zeit für professionelle Hilfe.»

«Am ersten Tag war ich mit Lewis alleine, am zweiten stiess mein Stallgefährte Alex Lowes hinzu. Am ersten Tag versuchte ich nur, ihn langsamer zu machen! Ich musste ihn einbremsen, denn der Kerl hat überhaupt keine Angst und versuchte, gewisse Kurven so schnell zu fahren wie mit den Rennwagen. Am zweiten Tag haben wir sehr viel am Fahrstil gearbeitet.»

«Es war sehr cool, mit ihm Zeit zu verbringen. Selbst wenn es im Grunde ja nur um Spass ging, ist er unfassbar wissensdurstig. Er fragte uns Löcher in den Bauch, das war wirklich interessant zu beobachten. Obschon es um Freizeit geht, hängt er sich voll rein. Er wollte das richtig machen und seine Zeit mit den Profis voll ausschöpfen.»

«Er ist absolut furchtlos und hat null Selbstzweifel. Er ist ein Naturtalent. Er war am Ende ungefähr sieben Sekunden langsamer als wir. Das ist schneller als die meisten Gelegenheitsfahrer. Der Kerl weiss, wie man Motorrad fährt. Schwer abzuschätzen, um wie viel schneller er noch fahren könnte.»

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