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Christian Horner: «Vettel ging auch wegen Ricciardo»

War es nicht nur die Verlockung, für das berühmteste aller Formel-1-Teams zu fahren, die Sebastian Vettel zu Ferrari lockte? Sein ehemaliger Teamchef glaubt, dass mehr hinter dem Wechsel steckte.

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Vier Weltmeistertitel in Folge hat Sebastian Vettel mit Red Bull Racing von 2010 bis 2013 geholt, 2014 entpuppte sich aber als ein Seuchenjahr. Nur vier Mal in 19 Rennen stand der Heppenheimer auf dem Podium, drei Mal als Dritter und in Singapur als Zweiter. Siege für sein Team feierte sein Teamkollege, der die einzigen drei Rennen gewann, bei denen kein Mercedes-Pilot auf der obersten Stufe des Podiums stand.

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Genau diese Tatsache könnte auch eine Rolle bei der Entscheidung des 27-Jährigen gespielt haben, Red Bull Racing den Rücken zu kehren und zu Ferrari abzuwandern, glaubt sein ehemaliger Teamchef Christian Horner. Insbesondere das Überholmanöver beim Grand Prix von Italien, als Ricciardio Vettel in eine Falle lockte, sei wohl ein entscheidender Moment gewesen, glaubt er.

"Nach diesem Grand Prix war er unglaublich frustriert", sagte der Brite im Interview mit BBC F1. "Das war kurz nach der Sommerpause und, da ich Sebastian sehr gut kenne, konnte ich sehen, dass er sehr abgelenkt war und offenbar etwas im Hinterkopf hatte. Ich glaube, dass Ferrari ihn zu dieser Zeit heftig umworben hat und er da auch die Entscheidung getroffen hat, nächstes Jahr etwas anderes zu tun."

Die endgültige Entscheidung sei wohl im September zwischen Monza und Singapur gefallen, vermutet Horner. "In Singapur konnte man sehen, dass er anderer Mensch war. Er war gelassener und man konnte erkennen, dass er einen Entschluss gefasst hatte" so Horner. Daher sei er auch nicht sehr überrascht gewesen, als Vettel verkündete, dass er Red Bull Racing verlassen würde.

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Der Deutsche betonte zwar, dass er vor nichts bei Red Bull Racing weglaufen würde, nur einen Umgebungswechsel brauche und daher die Chance ergriffen habe, für Ferrari zu fahren. Es sei schon immer sein großer Traum gewesen, für das Team zu fahren, mit dem sein Kindheitsidol Michael Schumacher fünf Weltmeisterschaften gewonnen hat.

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"Das Timing hat für Sebastian einfach gepasst. Er hatte eine großartige Zeit mit uns und war bei Red Bull seit er 12 Jahre alt war", zählte Horner auf. "Er hat vier Weltmeisterschaften gewonnen, 39 Grands Prix, stand 45 Mal auf der Pole Position und ich glaube er hatte das Gefühl: 'Ich bin jetzt 27 Jahre alt und will meine Karriere nicht beenden, ohne für Ferrari gefahren zu sein und habe jetzt die großartige Gelegenheit, dort hin zu gehen.'" Diese Verlockung sei für jeden Fahrer einfach zu groß, erklärte der Red-Bull-Racing-Teamchef.

Eine entscheidende Rolle, bei der Scuderia anzuheuern, sei sicher auch Daniel Ricciardo gewesen, räumte Horner ein. Vettel beendete die Saison auf Platz 5 der Fahrerwertung, Ricciardo war Dritter und auch im Qualifying hatte der Deutsche ganze elf Mal das Nachsehen. Bei zwölf Rennen landete Vettel hinter seinem Teamkollegen und wurde mehr als ein Mal sogar von seiner Box angewiesen, für den Australier Platz zu machen. Eine Situation, die für einen viermaligem Weltmeister nur schwer zu verdauen ist.

"Er mochte nicht, was aus der Formel 1 geworden war und nahm darüber auch kein Blatt vor den Mund – er mochte die Motoren nicht, den Sound, die Art, wie sich das Auto anfühlte", betonte Horner. "Er war am Anfang ziemlich verärgert, als ihm aber klar wurde, dass sich nichts ändern würde, arbeitete er sehr hart, so, wie er das immer getan hat. Als das Auto aber immer noch nicht tat, was er wollte, wurde er sehr frustriert und die Tatsache, dass sein Teamkollege ein paar Rennen gewann und die Leistungen zeigte, die er zeigte, verschlimmerte die Lage noch."

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