Jenson Button: «Weniger Eier, mehr streicheln»

Von Mathias Brunner
Jenson Button gibt sich als Fatalist

Jenson Button gibt sich als Fatalist

Formel 1 ist nicht mehr Formel 1. McLaren-Honda-Star Jenson Button spricht über die Veränderungen beim Fahren und die Aussichten auf ein gutes Ergebnis in Kanada.
Jenson, was erwartest du vom Wochenende?

Es wird ohne Zweifel schwieriger als in Monaco. Montreal, das ist immer eine grosse Portion Unwägbarkeit. Wenn es ein Rennen gibt, dessen Ausgang nicht einzuschätzen ist, dann ist es Montreal. 2014 war ich in der zweitletzten Runde noch Achter, am Ende war ich Vierter. Zwei Gegner überholte ich, zwei crashten. Wir lange Geraden hier, aber wir machen Fortschritte.

Was bedeuten die Änderungen von Honda?

Ich erwarte mir da vor allem Verbesserungen in Sachen Effizienz, weniger in punkto rohe Power.

McLaren-Chef Ron Dennis rührt die Werbetrommel in Dänemark für mehr Geld für Kevin Magnussen. Macht dir das keine Sorgen?

Was immer passieren soll, passiert eben. Meine Zukunft war Ende 2014 monatelang in der Schwebe und doch sitze ich nun mit euch hier.

Wie lässt sich auf den ersten Punkten von Monaco aufbauen?

Man muss da vorsichtig sein. Monte Carlo ist kein normaler Grand Prix, aufgrund der Pistencharakteristik. Eigentlich sind wir besser in schnellen Kurven.

Schmerzt es nicht, wenn man nach sechs Rennen mit so wenigen Punkten dasteht?

Man muss nehmen, was das Leben einem bietet. Es bringt nichts, über sein Schicksal zu lamentieren. Wenn wir das tun, dann werden wir noch eine ganze Weile sehr deprimiert sein. Wir gewinnen nicht, wir wissen das, aber auf dem Weg zurück zur Spitze braucht es eben auch Geduld und kleine Etappenziele. Monaco war ein solches Etappenziel, das uns einen Selbstvertrauens-Turboschub gegeben hat.

Was wird hier eine Rolle spielen?

Du musst den Balance-Akt zwischen Abtrieb und Reifennutzung finden. Denn wenn du die Flügel zu flach stellst, dann bringst du die Reifen nicht zum Arbeiten. Wenn du sie zu steil stellst, dann bist du auf den Geraden Freiwild. Die Reifen sind generell härter, also wird es wie in Monaco nicht einfach sein, die Walzen auf Temperatur zu bringen. Obschon wir die weichsten beiden Mischungen dabei haben.

Zudem ist die Kraftentfaltung der modernen Formel-1-Renner eine ganz andere. Früher sprach doch keiner vom Drehmoment, du hast einfach aus den Kurven heraus Vollgas gegeben. Wenn du das heute machst, dann hängst du gleich in einer Mauer. Wir haben noch im fünften Gang durchdrehende Räder! In der vergangenen Woche fuhr ich in Silverstone einen 2011er McLaren, und ich schaffte es nicht, im zweiten Gang die Räder zum Durchdrehen zu bringen. Unfassbar, wieviel Abtrieb das Auto mit dem angeblasenen Diffusor entwickelte.

Was macht mehr Spass in Sachen Fahren – das Feingefühl jetzt oder volle Kanne von damals?

Sagen wir es so: Früher hast du mehr Eier gebraucht, heute musst du das Auto streicheln. Du musst mit den Turbos das Gas ständig modulieren, etwas zu viel Gas, und du stehst sofort quer.

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