Motoren: Renault & Ferrari besorgt, was tut Mercedes?

Von Mathias Brunner
Formel 1
Die drei gegenwärtig in der Formel 1 engagierten Motorenhersteller

Die drei gegenwärtig in der Formel 1 engagierten Motorenhersteller

Die Motorentwickung ist für die kommenden Jahre schrittweise eingeschränkt. Hinter den Kulissen arbeiten Renault und Ferrari an einer Aufweichung. Stimmt Mercedes zu?

Noch vor wenigen Wochen hiess aus aus dem Lager von Mercedes, man sei in Sachen Motorentwicklung für alles offen. Doch in Singapur klang das anders. Nun gibt Mercedes-Renndirektor Toto Wolff zu bedenken: «Wenn jemand seinen Motor bis zur Homologation vom 28. Februar nicht hingekriegt hat, wieso soll er ihn dann zwei Monate später flott bekommen?»

Hinter den Kulissen machen Ferrari und Renault Druck. Sie wissen: wird der gegenwärtige Entwicklungsspielraum beibehalten, dann werden sie mit grosser Wahrscheinlichkeit auch 2015 Mercedes unterlegen sein. Denn die Fachkräfte der Marke mit dem Stern werden der Konkurrenz kaum den Gefallen machen, die Hände in den Schoss zu legen.

Renault und Ferrari streben einen Kompromiss an: Jene Wertmarken (mehr dazu gleich hier unten), die man für ein bestimmtes Jahr nicht braucht, sollen ihre Gültigkeit behalten und nicht verfallen. Ein anderer Vorschlag, der auf dem Tisch liegt: die Anzahl der Wertmarken erhöhen. Es ist noch völlig unklar, wie sehr Mercedes gewillt ist, den Gegnern da entgegen zu kommen.

Motoren entwickeln: So wird’s gemacht

Vereinfacht formuliert arbeitet der Autoverband FIA für die kommenden sechs Jahre mit einem Wertmarkensystem. Die neuen Antriebseinheiten sind für einen Zyklus von sieben Jahren ausgelegt, von Jahr zu Jahr dürfen die künftig vier Motorenhersteller (Honda kommt ja mit McLaren zurück) weniger und weniger an den Aggregaten verändern. In der Theorie der FIA werden so die Kosten verringert und die Triebwerke gleichen sich mehr und mehr in ihrer Leistung an.

Von Anbeginn einen kompletten Entwicklungsstopp zu verhängen, das war unrealistisch – sonst hätte Mercedes für die nächsten sechs Jahre einen überlegenen Motor!

Die Lösung: Die vom Autoverband definierten 42 zur Modifikation freigegebenen Teile der Antriebseinheiten werden in Wichtigkeitsstufen eingeteilt (1, 2 und 3). Die Summe dieser einzelnen Komponenten beträgt 66 Wertmarken. Die Motorenhersteller können nun selber entscheiden, wie sie ihre Wertmarken ausgeben wollen – je nach Entwicklungsbedarf eben.
Für neu entworfene Kolben oder einen anderen Lader sind beispielsweise zwei Wertmarken fällig, für ein neues Zündsystem eine Wertmarke, Veränderungen am Brennraum hingegen fallen mit drei Wertmarken ins Gewicht.

Fürs erste Evo-Jahr, also 2015, sind insgesamt 32 Wertmarken erlaubt, anders gesagt: gut die Hälfte des Motors darf umgekrempelt werden, immer im Rahmen des Erlaubten (Höhe des Blocks oder die Bohrung etwa sind tabu). Dann aber sinkt der Prozentsatz erlaubter Änderungen von Jahr zu Jahr rapide: auf 38% in der Saison 2016, auf 30% 2017, auf 23% 2018 sowie auf je 5% 2019 und 2020. Die Anzahl jener Teile, an welchen überhaupt nichts geändert werden darf, beträgt für 2015 8%, 2019 werden es 95% sein!

Bis zum 28. Februar 2015 werden die Motorenhersteller ihre Spezifikation definiert haben müssen. Ob die Homologationsfrist verlängert wird, weiss derzeit niemand.

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