Was jetzt? Der MotoGP-Auf- oder Nichtaufstieg von Moto2-WM-Leader Gonzalez
Die Situation um Moto2-Ass Manuel Gonzalez hat eine neue Dimension erreicht. Geht es nach den sozialen Medien, ist der MotoGP-Aufstieg des Spaniers besiegelt – doch die Realität ist eine andere. Noch.
Manuel Gonzalez steigt 2027 in die MotoGP auf – so weiß es der digitale Kommunikations-Dschungel. Geht es nach mehreren Veröffentlichungen in den sozialen Netzwerken, ist Moto2-Tabellenführer Manuel Gonzalez nun ebenfalls fest auf dem MotoGP-Radar. Wie selbst vom offiziellen MotoGP-Live-Feed im Vorfeld des Ungarn-GP aufgegriffen, ist Gonzalez im Gespräch bei Trackhouse Racing – und damit bei jener Mannschaft, für die er bereits im
Die Situation um Manuel Gonzalez ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert. Zum einen zeigt sich wie so oft, dass Social-Media-Beiträge zwar schnell und einfach gesetzt sind, aber auch aus denselben Gründen oft nur bedingt fundiert, verlässlich, aber oberflächlich sind. «Endlich – MotoGP-Aufstieg für Manu Gonzalez» – eine Schlagzeile mit Speed. Aber: Bis dahin ist es noch ein gutes Stück. Denn dass der zuletzt überragend fahrende Gonzalez 2027 auf einer MotoGP-Aprilia sitzt, davon weiß das Management des Spaniers noch gar nichts.
Eddy Rovelli, der den Tabellenführer mit seiner Agentur betreut, bestätigte gegenüber SPEEDWEEK.com erneut, dass es zum aktuellen Zeitpunkt keinerlei Vertragsverhandlungen gibt. Keine Überraschung, denn das Management stand regelmäßig für Updates zur Verfügung und wiederholte seit Herbst 2025, dass keine Angebote aus der Königsklasse vorliegen. Zuletzt berichtete der Italiener Anfang März und dann nach dem Catalunya-GP:
Hinzu kommt, dass die Angelegenheit um den komplettesten Moto2-Fahrer einen strategischen Beigeschmack hat. Die Tatsache, dass Gonzalez einen spanischen Pass hat, schwingt in der Realität mit. Aktuell sind 9 der 22 MotoGP-Stammfahrer Spanier – was kein Zufall ist, denn seit vielen Jahren liefern die spanischen Kaderschmieden verlässlich den größten Talente-Nachschub in die MotoGP-Leistungspyramide.
Tatsache ist aber auch, die sportliche Realität passt nur bedingt zur strategischen Ausrichtung der Motorrad-Weltmeisterschaft. Es ist kein Geheimnis, dass mit der Übernahme durch Liberty Media ein internationalerer Wind – auch mit Blick auf den Eventkalender – wehen soll.
Es geht um mehr als Rennergebnisse
Dass 2025 der Brasilianer Diogo Moreira Manuel Gonzalez spät, aber verdient im Moto2-Titelkampf abfing, kam argumentativ sehr gelegen. Sportliche Argumente liefert derweil unbeirrt Manuel Gonzalez. Korrekt ist, die Saison ist noch lang, aber die Art und Weise, wie «Manu Gasss» in Catalunya und Mugello zum Sieg steuerte, rüttelte auch die letzten Zweifler wach. Wer, wenn nicht Gonzalez, könnte 2027 MotoGP fahren – eine Frage, um die kein Team und Vermarktungsmanager herumkommt.
Damit nicht genug. Wie rennsportpolitisch es auch im GP-Fahrerlager zugeht, zeigt die, wenn auch wie andere Deals noch nicht offiziell bestätigte Verpflichtung von Moto2-Pilot Dani Holgado (ebenfalls Spanier und aktuell WM-Fünfter) bei Gresini Racing – und damit jener Mannschaft, der Manuel Gonzalez nach einer wechselhaften Moto2-Saison 2024 den Rücken kehrte, um sich 2025 bei Intact GP als Siegfahrer zu etablieren.
Keine Frage, nicht nur Tabellenführer Manuel Gonzalez verdient eine Chance in der MotoGP, doch sollte der Madrilene durch das Raster aus verschiedenen Interessen und Befindlichkeiten fallen, wäre das Stand heute objektiv nicht zu rechtfertigen. Oder um es mit den Worten von Gonzalez-Manager Rovelli zu den jüngsten MotoGP-Gerüchten zu sagen: «Wenn es so ist – dann können wir es umsetzen, jetzt.»
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