Mercedes in Spanien: Stoppt Regen Rosberg & Hamilton?

Von Rob La Salle
Formel 1
Lewis Hamilton: Auch in China wurde auf nasser Bahn gekämpft

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Gibt es im fünften Rennen der Saison den fünften Triumph für die Silberpfeile? Das Mercedes-Team hat sich für den ersten europäischen WM-Lauf 2014 viel vorgenommen.

Fünf Rennen, fünf Siege – so lautet das einfache Ziel des Mercedes-Werksrennstalls zum Rennen auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya vom übernächsten Sonntag (11. Mai). Die Silbernen haben sich sorgfältig vorbereitet.

Toto Wolff: «Führung hin oder her – alles ist möglich»

Mercedes-Rennchef Toto Wolff schwankt zwischen Selbstbewusstsein und Vorsicht: «Nach vier Saisonrennen befinden wir uns in beiden Weltmeisterschaftswertungen in einer starken Position. Das erste Rennen der Europasaison bietet den Teams stets eine gute Gelegenheit, um Verbesserungen an ihren Autos einzusetzen. Natürlich gilt das für uns wie für alle anderen Teams auch und deshalb ist es unser Ziel, den Vorteil, den wir beim vergangenen Rennen in China hatten, weiter auszubauen. Wir haben bereits gesehen, dass unsere Rivalen unermüdlich daran arbeiten, den Rückstand auf uns aufzuholen. Jetzt liegt es an uns, diese Herausforderung anzunehmen und diese unermüdliche Arbeitseinstellung noch ausgeprägter umzusetzen als unsere Gegner.»

«Wenn wir in diesem Sport nachhaltig Erfolge erzielen wollen, müssen wir jeden noch so kleinen Vorteil als Möglichkeit ansehen, um einen noch grösseren Vorteil herauszuholen. Wir reisen mit einer guten Form und Stimmung nach Barcelona. Entscheidend ist jedoch, dass wir das nächste Rennwochenende genauso angehen wie das erste: In dem Wissen, dass noch eine lange Saison vor uns liegt, in der alles möglich ist.»

Paddy Lowe: «Wir lehnen uns nicht zurück»

Technikchef Paddy Lowe ergänzt: «Das Rennen in Barcelona findet nach der ersten dreiwöchigen Pause der Saison statt, dem ein nahezu durchgängiger Test- und Rennterminplan seit Ende Januar vorangegangen ist. Das hat vor allem unseren Jungs an der Rennstrecke die Chance gegeben, sich etwas zu erholen und ihre Akkus für ein langes Jahr aufzuladen, in dem auch wieder Testfahrten auf dem Programm stehen.»

«Die Rennpause ermöglichte es den Teams auch, an den Autos zu arbeiten und mehr neue Teile zum nächsten Rennen mitzubringen, als dies während der Back-to-Back-Rennwochenenden möglich ist. Barcelona ist aber nicht nur das erste Europarennen der Saison, sondern auch ein klassischer Meilenstein für Upgrades bei allen Teams. Auch in diesem Jahr können wir wieder eine ganze Reihe an Weiterentwicklungen im gesamten Feld erwarten.»

«Die Strecke stellt die Autos vor einige Herausforderungen: Sie verlangt nach der besten Kombination aus Leistung, Handling und Aerodynamik im gesamten Jahr. Man sagt oft, dass ein Auto, das in Barcelona gut funktioniert, für die gesamte Saison gut sein wird. Demnach sind wir gespannt darauf, wo wir im Vergleich zu unseren Konkurrenten stehen. Trotz der starken Performance bei den ersten Saisonrennen gab es in unserem Team keinen Anlass für Selbstzufriedenheit oder um sich zurückzulehnen. Unser Ziel ist es nicht nur, die Entwicklungsgeschwindigkeit unserer Rivalen mitzugehen, sondern sie zu übertreffen, um so unsere Führung in beiden Weltmeisterschaften auszubauen.»

Circuit de Catalunya: Vertraut und doch rätselhaft

Abgesehen vom Strassenkurs in Melbourne war die Formel 1 in dieser Saison bislang auf einigen der neuen Strecken mit modernem Design zu Gast. Auf diesen zählen meistens spezifische Leistungsbereiche der Autos und nicht das Gesamtpaket. Die Strecke in Barcelona ist hingegen ein traditioneller Kurs. Die Teams kennen die Strecke sehr gut, und sie bietet einen guten Referenzpunkt, um das Potenzial des Autos gegenüber der Konkurrenz einzuschätzen.

Barcelona ist normalerweise der Zeitpunkt für einige der grössten Evo-Pakete der Saison. Einer der Gründe dafür ist, dass es bei den vier Überseerennen zu Beginn der Saison schwierig und teuer ist, sperrige Pakete mit Unterböden, Karosserieteilen und Flügeln zu transportieren.

In Barcelona werden die Teams deshalb grundlegende Überarbeitungen an ihren Autos haben statt nur Neuerungen an individuellen Komponenten. Nach vier Rennen hatten die Teams nun auch genügend Zeit, um clevere Design-Ideen anderer Teams zu analysieren und zu versuchen, diese für ihre Autos nachzuempfinden. Dies gilt sowohl für aerodynamische als auch mechanische Komponenten. Insgesamt macht dies Barcelona zu einem entscheidenden Moment der Saison.

Wieder ein Reifendebakel?

Mit Blick auf den Reifenabbau zählt Barcelona zu den härteren Strecken der Saison. Aus diesem Grund kommen an diesem Rennwochenende die harte und die mittlere Reifenmischung zum Einsatz. In den Kurven 3 und 9 sowie in der Kurvenkombination 7 und 8 wirken hohe Lasten auf die Reifen. Zudem nutzt der aggressive Asphalt in Barcelona die Oberfläche der Reifen mehr als gewöhnlich ab. Diese Charakteristiken führen gemeinsam zu höheren Reifentemperaturen, besonders auf der linken Seite. Angesichts der relativ kurzen Geraden auf dieser Strecke gibt es nur ein eingeschränktes Zeitfenster, um die Energie und Temperatur in den Reifen wieder abzubauen. Deshalb spüren die Fahrer vor allem in den engen Schlusskurven einer Runde die Auswirkungen der überhitzten Reifen, da die Abfolge von stark belastenden Kurven vor dem letzten Sektor wenig Zeit für Erholung bietet.

Regen in Barcelona?

Anders als in Melbourne oder Shanghai, wo die Wetterverhältnisse sich von Tag zu Tag stark unterscheiden können, bleibt das Klima an den Rennwochenenden in Barcelona normalerweise konstant. Aus Ingenieurssicht verringert dies die Herausforderung, da der Schwerpunkt nicht mehr so stark auf der Wettervorhersage liegt, um so die Kühlungspakete und die Reifenvorbereitung zu optimieren. Die Temperaturen können jedoch von Jahr zu Jahr zwischen 18 und 29 Grad schwanken. Dies stellt eine eigene Herausforderung dar: Bis die Teams an der Strecke angekommen sind, kann es schwierig sein, zu wissen, welche Lösungen am besten zu den vorherrschenden Bedingungen passen.

Aber Wettersicherheit gibt es auch in Spanien nicht: Gegenwärtige Modelle sehen eine Schlechtwetterfront, die derzeit von Samstag bis Montag den Raum Barcelona beeinträchtigt.

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