Daniil Kvyat nach Vettel-Crash: «Greift mich nur an!»

Von Vanessa Georgoulas
Formel 1
Daniil Kvyat musste unangenehme Fragen beantworten

Daniil Kvyat musste unangenehme Fragen beantworten

Red Bull Racing-Pilot Daniil Kvyat musste nach seinem Heim-GP in Russland viele unangenehme Fragen zum Startcrash beantworten, mit dem er den Ausfall von Ferrari-Star Sebastian Vettel verursacht hatte.

Tapfer stellte sich Daniil Kvyat nach dem Russland-GP den Fragen der Journalisten. Der Lokalmatador hatte das Rennen gerade auf dem 15. Platz beendet – und war dennoch einer der gefragtesten Piloten im Fahrerlager. Denn mit seinen beiden Schubsern gegen Ferrari-Star Sebastian Vettel sorgte er für das frühe Aus des vierfachen Weltmeisters, der ausser sich vor Wut war.

Kvyat beteuerte: «Die erste Runde war ein grosses Durcheinander, ich musste in die Eisen steigen, bin dann in den Seb reingerutscht, und dann habe ich in der darauffolgenden Kurve nochmals scharf bremsen müssen. Ich entschuldige mich auch dafür, ich habe das nicht kommen sehen und habe es bestimmt nicht absichtlich gemacht.»

Dass ihm die Regelhüter für die beiden Crashs eine 10-Sekunden-Stop-and-Go-Strafe aufbrummten, wollte der junge Russe nicht wirklich verstehen: «Offenbar haben die Stewards das so gesehen, ich habe jetzt nicht alles in der Wiederholung nochmals anschauen können. Ja, ich habe Seb in der zweiten Kurve berührt, das war aber nicht das Aus, danach hätte das Rennen vielleicht weiterlaufen können. Fertig war es dann in der dritten Kurve. Da war ein ziemliches Durcheinander, das muss ich mir noch einmal genauer anschauen.»

Und Kvyat erklärte: «Ich habe das natürlich nicht mit Absicht gemacht und muss schauen, was das Problem genau war. In den nächsten Tagen erwarte ich nun viele schlaue Kommentare von allen. Aber Fakt ist, dass meine Hinterräder blockierten, so einfach ist das. Ich habe mich nicht verbremst, die Hinterräder blockierten einfach und ich schlitterte Vettel ins Heck.»

Der 22-Jährige aus Ufa schilderte: «Es fühlte sich fast so an, als würde mich jemand anschieben. Das Auto war ausser Kontrolle. In der dritten Kurve musste Sebastian sehr abrupt abbremsen. Ich fuhr nur zwei Meter hinter ihm und konnte ihm bei unserem Tempo natürlich nicht mehr ausweichen. Ich entschuldige mich aber dafür, sein Rennen ruiniert zu haben. Aber ich bin auch nur ein Mensch und weil er plötzlich so langsam unterwegs war, wurde ich kalt erwischt.»

Kvyat beteuerte auch: «Ich sage damit natürlich nicht, dass er extra verlangsamt hat, das ist unmöglich. Ich glaube, er dachte einfach, dass er ein Problem mit dem Auto habe, weil es ja schon in der zweiten Kurve gekracht hatte. Um sicherzugehen, bremste er ab. Ich erwartete das nicht, denn bis zu diesem Zeitpunkt war er sehr schnell unterwegs.»

Zum Schluss erklärte der Red Bull Racing-Pilot: «Vielleicht dachten die Regelhüter, ich sei ihm extra ins Heck gekracht, aber so war das wirklich nicht. Die Strafe halte ich für sehr hart, aber vielleicht war sie angemessen. Sicherlich entschuldige ich mich für all das Durcheinander. Ich denke, das hat uns heute einige Punkte gekostet. Aber solche Dinge passieren eben, und daraus werde ich meine Lehren ziehen.»

Dass sein Teamkollege Daniel Ricciardo beim ersten Schubser in Mitleidenschaft gezogen wurde und hinterher eine Entschuldigung von seinem Nebenmann verlangte, lässt den jungen Athleten kalt: «Wahrscheinlich verlangt nun das ganze Fahrerlager eine Entschuldigung von mir. Wir werden das teamintern analysieren und diskutieren. Es ist einfach, jetzt auf mich loszugehen. Aber greift mich nur an, ich habe kein Problem damit.»

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