Sebastian Vettel (Ferrari): Kvyat-Crash, Getriebe neu

Von Mathias Brunner
Formel 1
Der ramponierte Ferrari von Sebastian Vettel in Russland

Der ramponierte Ferrari von Sebastian Vettel in Russland

​Nachdem der Ferrari von Sebastian Vettel beim Russland-GP von Daniil Kvyat ins Aus gestossen wurde, muss ins Auto des Deutschen ein neues Getriebe eingebaut werden.

Die Fragen an Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene nach dem Russland-GP waren naheliegend: Besteht das Risiko, dass der Wagen von Sebastian Vettel beim Crash mit Daniil Kvyat beschädigt worden ist? Und welche Konsequenzen hat das für das nächste Rennen in Spanien?

Der Italiener gab in seiner Medienrunde zur Antwort: «Der Einschlag war nicht von schlechten Eltern. Aber ich kann keine Antwort auf die Frage geben, so lange wir den Wagen nicht detailliert untersucht haben.»

Diese Untersuchung ist inzwischen abgeschlossen. Die italienischen Techniker haben dabei festgestellt: Die Kraftübertragung im roten Renner von Vettel ist beschädigt genug, um einen Getriebewechsel zum Spanien-GP (15. Mai) hin ratsam erscheinen zu lassen.

Viele Fans sind an diesem Punkt ein wenig unsicher: Bedeutet dies jetzt erneut fünf Ränge zurück? Wie vor dem Sotschi-GP?

Antwort: Nein. Denn im Reglement ist verankert, dass ein Getriebe nach dem Grand Prix straffrei gewechselt werden darf, wenn ein Pilot beim betreffenden Rennen ausgeschieden worden ist. Anders als wenn der Wechsel im Laufe eines GP-Wochenendes passiert, so wie bei Vettel in Russland.

Im Sotschi-Autodrom hatte Vettel zu Beginn des zweiten freien Trainings Probleme, sein Ferrari rollte auf der Start/Ziel-Geraden aus. Wie sich später herausstellte, handelte es sich hier um einen Elektronikdefekt. Das wäre an sich kein Grund gewesen, das Getriebe zu wechseln, aber die Techniker von Ferrari fanden Folgeschäden der Kollision zwischen Vettel und seinem Stallgefährten Kimi Räikkönen in China, daher die Entscheidung, eine neue Kraftübertragung einzubauen. Ein weiterer Einsatz des angeschlagenen Getriebes war den Italienern ein zu grosses Risiko.

Im Russland-GP wurde Vettels Ferrari dann gleich zwei Mal im Heck getroffen, einmal als sich Red Bull Racing-Fahrer Daniil Kvyat beim Anbremsen der ersten Kurve verschätzte. Ein zweites Mal als der Russe Sekunden darauf in der langgezogenen Links um den olympischen Platz herum dem Ferrari ins Heck rumpelte. Kvyat beteuerte anschliessend, Vettel habe verzögert, er selber hätte nicht ausweichen können.

Ferrari ist nach vier Rennen 2016 noch immer ohne Sieg. Schlimmer noch: Die Silberpfeilfahrer Nico Rosberg (vier Siege) und Lewis Hamilton (zwei Mal Zweiter, einmal Dritter, einmal Siebter) fuhren bei jedem Rennen in die Punkte. Ferrari hingegen muss drei Ausfälle beklagen – überhitzter Turbolader an Kimi Räikkönens Wagen in Australien, Ventildefekt in Vettels Renner in Bahrain, noch während der Aufwärmrunde, Vettel dann Crash-Opfer von Kvyat in Russland. Da ist es auch kein Trost, dass bei jedem der vier Rennen ein Ferrari-Fahrer auf dem Podest stand: Vettel als Dritter in Melbourne, Räikkönen als Zweiter in Bahrain, Vettel als Zweiter in China, Räikkönen als Dritter in Sotschi. In der Marken-WM steht es 157:76 für Mercedes.

Teamchef Maurizio Arrivabene glaubt, dass wir bald ein anderes Ferrari erleben werden: «Ich bin überzeugt, dass wir auf den kommenden Strecken erheblich stärker sein werden als in Sotschi. Weil diese Strecken besser zu unserem Auto passen als die russische Bahn und weil die jüngsten Entwicklungen am Motor eher auf Pisten wie Barcelona zur Geltung kommen. Aber eines ist uns auch klar – wir dürfen uns keine Fehler mehr leisten.»

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