Fernando Alonso: «Was im Leben wirklich wichtig ist»

Von Petra Wiesmayer
Formel 1
Fernando Alonso denkt an die Opfer des Zugunglücks in Spanien

Fernando Alonso denkt an die Opfer des Zugunglücks in Spanien

Vor dem Grand Prix von Ungarn erklärte Ferrari-Pilot Fernando Alonso wie wichtig dieses Rennen für sein Team sei und philosophierte über Prioritäten im Leben.

Vor zehn Jahren feierte Fernando Alonso in Ungarn seinen ersten Sieg in der Formel 1. Mittlerweile hat der Spanier 32 Siege auf seinem Konto und zwei WM-Titel, 2005 und 2006, der Grand Prix von Ungarn 2003 wird für ihn aber immer unvergessen bleiben. «Ich weiß noch, dass meine Familie hier war und mein Vater sagte, dass dieser Tag der schönste seines Lebens sei. Ein Formel-1-Rennen zu gewinnen. Und auch am nächsten Tag wären sie noch sehr stolz auf diesen Sieg. Mein Vater arbeitete in einer Munitionsfabrik und meine Mutter in einem Einkaufszentrum, sie sind ganz normale Leute.»

Viel Zeit zum Feiern mit der Familie blieb dem damaligen Renault-Piloten aber nicht. «Ich musste unmittelbar danach mit Flavio Briatore und Jarno Trulli ins Flugzeug steigen und nach Polen fliegen, da wir am Montag einen Termin dort hatten. Meine Erinnerungen an dieses Rennen beschränken sich daher hauptsächlich auf diesen Flug nach Polen. Ich hätte so gerne mit meiner Familie gefeiert oder wäre auch nach Spanien geflogen, um Freunde zu treffen und dann musste ich nach Polen fliegen.»

Bezüglich der Gegenwart und den Änderungen in der Boxengasse, die nach dem Unfall des FOM-Kameramanns Paul Allen am Nürburgring diskutiert werden, unterstützt der 31-Jährige das Bestreben nach mehr Sicherheit. «Wenn etwas bezüglich der Sicherheit passiert, müssen wir reagieren und da sind auch alle einer Meinung. Den richtigen Weg zu finden, auf den sich alle einigen können, ist aber schwierig», sagte Alonso. «Die Höchstgeschwindigkeit in der Boxengasse zu senken, kann nicht schaden, da es das Gleiche für alle Teams ist und das Risiko für die Mechaniker verringert.»

Auch die Anzahl der Medienvertreter während der Freien Trainings zu reduzieren, sei sicher eine gute Idee, «denn manchmal sind es einfach zu viele.» Auch wenn die Boxenstopps eine Mindestdauer haben müssten, sei das für alle gleich, sagte der Asturier weiter. «Wir versuchen da alle, unsere Grenzen zu finden, die Reaktionszeit des Fahrers, die Schlagschrauber und die ganze Prozedur an sich. Wenn sie also eine Lösung finden, die Dauer zu verlängern, um die Sicherheit zu erhöhen, ist das das Gleiche für alle und ich glaube nicht, dass jemand dagegen sein wird.»

Der Grand Prix von Ungarn wird wohl der heißeste in der Geschichte, das Rennen mit den bisher höchsten Außentemperaturen in Bahrain 2005 hat der Ferrari-Pilot gewonnen. Auf die Frage, ob er und sein Team sich besonders vorbereitet hätten, sagte Fernando Alonso, alles sei wie immer. «Unsere Vorbereitungen waren nicht anders als auf andere Rennen, egal, wie hoch die Temperaturen am Sonntag sein werden. Wir werden das Rennen angehen wie immer und müssen bei diesem Temperaturen nur flexibel bei der Strategie sein, falls ein Extra-Stopp nötig sein sollte oder dergleichen. Was die Reifen betrifft, so werden wir morgen während der Freien Trainings versuchen, sie zu verstehen.»

Trotzdem sei das Rennen auf dem Hungaroring aber immens wichtig, betonte er. «Ein gutes Ergebnis ist am Sonntag auf alle Fälle wichtig, denn wir haben jetzt dann die Sommerpause und es wäre gut für die Motivation des Teams und unsere Hoffnung, dass wir die Lücke zu Sebastian Vettel in der Wertung etwas verkleinern können. Schlecht wäre, wenn die Lücke vor der Sommerpause größer würde. Das würde allen den Urlaub etwas vermiesen und die Motivation negativ beeinflussen.»

Neben all den Vorbereitung auf das anstehende Wochenende gestand der Spanier aber auch, dass er nach dem Zugunglück in Santiago de Compostela, bei dem 80 Menschen ums Leben kamen, seine eigenen Ziele und Probleme in einem etwas anderen Licht sehe. «Das ist ein sehr trauriger Tag. Da geht man abends ins Bett und denkt über seine Probleme nach und über die kleinen Dinge, die schief gingen oder was man besser machen will. Dann wacht man am Morgen auf und hört diese Nachrichten und es wird einem schnell klar, wie dumm man eigentlich ist, dass man nur an seine eigenen Dinge und sich selbst denkt und wie egoistisch man im Grunde ist», sagte Alonso.

«Solche Nachrichten machen einem klar, was im Leben wirklich wichtig ist. Man ist frustriert, weil man nichts tun kann. Man kann die Uhr nicht zurück drehen und diese Tragödie ungeschehen machen. Natürlich sind unsere Gedanken bei den Familien und allen Menschen in diesem Zug. Wir werden natürlich an diesem Wochenende unser Bestes geben, auch wenn wir wissen, dass wir dadurch niemanden glücklich machen können, wie auch immer das Ergebnis ausfällt.»

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