Formel 1

Kimi Räikkönen: So war der Abschied von Ferrari

Von - 21.12.2018 19:42

Weihnachtsfeier für die Ferrari-Belegschaft in Maranello: 3500 Fachkräfte aus Serienfertigung und Rennwagenproduktion haben Kimi Räikkönen bei seinem Abschiedbesuch applaudiert.

Es war der letzte Auftritt von Kimi Räikkönen in Maranello als Ferrari-Fahrer: Der Formel-1-Weltmeister von 2007 hat an der Weihnachtsfeier des italienischen Sportwagenherstellers teilgenommen. In einem extra für den Anlass aufgebauten Zelt sind die 3500 Fachleute aus Serienfertigung und Rennwagenproduktion zusammengekommen. Präsident John Elkann, Vize-Präsident Piero Ferrari, Geschäftsleiter Louis Camilleri, Formel-1-Teamchef Maurizio Arrivabene und Technikchef Mattia Binotto bedankten sich für den Einsatz ihrer Mitarbeiter.

Zu Beginn der Feier wurde ein Video gezeigt, das an den am 25. Juli 2018 in Zürich verstorbenen Sergio Marchionne erinnert. So manchem Wegbegleiter steckte ein Kloss im Hals. Viele dachten daran, wie der charismatische Spitzenmanager vor einem Jahr beim traditionellen Weihnachts-Mittagessen mit Journalisten kein Kerzchen anzündete, sondern gleich den ganzen Baum: Er führte den Leuten vor Augen, dass er von seinem Team mehr erwartet («Rang 2 ist kein schönes Ergebnis»), und er hat damals seinen Piloten Beine gemacht. Beim Thema Reglement redete er sich richtig in Rage.

Der Spitzenmanager mit kanadischem und italienischem Pass hatte wiederholt gedroht: Wenn Ferrari nicht bekommt, was Ferrari will, dann ist Ferrari weg. In Marchionnesisch hat sich das so angehört: «Wenn sich der Sport in die richtige Richtung entwickelt, dann sind wir offen, über alles zu reden. Aber wenn aus dem Sport eine Art Supermarkt werden soll, dann interessiert mich das nicht die Bohne.»

«Die Formel 1 gehört fest zur Geschichte von Ferrari. Und ich werde alles tun, um die Position von Ferrari im Sport zu schützen und zu wahren. Aber wir bleiben nicht um jeden Preis und auch nicht aus rein geschäftlichen Gründen. Die Formel 1 hat etwas Edles, etwas Nobles, das ist kein Sport wie jeder andere, wir wollen das bewahren helfen, und es sollte hier nicht nur rein ums Geschäft gehen.»

Zurück zum jüngsten Anlass in Maranello: Kimi Räikkönen wurde anlässlich dieser Feier verabschiedet. Nach 151 WM-Läufen in Rot (von 2007 bis 2009 und von 2014 bis 2018) ist Schluss, das ergab von den 3500 Menschen anhaltenden Applaus für einen sichtlich gerührten Räikkönen – «Iceman» am Schmelzen.

Schmelzen war auch bei Sebastian Vettel ein Thema: Er überraschte die Belegschaft mit Schokoladenkugeln, die wie ein Vettel-Helm verpackt waren, mit süssen Grüssen aus seiner Wahlheimat Schweiz.

Kimi und der vierfache Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel tauschten bei dieser Gelegenheit ihre Helme aus, das postete Räikkönen später auf Instagram mit den Worten: «Es war schön, mit dir zu arbeiten, Kumpel.»

Kimi Räikkönen bei Ferrari

2007
17 GP, 6 Siege, 12 Podestplätze, 3 Pole-Positions, 6 beste Rennrunden, Weltmeister
2008
18 GP, 2 Siege, 9 Podestplätze, 2 Pole-Positions, 10 beste Rennrunden, WM-3.
2009
17 GP, 1 Sieg, 5 Podestplätze, 2 beste Rennrunden, WM-6.
2014
19 GP, 1 beste Rennrunde, WM-12.
2015
19 GP, 3 Podestplätze, 2 beste Rennrunden, WM-4.
2016
21 GP, 4 Podestplätze, 1 beste Rennrunde, WM-6.
2017
19 GP, 7 Podestplätze, 1 Pole-Position, 2 beste Rennrunden, WM4.
2018
21 GP, 1 Sieg, 12 Podestplätze, 1 Pole-Position, 1 beste Rennrunde, WM-3.

