Lewis Hamilton & Sebastian Vettel: Ärger in England

Von Mathias Brunner
Formel 1

Die Formel-1-Champions wurden am zweiten Testtag von der Technik ihrer Renner im Stich gelassen. Aufreger des Tages: Der neue Pirelli und das mögliche FRIC-Verbot. Tagesbester: Jules Bianchi im Ferrari.

Die zwei grossen Aufreger am zweiten Testtag in Silverstone: Der neue Niederquerschnittsreifen von Pirelli auf 18-Zoll-Felge (mehr dazu finden Sie HIER) und das mögliche Verbot des Aufhängungstricks namens FRIC (mehr darüber lesen Sie HIER).

Vor diesem Hintergrund ging der Testbetrieb fast ein wenig unter, aber der Reihe nach.

Lotus-Fahrer Charles Pic rückte mit dem neuen 18-Zöller aus, seine Rundenzeiten blieben unter GP2-Niveau. Pirelli-Rennchef Paul Hembery: «Wir sehen das mehr als eine Art Live-Präsentation. Zu keiner Zeit ging es um konkurrenzfähige Rundenzeiten. Wir wollten einfach mal zeigen, wie so ein Rad aussehen könnte.»

Charles Pic berichtete von einem extrem spontanen Einlenkverhalten, der Niederquerschnittsreifen vermittel ein viel direkteres Lenkgefühl. Um einen solchen Reifen Formel-1-tauglich zu machen, wird es viel Detail- und Testarbeit beim Druck und Sturz brauchen.

Pic legte 15 Runden zurück und verwendet vier von fünf Demo-Reifensätzen. In Silverstone wird gemunkelt, der grosse Rückstand habe aber nicht nur an den neuen Reifen gelegten: angeblich soll sein Lotus ohne das FRIC-System gefahren sein.

Der Reifen gibt so viel zu reden, dass Ferrari eine Online-Abstimmung darüber ins Leben gerufen hat, das Ergebnis folgt später.

Ärger für die Champions

Für Lewis Hamilton und Sebastian Vettel war der längere Aufenthalt in England keine Reise wert: Hamilton rutschte am Morgen mit kalten Reifen von der Bahn, kam dann aber nicht über fünf Runden hinaus in den ersten fünf Teststunden hinaus, weil an seinem Silberpfeil der Motor gewechselt wurde.

Erst am Nachmittag konnte der WM-Jäger von Nico Rosberg wieder ins Geschehen eingreifen und, unter anderem, einen neuen Zusatzflügel unterhalb des Heckflügels ausprobieren.

Die anderen Fahrer, die eine Testunterbrechung provozierten: Marussia-Fahrer Max Chilton (der anschliessend länger zugucken musste, weil Marussia auf neue Teile wartete) und Toro-Rosso-Fahrer Daniil Kvyat (der übrigens über Funk rapportierte, dass Hasen über die Piste laufen).

Ferrari und McLaren waren nur zwei von vielen Teams, die mit umfangreichen Messgittern ausrückten, an welchen so genannte Pitot-Rohre befestigt sind. Die Staudruckmesser geben darüber Ausschluss, wie die Luft über einen Rennwagen streift.
Caterham musste sein Programm umkrempelt: am Wagen von Nachwuchsfahrer Julian Leal ging das Steuergerät der Energierückgewinnung am Turbo kaputt. Die lange Pause führte dazu, dass der Indonesier Rio Haryanto nicht wie geplant zum Fahren kam.

Auch Weltmeister Sebastian Vettel stand (wieder einmal): er rollte wegen eines Defekts an der Antriebseinheit entlang der Hangar-Geraden aus, dann hiess es stundenlang Däumchendrehen.

Der Test endete vorzeitig: Nach einem Abflug von Giedo van der Garde im Sauber musste die Leitschiene repariert werden. Das liess sich nicht so schnell erledigen, um den Piloten einen letzten Lauf zu ermöglichen.

Silverstone-Test, Tag 2

1. Jules Bianchi (F), Ferrari, 1:35,262 (89 Runden)
2. Daniil Kvyat (RU), Toro Rosso-Renault, 1:35,544 (56)
3. Kevin Magnussen (DK), McLaren-Mercedes, 1:35,593 (91)
4. Giedo van der Garde (NL), Sauber-Ferrari, 1:36,327 (84)
5. Lewis Hamilton (GB), Mercedes, 1:36,680 (47)
6. Valtteri Bottas (FIN), Williams-Mercedes, 1:37,193 (40)
7. Max Chilton (GB), Marussia-Ferrari, 1:37,359 (77)
8. Daniel Juncadella (E), Force India-Mercedes, 1:37,449 (52)
9. Sebastian Vettel (D), Red Bull Racing-Renault, 1:39,410 (76)
10. Charles Pic (F), Lotus-Renault, 1:41,906 (38)
11. Julian Leal (COL), Caterham-Renault, 1:42,635 (51)

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