Damon Hill: Hamilton gegen Bottas – viel Zündstoff

Von Mathias Brunner
Formel 1

​Nach Siegen steht es 2:2 zwischen Valtteri Bottas und Lewis Hamilton, nach Pole-Positions 2:1 für den Finnen, nach WM-Punkten 87:86 für Bottas. Damon Hill sagt: «Das muss Spannungen erzeugen.»

Jetzt mal Hand aufs Herz: Hätten Sie erwartet, dass Valtteri Bottas nach vier Rennen als WM-Leader zum Spanien-GP reist? Dies, nachdem der knuffige Finne 2018 ohne Glück und Sieg blieb? Mit einem bärenstarken ersten Saisonteil samt zwei Pole-Positions, zwei Siegen und einer besten Rennrunde spürt Bottas derzeit Rückenwind. Es ist eine der Überraschungen dieser noch jungen WM-Saison 2019. Nun stellt sich die Frage: Wie geht das weiter?

Mercedes-Teamchef Toto Wolff ahnt, was vielleicht auf ihn zukommt. «Die Situation erinnert mich ein bisschen an 2014, 2015 und 2016. Wir haben zwei Fahrer, die Weltmeister werden wollen. Wir hingegen möchten, dass sie im Auto zwar entschlossen zur Sache gehen, aber der gegenseitige Respekt muss bleiben.»

Ausgerechnet vor dem Spanien-GP wird Wolff mit Schaudern daran denken, wie es zwischen zwei Silberpfeilschützen krachen kann: Als sich Rosberg und Hamilton in Runde 1 des Barcelona-Rennens von 2016 von der Bahn kegelten.

Toto Wolff weiter: «Uns muss gemeinsam mit den Piloten diese besondere Situation sehr bewusst sein. Immerhin könnten Vettel und Leclerc sehr schnell zurück im Spiel sein. Wir dürfen keine verrückten Risiken eingehen.»

Der Engländer Damon Hill kann von interner Teamrivalität ein Liedchen singen: Er fuhr 1996 an der Seite von Neuling Jacques Villeneuve bei Williams – und setzte sich letztlich durch. Er wurde Formel-1-Weltmeister.

Der 22fache GP-Sieger aus England arbeitet heute als Formel-1-Experte für die britische Sky und meint im Rahmen der Motorrad-Ausfahrt «Harlow 250» (zur Unterstützung von Kindern mit Lernschwäche): «Mercedes dominiert nicht so wie früher. Ferrari wird Rennen gewinnen, und das wird wohl auch Red Bull Racing schaffen. Aber Bottas hat sich ohne jeden Zweifel gesteigert, und so könnte es leicht passieren, dass sich der Titelkampf zwischen den beiden Mercedes-Fahrern entscheidet. Das muss Spannungen erzeugen. Es ist unmöglich, für das gleiche Team um den Titel zu fahren und dem Anderen den Vortritt zu lassen.»

«Valtteri Bottas hat sich im vergangenen Winter viele Gedanken darüber gemacht, was 2018 schiefgelaufen ist. Er hat verstanden, dass er mehr aus sich herausholen muss, um Hamilton die Stirn zu bieten, und genau das tut er derzeit.»

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