Adresse dieses Artikels:

© SPEEDWEEK.COM
Kimi Räikkönen und Sebastian Vettel in Maranello © Instagram/KimiRäikkönen Kimi Räikkönen und Sebastian Vettel in Maranello

siehe auch

Formel 1

Robert Kubica: Nicht alle schaffen das Comeback

Produkte

Die Schweizer Fahrer in der F1: Der neue Massstab

Produkte

Legendary: Die Faszination Porsche 919 Hybrid

Formel 1

F1-Winterpause: Leiden Sie an Entzugserscheinungen?

Formel 1

Lewis Hamilton: Neid und Negativität statt Verehrung

Formel 1

Fahrer des Jahres 2018: So wählten die GP-Piloten

Formel 1

Fernando Alonso: So entsteht McLaren-IndyCar 2019

Formel 1

History: Singapur – alles begann mit haarigem Irrtum

Formel 1

Cyril Abiteboul (Renault) empört: «Kein Geschenk»

Formel 1

Toto Wolff: Ferrari ohne Kimi Räikkönen – ein Schlag

Formel 1

Ex-Renault/Nissan-Chef Carlos Ghosn: Neue Vorwürfe

Formel 1

Franz Tost: Die Wahrheit über Toro Rosso-Fahrer

Formel 1

Niki Lauda: «Ich hatte nie Angst um mein Leben»

Formel 1

Fernando Alonso: Von Toyota in die Wüste geschickt?

Formel 1

Preis geheim: McLaren P1 GTR à la Ayrton Senna 1988

Formel 1

Niki Lauda: Rührender Brief von Sebastian Vettel

Formel 1

Ross Brawn: Honda ist für Red Bull Racing eine Chance

Formel 1

Sensation: Wintertest Barcelona im Internet auf F1 TV

Formel 1

Zak Brown (McLaren): «Renault-Motor viel stärker»

Formel 1

Franz Tost (Toro Rosso): Honda jagt Mercedes/Ferrari

Formel 1

Brawn: Mit Leclerc weht für Vettel ein anderer Wind

Formel 1

Todt: Beziehung zu Schumacher enger als zuvor

Formel 1

Kubica zu Vettel: Auch nicht viel jünger als ich

Formel 1

Max Verstappen: Verstehe Ricciardo-Wechsel nicht

Formel 1

Jorge Lorenzo: «MotoGP zu F1 einfacher als umgekehrt»

Formel 1

Renault ackert: Pause Weihnachten/Neujahr gestrichen!

Formel 1

Neues Rätsel Racing-Raritäten: Ein kaltes Bügeleisen

Formel 1

Charles Leclerc, Ferrari: Noch vor Vettel und Schumi?

Formel 1

Michael Schumacher: Ausstellung im Ferrari-Museum

Formel 1

History: Ehre den Waagrechtstartern und Walzerkönigen

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.

Jorge Lorenzo: Das Ende einer großen Karriere

Von Günther Wiesinger
Viele alte Weggefährten umarmten Jorge Lorenzo heute nach seiner Rücktritts-Pressekonferenz. SPEEDWEEK.com blickt auf die außergewöhnliche Karriere des Spaniers zurück.
» weiterlesen
 

TV-Programm

Di. 10.12., 20:55, Motorvision TV
Top Speed Classic
Di. 10.12., 21:25, Motorvision TV
Racing Files
Di. 10.12., 22:00, SPORT1+
SPORT1 News
Di. 10.12., 22:30, Sport1
SPORT1 News Live
Mi. 11.12., 00:00, Anixe HD
Anixe Motor-Magazin
Mi. 11.12., 00:30, SPORT1+
SPORT1 News
Mi. 11.12., 01:25, SPORT1+
SPORT1 News
Mi. 11.12., 01:45, Hamburg 1
car port
Mi. 11.12., 02:55, SPORT1+
SPORT1 News
Mi. 11.12., 04:30, SPORT1+
SPORT1 News
» zum TV-Programm