Nach Malaysia-GP: Honda und Renault akut gefährdet

Von Mathias Brunner
Formel 1
Der Renault-Motor ist noch zu anfällig

Der Renault-Motor ist noch zu anfällig

Bevor sich die Rennställe nicht zusammengerauft und einen fünften Motor pro Fahrer und Saison beschlossen haben: es gilt weiterhin die Regel – nur vier Antriebseinheiten. Das bringt einige schon jetzt in Schräglage.

Der Vorschlag liegt auf dem Tisch: Pro Formel-1-Pilot und Saison soll es wie in der vergangenen Saison fünf Antriebseinheiten geben, nicht vier, wie im Reglement für die Saison 2015 verankert ist. Die Strategiegruppe und Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone wollen zurück zur alten Lösung aus zwei Gründen – sie befürchten, dass die Teams die Autos aus Vorsicht noch weniger auf die Bahn schicken, also würden die Fans noch weniger Aktion zu sehen bekommen. Einige Motorentechniker wiederum sind sowieso davon überzeugt, dass man mit nur vier Aggregaten kaum über die Saison kommt, vor allem bei Honda und Renault sind Strafen programmiert.

Zur Erinnerung: Wer mehr Elemente der Antriebseinheiten benötigt, wird bestraft. Grosser Unterschied zu 2014: Wer zehn Ränge zurück muss, im Training aber, sagen wir nur 18. war, dessen Strafe wird nicht auf den folgenden Grand Prix übertragen wie noch in der Saison 2014. In unserem Beispiel wird das 2015 so laufen – der Fahrer rückt um zwei Ränge an den Schluss des Feldes (wir haben ja nur 20 Autos), der Rest der Strafe wird im Rennen als Zeitstrafe abgesessen.

Unsere Tabelle zeigt den Stand der Technik nach dem Malaysia-GP. Die 1 bedeutet, dass noch die erste Komponente der verschiedenen Elemente im Wagen steckt. 2 bedeutet, dass schon einmal gewechselt werden musste. Im Auto von Jenson Button wird in China schon der dritte Turbolader im Einsatz sein.

Besonders schlecht stehen die Fahrer von Honda und Renault da, aber auch Lewis Hamilton und Nico Hülkenberg sind schon aus dem geplanten Rhythmus herausgefallen, weil an ihren Mercedes-Triebwerken die Steuer-Elektronik gewechselt werden musste.
Im Red Bull Racing-Renner von Daniel Ricciardo ging im Training zum Grossen Preis von Australien schon nach 50 Kilometern der Renault-Motor kaputt. Alonso ist der Leidtragende eines Motorschadens im Fahrzeug von Kevin Magnussen, während der Aufwärmrunde zum Start. Bei Jenson Button wurde nach dem freien Freitagtraining ein Schaden am Verbrennungsmotor entdeckt, zu retten waren von der Antriebseinheit nur der Generator der kinetischen Energierückgewinnung, der Rest ist Schrott.

Der Malaysia-GP hat die Sorgen von Honda nicht verringert: im Rennen musste Button wegen Turboschadens aufgeben, im Wagen von Alonso kollabierte die Kühlung der Energierückgewinnung. Noch ist nicht klar, welche Elemente dabei in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Auch bei den anderen Teams laufen derzeit die Untersuchungen, ob die empfindliche Technik die Tortur des Malaysia-GP unbeschadet überstanden hat. Wer welche Teile austauchen musste, werden die Teams dem Autoverband erst in knapp zehn Tagen bei den FIA-Regelhütern melden.

Die Antriebs-Einheit wird reglementarisch in sechs Elemente aufgeteilt:
– V6-Verbrennungsmotor






– Turbolader

– MGU-K (steht für «motor generator unit – kinetic»; also der Generator für die kinetische Energie, die beim Bremsen gesammelt wird)


– MGU-H (steht für «motor generator unit – heat»; also der Generator für jene Energie, die beim Turbolader gesammelt wird)
– Batterie-Paket
– Kontroll-Elektronik für jedes einzelne dieser Elemente

Stand nach dem Malaysia-GP

Verbrennungsmotor – Turbolader – MGU-K – MGU-H – Batterie – Elektronik

Lewis Hamilton (Mercedes): 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 2
Nico Rosberg (Mercedes): 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1
Daniel Ricciardo (Renault): 2 – 2 – 2 – 2 – 1 – 2
Daniil Kvyat (Renault): 2 – 1 – 1 – 1 – 1 – 2
Felipe Massa (Williams): 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1
Valtteri Bottas (Williams): 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1
Sebastian Vettel (Ferrari): 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1
Kimi Räikkönen (Ferrari): 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1
Fernando Alonso/Kevin Magnussen (Honda): 2 – 2 – 1 – 2 – 1 – 1
Jenson Button (Honda): 2 – 3 – 1 – 2 – 2 – 2
Nico Hülkenberg (Mercedes): 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 2
Sergio Pérez (Mercedes): 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1
Max Verstappen (Renault): 1 – 1 – 1 – 1 – 2 – 2
Carlos Sainz (Renault). 1 – 1 – 1 – 1 – 2 – 2
Romain Grosjean (Mercedes): 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1
Pastor Maldonado (Mercedes): 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1
Marcus Ericsson (Ferrari): 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1
Felipe Nasr (Ferrari): 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1
Will Stevens (Ferrari): 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1
Roberto Merhi (Ferrari): 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1

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