Force India: Lotus ein Rätsel, Red Bull im Visier

Von Mathias Brunner
Sergio Pérez im Force India vor den beiden Lotus

Sergio Pérez im Force India vor den beiden Lotus

Force-India-Chef Vijay Mallya hat keck WM-Rang 4 als Ziel verkündet: dazu muss Red Bull Racing geschlagen werden! Und Force India muss Lotus hinter sich halten. Kann das klappen?

In der Formel 1 werden die Ziele hoch gesetzt. Nachdem Force India mit einem kaum verbesserten Wagen, der spät fertig geworden ist, locker im Mittelfeld mithalten kann, ist Mitbesitzer Vijay Mallya ziemlich frech geworden: «Wenn es so weitergeht mit dem verbesserten Modell, dann sehe ich keinen Grund, wieso wir nicht WM-Rang 4 anvisieren sollten», sagt der indische Unternehmer.

Derzeit hält Red Bull Racing diesen vierten Rang (hinter Mercedes, Ferrari und Williams), mit 63 Punkten. Force India steht bei 39 Zählern, es folgen Lotus (29), Sauber (21) und Toro Rosso (19), die das Mittelfeld bilden, gefolgt von den Sorgenkindern McLaren-Honda (5 Punkte) und Manor-Marussia (ohne Punkte).

Was rohen Speed angeht, so müsste sich Force India eigentlich gegen Lotus und Toro Rosso warm anziehen, aber für Force-India-Fahrer Sergio Pérez ist die Darbierung der Schwarzen derzeit ein einziges Rätsel.

Der Mexikaner sagt: «Gut, in England haben wir die ganzen Verbesserungen eingeführt. Aber zuvor zeigten all unsere Simulationen, dass Lotus eine gute halbe Sekunde schneller sein müsste als wir. Aber aus verschiedenen Gründen, nicht zuletzt in Sachen Standfestigkeit, können sie dieses Potenzial nicht umsetzen.»

Zur Erinnerung: Force India und Lotus verwenden den gleichen Mercedes-Motor.

Das Ergebnis von England unterstreicht die Worte von Pérez: beide Lotus draussen, mindestens ein Force India in den Punkten, das ist keine Seltenheit, sondern schon fast die Regel.

In neun bisherigen WM-Läufen kam Nico Hülkenberg acht Mal ins Ziel, davon vier Mal in den Punkten und davon drei Mal in den letzten drei Rennen.

In seinen neun Einsätzen 2015 kam Pérez fünf Mal in die Punkte und bei allen neun Rennen ins Ziel! Das haben nur vier andere Fahrer geschafft – Lewis Hamilton, Nico Rosberg, Sebastian Vettel sowie Felipe Massa.

Da fällt die Lotus-Bilanz im Vergleich weniger schmeichelhaft aus: Romain Grosjean bei neun GP vier Mal in den Punkten (aber letztmals in Kanada), sechs Mal im Ziel, drei Mal out.

Pastor Maldonado fiel sechs Mal aus, kam einmal ohne Punkte ins Ziel und holte nur zwei Mal Punkte.

Pérez macht sich trotzdem Sorgen: «Sobald Lotus die Schwierigkeiten mit der Standfestigkeit in den Griff bekommen hat, werden die unser grösster Gegner sein, wenn wir den fünften Platz verteidigen wollen. Ich halte auch von Toro Rosso eine Menge, die haben ganz offensichtlich ein hervorragendes Auto. Wenn aber all unsere Verbesserungen das bringen, was wir uns von ihnen erhoffen, dann dürfen wir uns ruhig nach vorne, also Richtung Red Bull Racing orientieren. Bislang war unsere grosse Schwäche das Handling in schnellen Kurven. Wenn der Wagen da ruhiger liegt, dann werden wir noch schneller.»

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