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Formel 1Kolumne

Klappe auf, Klappe zu, Sport tot.

Der verstellbare Heckflügel hat seine erste Saison hinter sich. Hat er was gebracht?

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FIA Formula One World Championship

17.07.2026 - 13:15

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Offener Flügel am Kurvenausgang bei Vettel im Qualifying in Brasilien
Offener Flügel am Kurvenausgang bei Vettel im Qualifying in Brasilien
Foto: LAT
Offener Flügel am Kurvenausgang bei Vettel im Qualifying in Brasilien
© LAT

Vor Saisonbeginn schrieb ich hier einen Kommentar zum verstellbaren Heckflügel und tat dort, wie man es ja nun mal in einem Kommentar darf und soll, meine Meinung kund. Und nach der Saison muss ich sagen, dass sich an meiner ablehnenden Haltung nichts geändert hat, auch wenn es teilweise anders lief, als ich dachte. So war die Linie für die Abstandsmessung meist so gewählt, dass kein Spielraum für taktische Aktionen blieb, das wurde sicher gut gelöst.

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Was aber hat der verstellbare Flügel gebracht?

Ich kann mich an kein Rennen erinnern, wo der Flügel das Spannungselement erhöht hat. Entweder hat es gar nichts gebracht oder aber machte den Vordermann zum hilflosen Opfer.

Nochmals, nicht dass es hier ein Missverständnis gibt: Ich freue mich über jedes Überholmanöver, aber für mich gehört zu einem Zweikampf auch das Verteidigen der Position. Und beispielsweise in Istanbul oder Spa war das in meinen Augen geradezu lächerlich, wenn der Hintermann rund 20 km/h schneller am Vordermann vorbeifuhr. Flügel auf, Flügel zu, Sport tot. Dazu darf man eins nicht vergessen: Nur selten gab es in diesen Situationen einen Zweikampf über mehrere Runden. Im Gegenteil, der Hintermann kam aufgrund der besseren Reifen meist in Riesenschritten näher und flog geradezu vorbei. Nur wie wir ja wissen, ranfahren ist das eine, vorbeifahren das andere. So sollte es jedenfalls sein. Der Heckflügel hat da die Fans mehrfach um einen vielleicht schönen Kampf betrogen.

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Vor Unfällen blieben wir zum Glück verschont, obwohl die Systeme mehr als nur einmal versagten. Es gab nur harmlose Ausrutscher im Training.

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Apropos Training: Selbst auf einer kurzen Strecke wie Brasilien lagen zwischen der Trainingsbestzeit und der schnellsten Rennrunde mehr als 3 Sekunden. Einen solch grossen Unterschied gab es zuletzt in den Turbo-Zeiten mit Spritlimit, grenzenlosem Ladedruck im Quali und Qualifikationsreifen. Denn im Training können die Piloten ja den Flügel verstellen, wie sie wollen, sprich, wann immer sie aufs Gas gingen, wurde der Luftwiderstand reduziert. Was sicher je nach Strecke zwischen 1-2 Sekunden extra gebracht hat. Während im Rennen der Flügel ja nur auf vorher definierten Stellen geöffnet werden durfte.

Weit mehr als der Flügel führten die unterschiedlichen Reifenmischungen bzw. deren Verschleiss zu Überholmanövern. Auch wenn ich immer noch ein Freund davon bin, dass alle zu jedem Zeitpunkt die gleichen Bedingungen haben, so muss ich zugeben, dass die unterschiedlichen Reifenmischungen von Pirelli viel Würze ins Rennen gebracht haben. Und hier spielt ja auch eine Rolle, wie Fahrer und Auto mit den Reifen umgehen, was im Rennsport schon immer ein wichtiger Faktor war.

Ich würde mir nur noch wünschen, dass der Zwang, mehrere Mischungen zu verwenden, aufgehoben wird und dass Pirelli noch einen Reifen bringt, der unter Umständen auch das ganze Rennen halten würde. Hier kämen neue Elemente ins Spiel. Bin ich insgesamt schneller mit einem, zwei oder gar ganz ohne Stopp?

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Und wenn dann noch der Blödsinn mit Flügel wegfällt, wäre es wieder eine fast perfekte Formel 1. Zumindest für meinen Geschmack!

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