Maldonado: Lotus macht Druck, Sauber als Verlierer?

Von Mathias Brunner
Formel 1
Pastor Maldonado liess seinen Helm von den Mechanikern unterzeichnen

Pastor Maldonado liess seinen Helm von den Mechanikern unterzeichnen

In Sachen Fahrermarkt ändert sich die Situation fast stündlich: Lotus macht erheblichen Druck, um Pastor Maldonado doch noch unter Vertrag nehmen zu können.

Versöhnliches Ende zwischen Pastor Maldonado und Williams – der Sieger des Spanien-GP 2012 liess sich seinen Helm von allen Teammitgliedern unterzeichnen. Noch hat der Rennfahrer nicht entschieden, ob er damit das WM-Finale von Brasilien bestreiten wird.

Nachdem klar ist, dass Nico Hülkenberg zu Force India zieht, ist Pastor die Schlüsselfigur auf dem Transferkarussell. Wochenlang war der Fahrermarkt scheinbar erstarrt, nun ändert sich fast im Stundentakt etwas: Noch vor 24 Stunden waren sich Pastor Maldonado und der staatlich-venezolanische Ölkonzern PDVSA nicht sicher, ob man wirklich bei Lotus andocken soll. Die Venezolaner hatten Angst, dass ihr Geld vor allem zu Schuldentilgung verwendet wird, nicht zur Entwicklung eines besseren Autos. Und ihre Ego war angekratzt, weil die Lotus- und Quantum-Vertreter freimütig bekannt hatten, dass ihr Wunschpartner Nico Hülkenberg heisse.

Seither war Lotus-Teamchef in Brasilien nicht untätig. Gestern wurde hier in São Paulo bis tief in die Nacht mit Maldonado verhandelt, offenbar gelang dabei ein Durchbruch, ein Vertrag liegt unterschriftsreif auf dem Tisch. Nun heisst es hier im Fahrerlager: Lotus wird innerhalb der nächsten 48 Stunden die Verpflichtung von Pastor Maldonado vollziehen und verkünden (einige sprechen sogar davon, dass dies noch heute nach dem Rennen passiert) – damit ginge Sauber in Sachen Maldonado leer aus, die ebenfalls auf den Geldsegen von PDVSA gehofft hatten.

Der Grund, wieso Boullier so viel Druck macht: Er muss damit rechnen, dass der Deal mit der undurchsichtigen Quantum-Gruppe scheitert – selbst wenn er selber in Brasilien beteuert hat, dass Geld fliesse. Würde dem Franzosen neben Quantum auch noch PDVSA durch die Lappen gehen, wäre es um die Zukunft von Lotus schlecht bestellt – Teambesitzer Gerard Lopez ist nicht länger bereit, das Team aus eigener Tasche zu bezahlen. Im Internet kursieren E-Mails, in welchen Mitarbeiter in Sachen Lohnbezahlung um Geduld gebeten werden.

Plan C von Lotus heisst Sergio Pérez, aber dem Mexikaner wird eine Mitgift von nur knapp 15 bis 20 Mio Dollar nachgesagt, das ist für Lotus zu wenig.

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Mathias Brunner
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