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McLaren-Honda: Gefangene des eigenen Konzepts
​Wann kommt McLaren-Honda wieder in die Nähe eines Siegerpodests? Im ersten Teil unserer Journalistenrunde geht es um die Frage, welche Fortschritte 2016 erreicht werden können.
Formel 1
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Jetzt mal Hand aufs Herz: Wüssten Sie auswendig, wann letztmals ein McLaren-Fahrer auf einem Siegerpodest stand? Wann ein Pilot des britischen Traditionsrennstalls von der Pole-Position losbrausen konnte oder die beste Rennrunde fuhr? Wann ein McLaren-Fahrer letztmals einen WM-Lauf gewann?
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Wenn Sie auch nur eine dieser Fragen mit nein beantworten müssen, dann steht fest: Es ist zu lange her. Also der Reihe nach. Letzte Podestplätze: Australien 2014 (Rang 2 für Kevin Magnussen, Platz 3 für Jenson Button, beide rückten um einen Rang hoch, nachdem Daniel Ricciardo der zweite Platz in Melbourne aberkannt werden musste.)
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Letzte Pole-Position: Brasilien 2012 (Lewis Hamilton)
Letzte beste Rennrunde: Malaysia 2013 (Sergio Pérez)
Letzter Sieg: Brasilien 2012 (Jenson Button) Im ersten Teil unserer Expertenrunde aus Luis Vasconcelos (Portugal), Tony Dodgins (England) und Mathias Brunner gehen wir der Fragen nach, welche Fortschritte McLaren-Honda 2016 erreichen können und wo sie am Ende der Saison liegen werden.
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Wo steht McLaren-Honda? Wo wird diese Saison hinführen? Luis Vasconcelos Vor einem Jahr war ich der grosse Optimist der Runde und habe gesagt: Sie werden Gesamtsechste. Das wiederhole ich heute: Sie werden die WM auf Rang 6 beenden. Vor einem Jahr war ich davon überzeugt, dass die Autos im Laufe der Saison standfest werden würden, aber das ist nicht passiert. Am Ende brauchte der eine Fahrer zwölf Motoren und der andere elf Antriebseinheiten. Aber die grossen Probleme blieben: Was beim Test von Abu Dhabi 2014 schiefgelaufen war, das behinderte Honda beim WM-Finale 2015 in Abu Dhabi noch immer. Für 2016 ist die Standfestigkeit endlich verbessert worden. Wenn diese Basis stimmt, dann kann schrittweise an der Erhöhung der Leistungsfähigkeit gearbeitet werden. Und das wiederum hilft McLaren, weil die Briten dann eher wissen, wo sie mit ihrem Chassis stehen. Das war 2015 kaum möglich, weil die ständigen Motorenprobleme das Team am Fahren behinderten. McLaren-Honda wird vor Manor und Sauber liegen, auch vor Renault, weil McLaren viel schneller entwickeln kann und vor Toro Rosso. Ich sehe McLaren auch vor Force India, weil McLaren mehr Geld zur Entwicklung einsetzen kann.
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Was mich aber mehr interessiert als der WM-Schlussrang: Kann McLaren-Honda den Abstand zu Leader Mercedes-Benz verringern? Daran glaube ich nicht. Mercedes wird mindestens so effizient entwickeln wie Honda, und ich finde das Chassis von McLaren jetzt nichts Besonderes. Mathias Brunner Ich versuche, einen Schritt weiter zu denken. Wie sie 2016 abschneiden, das ist eine Frage. Und was Luis sagt, stimmt alles. Wobei ich sogar glaube, dass McLaren-Honda die Kapazität hat, um auch noch Haas abzufangen und WM-Fünfter zu werden. Aber für mich die reizvollere Frage ist – was passiert 2017? Wir stehen vor einer markanten Reglementänderung. Hier gibt es zwei Einflussfaktoren. Der eine ist die eigene Entwicklungsrate. Der andere Faktor ist, was letztlich mit dem Reglement passiert. Die Diskussion um das neue Reglement war endlos, dabei mussten die Rennställe längst an Konzepten für 2017 arbeiten. Die meisten machen das auch, aber in manchen Punkten planten sie gezwungenermassen ein wenig ins Blaue hinaus. Wenn die grosse Änderung im Reglement kommt, dann kann das für viele Rennställe, auch für McLaren-Honda, eine Abkürzung Richtung Spitze sein. Ich halte es für wesentlich schwieriger, ein dominantes Team wie Mercedes einzuholen, wenn das Reglement stabil ist. Denn bei normaler Entwicklung sehe ich für die gesamte Konkurrenz keine Mittel und Wege, die Klassenbesten einzuholen.
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Nehmen wir Adrian Newey, den viele im Fahrerlager, ich eingeschlossen, für den besten Formel-1-Techniker der Gegenwart halten. Aber nicht einmal er schafft es, vor dem Hintergrund dieses Würge-Reglements Ideen einzubringen, die Red Bull Racing wieder in Siegnähe bringen. Frische Regeln belohnen immer die besonders kreativen Köpfe. Das ist eine grosse Chance. Aber wer liegt da derzeit intuitiv richtig? Renault-Technikchef Bob Bell hat gesagt – wer nicht schon vor einem halben Jahr mit dem Konzept fürs 2017er Auto begonnen hat, der ist schon im Rückstand. Das finde ich eine bemerkenswerte Aussage, denn damals wussten die Ingenieur doch gar nicht, wie die Regeln genau aussehen werden. Luis Vasconcelos Und Bob weiss genau, wovon er spricht, denn als wir zum ersten Mal über die Änderung für 2017 sprachen, da stand er noch in Mercedes-Diensten. Daher muss ihm bewusst sein, was bei Mercedes-Benz alles schon in die Wege geleitet worden ist. Tony Dodgins Lasst uns zu McLaren zurückkommen: Ich finde es ein wenig deprimierend, dass McLaren-Honda im Winter nicht ein grösserer Schritt nach vorne gelungen ist. Schaut euch doch an, was Ferrari von 2014 auf 2015 vollführt hat – das war ein dramatischer Fortschritt. 2014 hatten sie im Interesse der Aerodynamik einige Zugeständnisse bei der Antriebseinheit gemacht, und das war ein Fehler. Honda hat 2015 den schlechtesten Motor gebaut, mit enormen Problemen beim Verwenden der gespeicherten Energie. Sie sagten, diese Schwierigkeiten seien gelöst, aber ich hatte bei den ersten Rennen den Eindruck, sie hinken in Sachen Leistung weiter hinterher. Wir liegen da bei 80 bis 100 PS, das sind 1 bis 1,2 Sekunden. Ich halte das McLaren-Chassis auch nicht für das Beste, aber der Löwenanteil des Rückstand geht noch immer auf die Antriebseinheit zurück. Zudem wurde das gleiche Konzept behalten. Okay, der Turbolader wurde grösser, aber die Architektur der Antriebseinheit beschränkt die Möglichkeiten. Mercedes hat die ganzen Nebenaggregate anders angeordnet, das schenkte den Technikern viel mehr Spielraum. Ich frage mich also: Sind die Honda-Motorenleute nicht ein wenig Gefangene des eigenen Konzepts? Ist ein neues Konzept notwendig, um den grossen Schritt nach vorne zu machen?
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Wir haben noch immer das Honda der 80er und 90er Jahre im Kopf, und da wurden Änderungen ratzfatz umgesetzt. Heute erkenne ich in der Firma McLaren weniger die Racer, sondern eher die Geschäftsleute einer vielfältig tätigen Gruppe. Mir kommt das alles ein wenig schwerfällig vor, und generell steht solches Denken raschem Fortschritt im Weg. Mathias Brunner Mich enttäuschte im vergangenen Jahr, wie mit der misslichen Situation umgegangen wurde. Ein Team sollte zusammenstehen, ganz besonders dann, wenn die Dinge nicht nach Wunsch laufen. Wenn ein Rennstall Erfolg hat, dann ist alles rosig und niemand stellt wirklich kritische Fragen. Aber wenn ein Team in eine Krise schlittert, dann ist Charakter gefragt. Sehr schnell zeigten sich da zwischen Honda und McLaren Risse. Der Motor sei nicht so gut, irgendwann kam dann die Antwort der Japaner, das Chassis sei auch nicht über jeden Zweifel erhaben. Solches Verhalten gibt uns Journalisten prima Material, aber es zeugt nicht von Grösse und Klasse. Gerade McLaren-Chef Ron Dennis will uns ja immer weismachen, wie viel Klasse dieser Rennstall habe und wie überlegen ihre Herangehensweise sei, das alles in dieser seltsam hochgestochenen Sprache mit Ausdrücken, welche die Fans zunächst einmal im Wörterbuch nachblättern müssen. Fakt ist: Es lief saumässig schlecht. Da muss man sich hinstellen, das zugeben, und dann zusammen mit seinem Partner konzentriert an Lösungen arbeiten. Eine Krise schönreden, das bringt nichts, denn die Fans sind nicht blöde und lassen sich nicht so leicht hinters Licht führen. Eine Situation verbessert sich aber nie, indem ein Partner mit dem Finger auf den anderen zeigt. Das bringt mich zurück zur Saison 2016: Wenn der Fortschritt bei McLaren-Honda ins Stocken geraten sollte, dann bin ich sehr neugierig darauf, ob dann die gegenseitigen Beschuldigungen nicht wieder von vorne losgehen. Denn seien wir mal ehrlich: Wir reden hier von McLaren-Honda. Da kann WM-Rang 6 doch nicht der Anspruch sein! Viele Fans denken bei McLaren-Honda noch immer an die brillante Ära in den 80er und 90er Jahren, sie denken an Senna und Prost und ganz viele Siege. Das ist die letztlich die Messlatte. Auch ich selber will ja McLaren-Honda um Siege kämpfen sehen, nicht im Mittelfeld, schon gar nicht im hinteren.
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Tony Dodgins Ich teile den Optimismus von Mathias nicht ganz. Wie bitteschön soll McLaren WM-Fünfter werden? Mercedes, Ferrari, Red Bull und Williams sind ausser Reichweite. Ich halte den Toro Rosso für das bessere Auto, und Force India wird irgendwann zum Speed aus dem Winter zurückfinden. So, dann ist McLaren schon mal Siebter, und gegen Haas liegen sie 1:18 zurück. Dann sind sie Achter. Mathias Brunner Wenn McLaren es von den technischen Möglichkeiten nicht schafft, mehr und effizienter zu entwickeln als Toro Rosso und Force India, wie wollen sie dann je Mercedes, Ferrari und Red Bull Racing überflügeln? Tony Dodgins Ich stimme zu, dass sie mehr Ressourcen haben, aber das Grundproblem ist der Motor. Und da erkenne ich den grossen Schritt einfach nicht. Luis Vasconcelos Ich glaube nicht daran, dass Honda den anderen Motoren um 100 PS hinerherhinkt. Ich bin vielmehr der Meinung, dass sie nicht mehr weit von Renault weg sind. Viele beschuldigen immer den Motor, aber wenn ich mir Daten ansehe, dann habe ich den Eindruck – also das windschlüpfigste Auto ist der McLaren nicht. Da gibt es am Chassis mindestens so viel Arbeit.
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Die Gesprächsleitung hatte der japanische Fachjournalist Kunio Shibata.
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